Das sieht man nicht oft, selbst im Bordelais: Einen Keller mit 400 in Reih’ und Glied nebeneinander liegenden Barriques. Die Cave, im frühen 18. Jahrhundert angelegt, ist älter als das Château, das sich darüber befindet und ursprünglich nicht der Herrensitz einer reichen Winzerfamilie war, sondern eine Poststation. Eine Art Vier-Sterne-Relais für Reisende gehobenen Standes.

Gérard Laurent ist erst seit 1990 Besitzer von Château l’Escart und nicht nur leidenschaftlicher Winzer. Er frönt auch weiteren Passionen: Segeln und Eishockey zum Beispiel. In einem Schuppen wartet ein 1958er Morgan Sportwagen auf die nächste Ausfahrt. Obwohl aus dem Burgund stammend, verstand Monsieur Laurent nicht allzu viel vom Weinmachen, als er hier einzog: »Ich habe mir den besten Oenologen geholt, den ich bekommen konnte: Michel Rolland. Dann erneuerten wir die gesamte Kellertechnik, von den Gärtanks mit einer speziellen Anlage zur Temperatursteuerung bis zur Pumpeninstallation.«

Jahr für Jahr intensivierte Gérad Laurent, inzwischen unterstützt von seinem Sohn, sein profundes Weinwissen, und die Belohnung blieb nicht aus. Die Weine vom Château l’Escart erhalten ab Jahrgang 1993 eine Spitzenbeurteilung nach der anderen. Die Sortimentsbreite umfasst Rot- und Weißweine sowie einen fruchtigen, farbintensiven Rosé, und eine ganz bemerkenswerte Cuvée ist der Château l’Escart Omar Khyam: Die Beeren für diesen nach einem persischen Dichter und Astronomen der Antike benannten Rotwein werden in zwei Durchgängen ausgelesen, ihr Saft 24 Tage über endogener Hefe gegoren und dann der malolaktischen Gärung ein Jahr lang im Barrique überlassen. »Über Omar Khyam habe ich als Student eine Examensarbeit geschrieben. Seine Werke faszinieren mich; jedes Jahr widme ich ihm einen Wein.« Zwei Goldmedaillen und einen Prix d’Excellence hat Laurent mit ihm bisher gewonnen; nur 10.000 seiner etwa 180.000 Flaschen pro Jahr enthalten diesen köstlichen Roten, dem die Kenner feine Würze, nachhaltige Kraft und ein leichtes Pfefferminz-Vanille-Aroma bescheinigen. In noch kleinerer Menge, nämlich nur 1300 Flaschen, produziert Laurent seinen weißen Bordeaux »La Comtesse«. Soweit es sich zurück verfolgen lässt, betreibt man auf den Hängen zur Garonne um das Château de l’Escart Weinbau seit dem Jahre 1752. Das Terroir ist stark tonkalkhaltig oder besteht aus einer Kiesschicht über Kalkstein. Der Besitz umfasst heute 30,5 Hektar, auf denen Gérard Laurent die Rebsorten Merlot Noir, Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc, Malbec, Petit Verdot sowie in geringer Menge Sauvignon, Muscadelle und Sémillon anbaut. Im Schnitt bringt die Ernte es auf 43 hl/ha; anchmal ist eine »grüne Vorlese« nötig, um die Ernte zu optimieren. Nur völlig entrappte Beeren kommen zur Verarbeitung; jede Parzelle wird für sich vinifiziert. Collagen oder Filterungen finden nicht statt. Laurent wählt auch mit großer Sorgfalt seine Fasslieferanten aus: Demptos, Sylvain, Boutes, Nadalié. »Ich bestehe auf Eiche aus dem l’Allier. Ein besseres Material für meine Weine kann es nicht geben.« Diese Ansicht teilen auch viele andere französische Winzer, die nicht verstehen, warum einige Betriebe amerikanischem Holz den Vorzug geben.

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44.9169151, -0.4269941000000017


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