Chasse-Spleen: Man könnte vermuten, dass an diesem Fleck jemand einmal einem »Spleen« nachjagte… und in der Tat, dem war auch so. Es war der Wein des Médoc, der dem hier im Jahre 1820 weilenden Lord Byron »den Spleen eingab, auf die Suche nach den Idealen des Lebens zu gehen«, und sein nicht weniger berühmter und guten Weinen ebenfalls zugetaner Kollege Charles Baudelaire, Gründer der Literarischen Salons von Paris und Honfleur, hat mit seinem Gedicht »Spleen« diesen Begriff ebenfalls populär gemacht. Odilon Redon fand hier ein paar Jahre später ebenfalls Eingebungen für sein Werk »Spleen et Ideal«. Zu jener Zeit war die Besitzerin des Schlosses, eine der Literatur und den schönen Künsten zugeneigte Persönlichkeit namens Madame Castaing, ohnehin in Verlegenheit, eine neue Bezeichnung für ihr frisch geerbtes Château zu finden. Denn den seit 1540 existierenden Namen Gressier Grand Poujeaux durfte sie nicht weiter verwenden: der war ihrem Bruder zugefallen. So bekam das Schloss und das dazugehörige Weingut den Namen Chasse-Spleen. 1909 erwarb ein Bremer Kaufmann namens Adolph Segnitz die Domaine, musste sie aber im Verlauf des Ersten Weltkrieges gezwungenermaßen wieder abgeben – entschädigungslos. Die 1859 gegründete Wein- und Champagner-Handelsfirma Segnitz existiert übrigens noch heute und gehört zur Schlumberger-Gruppe.

Erst 2003 wurde das vor 163 Jahren von Gressier Grand Poujeaux getrennte Besitztum wieder vereinigt, nämlich als die Familie Merlaut, seit 1976 Besitzer des Château Gressier Grand Poujeaux, das 83-Hektar-Anwesen Chasse-Spleen erwarb und anschließend die dadurch insgesamt 115 Hektar umfassenden Weinberge in gemeinsamer Regie bearbeiten ließ.

Das Château Chasse-Spleen stand seit Madame Castaings Zeiten immer wieder unter der Leitung resoluter und sehr erfolgreich operierender Damen, Heute ist es Céline Villars-Foubet, der die Geschäftsleitung obliegt, unterstützt von Dominique Lafuge als Technischem Direktor. Schon ihre Großmutter, Bernadette Villars, hat auf Chasse-Spleen wertvolle Arbeit geleistet: Ihr verdanken die Weine des Château die Einstufung zum Cru Bourgeois Exceptionnel.

Unter dem Namen Chasse-Spleen verlassen pro Jahr etwa eine halbe Million Flaschen das Château; ihr Inhalt hat eine anderthalbjährige Reifezeit im Barrique hinter sich. 2000 Fässer liegen in den Kellern des Schlosses. Zur Abfüllung kommt einmal im Jahr ein Spezialfahrzeug mit entsprechender Technik auf den Hof; der Vorgabe »mis en bouteilles au Château« kann man auch auf diese Weise gerecht werden.

Aus Quartärgestein und Kalksubstraten setzt sich der Boden überwiegend zusammen, auf dem sich die heute gut 35 Jahre alten Stöcke befinden. Der Ertrag beläuft sich auf durchschnittlich 45 Hektoliter pro Hektar. Und trotz dieser groß dimensionierten Gesamtfläche erfolgt die Lese des Traubenguts ausschließlich manuell! Eine kleine Parzelle von knapp 1,5 ha, bepflanzt mit Sémillon und Sauvignon, dient der Weißweinerzeugung. »Das sehen wir aber mehr als ein Experiment,« erklärt François Parcollet, der die Besucher des Château auf Besichtigungstour führt. »Vom Chasse-Spleen Blanc verkaufen wir im Jahr nur 15.000 Flaschen.« Der Ausbau auf Hefe erfolgt ebenfalls im Barrique, aber nur über neun Monate.

Dass die Weine des Château Chasse-Spleen Eingang auf den Weltmärkten fanden, ist den Bemühungen Segnitz’ zu verdanken. Er kultivierte die Cépagen Cabernet Sauvignon und Merlot mit großer Sorgfalt, ließ regelmäßig Weinhändler aus Deutschland zum Prüfen der frischen Jahrgänge kommen und richtete sich nach den Kritiken seiner Kunden. Heute verkauft die S.A. de Château de Chasse-Spleen allerdings nicht mehr an Direktabnehmer, sondern vertreibt seine Erzeugnisse über Handelshäuser in Bordeaux.

Öffnungszeiten

Montag

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Dienstag

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Mittwoch

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Donnerstag

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Freitag

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Samstag

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Sonntag

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Nach vereinbarten Terminen, mit Ausnahme vom 14. Juli bis 31. August

Adresse

Unsere Adresse:

3558, Grand Poujeaux Sud 33480 Moulis-en-Médoc

GPS:

45.06066256052711, -0.7677362265067131


Unsere Weine & Erzeugnisse


Rotwein:
Château Chasse-Spleen Moulisen-Médoc AOC – Cabernet Sauvignon, Merlot, Petit Verdot an 35 Jahre alten Stöcken;
L’Héritage de Chasse-Spleen Moulis-en-Médoc AOC – Cabernet Sauvignon, Merlot an 5 -15 Jahre alten Stöcken;
L’Oratoire de Chasse-Spleen Moulis-en-Médoc AOC – Cabernet Sauvignon, Merlot an 5-15 Jahre alten Stöcken.

Weißwein:
Chasse-Spleen Blanc Bordeaux Blanc Sec AOC – Sémillon, Sauvignon an 10 Jahre alten Stöcken.

Angebote & Leistungen



Anreiseinformationen (Anfahrt)

Von der N 125 Richtung Lesparre-Médoc etwa 28 km nordwestlich von Bordeaux auf die D 5 nach Lamarque abbiegen, der Beschilderung »Grand Poujeaux« folgen. Im Dorf 300 m hinter dem Gebäude der Firma Pradet rechts abbiegen.
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