Der im 18. Jahrhundert nach Frankreich ausgewanderte Ire John Lynch gehörte zu jenen Kaufleuten, die im Bordelais durch den Weinhandel zu Geld und Ansehen kamen. Seine Schiffe, die er im Hafen von Pauillac mit Tausenden von Fässern süffiger Rot- und Weißweine belud und Richtung Portsmouth auf die Reise schickte, fuhren reiche Rendite ein. Seinen Kindern konnte Lynch Weinberge und Wälder in der Größenordnung von 150 Hektar vermachen.

Nach dem Ersten Weltkrieg erwarb die angesehene Bordelaiser Winzerfamilie Castéja das Anwesen in Moussas bei Pauillac, und einem ihrer Mitglieder gehört es auch heute noch. »Als ich 1970 meine Verwandten ausbezahlte, um den Besitz in eigener Regie führen zu können, war er aber nur noch vier Hektar groß und total heruntergewirtschaftet,« erzählt Philip Emile Castéja. »Das Château, der Keller, die Weinberge – alles war verkommen und musste neu aufgebaut werden.« Innerhalb von 20 Jahren entstand ein mustergültiger Betrieb, der in der Region Pauillac heute sogar zu den besten zählen dürfte. Er umfasst 54 Hektar in hervorragender Lage, einige in unmittelbarer Nachbarschaft zu Latour und Lafite-Rothschild. Castéja baut ausschließlich Cabernet Sauvignon und Merlot an, die Lese findet per Hand statt. Die Gärung erfolgt etwa 30 Tage in Inox-Cuves, 12 bis 16 Monate dauert der Ausbau in Eichenfässern. Jedes Jahr werden drei Viertel der Fässer gegen neue ausgewechselt. Für die Bindung der Sedimente im Wein wird Eiweiß zugegeben. Die Flaschenabfüllung nimmt man auf Château Lynch-Moussas ohne Filtrierung vor, der Vertrieb erfolgt über ein Handelshaus in Bordeaux. Etwa 80 Prozent der jährlichen Erzeugung werden traditionsgemäß exportiert.

Vor ein paar Jahren hat Philip Emile Castéjas Sohn Emile Philippe die Regentschaft übernommen (sein Vater widmet sich überwiegend einem anderen Familienbesitz: Château Batailley). Wurden bis dahin die Weine dieses Gutes häufig als »angenehm leicht, jedoch ohne besondere Merkmale« berurteilt, wie etwa durch den Kritiker David Peppercorn, so findet Robert M. Parker jetzt ganz andere (lobende) Worte für den Pauillac Château Lynch-Moussas. Vom Jahrgang 2002 hieß es, er sei einer der besten seit 1970 (über den man seinerzeit lesen konnte: »a pleasant surprise«). Damals gab es auf Château Lynch-Moussas noch keine eigene Abfüllanlage, das mise-en-bouteilles fand auf Château Batailley statt. »Die Menge war aber auch nicht der Rede wert,« sagt Philip Emile Castéja, »es waren knapp 12.000 Flaschen.« Die heutige Jahresproduktion beträgt etwa das Fünfzehnfache, mit Ausnahme vom Jahrgang 2003, der in ganz Frankreich bedeutend geringer ausfiel.

Acht bis zwölf Jahre Lagerung werden als optimal für Castéjas roten »grand vin« angegeben, aber schon nach vier oder fünf Jahren bereitet er – übrigens recht preisgünstiges – Trinkvergnügen. Pauillac-Liebhaber sollten diesen Klassiker aus dem Bordelais künftig nicht aus den Augen verlieren. Der alte Glanz der Ära eines John Lynch, der für seine Weine in London und Dublin begeisterte Abnehmer hatte, ist zurückgekehrt.

Den Namen Lynch findet man im Verzeichnis edler Weine aus dem Bordelais übrigens zwei Mal. Ein Zweig der Lynch-Sippe hat sich in Pauillac an anderer Stelle etabliert und ein Besitztum geschaffen, auf dem heute das Château Lynch-Bages steht, ein sehr viel größeres, von Jean-Michel Cazes geleitetes Unternehmen mit einer Jahresproduktion von mehr als 400.000 Flaschen eines hochkarätigen Pomerol. Die Klassifizierung als 5ème cru classé teilen sich beide Lynch-Namensträger, nur können Monsieur Cazes Weine das Doppelte von dem kosten, was für einen Moussas in der Preisliste steht.

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Unsere Adresse:

33250 Pauillac

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45.19940547433318, -0.7461704182943549

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Unsere Weine & Erzeugnisse


Rotwein:
Château Lynch-Moussas Gand Cru classé AOC Pauillac – Cabernet Sauvignon, Merlot an mehr als 30 Jahre alten Stöcken.

Angebote & Leistungen



Anreiseinformationen (Anfahrt)

Moussas ist ein kleiner Ort am westlichen Gironde-Ufer an der Départementstraße D 2, die von Pauillac nach Nordwesten führt, etwa 40 km von Bordeaux. Der Beschilderung zum Château
Lafite-Rothschild folgen; Lynch-Moussas liegt dahinter.
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