Spricht man vom Jura-Wein, wird der Vin Jaune im gleichen Atemzug genannt, und wenn man schon mal beim Thema ist, fällt der Name Château-Chalon. Die Winzer dieser kleinen Gemeinde genau in der geografischen Mitte des Jura pflegen ausschließlich den Anbau der Rebsorte Savagnin, und der dient hier zu (fast) nichts anderem, als zum Vin Jaune, dem »gelben Wein«, verarbeitet zu werden. Eine Köstlichkeit in Flüssigform, deren Herstellung seit Jahrhunderten bestimmten Regeln erfolgt und strengen Kontrollen unterzogen wird, ebenso wie die Rebstöcke, die jedes Jahr von einer Expertenkommission kritisch begutachtet werden.

Die Domaine Jean Macle gehört zu denen, deren honiggoldener Vin Jaune als historisch verbürgte Kostbarkeit zu werten ist. Der Seniorchef lässt den Besuchern Zeit, ältere Jahrgänge zu probieren und die Unterschiede herauszufinden. Käsehäppchen zwischendurch neutralisieren die Geschmacksnerven. »Käse ist bei uns ein ebenso wichtiges Produkt wie Wein,« erklärt Jean Macle, » er hat uns geholfen, im 19. Jahrhundert die Reblauskatastrophe zu überleben…« Und er erzählt gern die Anekdote von Napoleon III., der anlässlich eines Besuches bei Fürst Metternich auf dessen Gut Johannisberg dessen Wein als den besten der Welt bezeichnet haben soll. Worauf Metternich geantwortet hat: »Sire, nicht bei mir bekommen Sie den besten Wein der Welt, sondern in Ihrem eigenen Kaiseereich: in Château-Chalon.«

Der Inhalt der nur im Jura verwendeten, aus dem 18. Jahrhundert stammenden Clavelin-Flasche (0,62 l, an die für Portwein erinnernd) darf 25 oder auch 75 Jahre alt werden: Die Weine des Jura sind eine Langzeit-Angelegenheit. Wie überall hier in der Gegend, konzentriert man sich bei der Rebsorte auch bei Macle auf Savagnin (dem eine Verwandtschaft zum Traminer nachgesagt wird), auch macht man aus dieser Rebsorte plus zwei Drittel Chardonnay den einzigen anderen Wein, einen weißen Côtes du Jura, abgefüllt in der üblichen Jura-Flasche – und mit dieser Beschränkung fährt man bei Macle seit eh und je bestens. Der Côtes de Jura wird gleich nach dem Ausgären von der Hefe gepumpt und für die Dauer von 24 Monaten in kleine Fässer gefüllt.

Die Appellation Château-Chalon existiert seit 1936, der vorgeschriebene Alkoholgehalt beträgt mindestens 13,5 Vol.-%. Der Wein bleibt mindestens sechs Jahre im Fass und wird ohne »Ouellage« hergestellt, also ohne Nachfüllung der normalerweise verdunstenden Menge. Dadurch ergibt sich ein »Voile«, ein dünner Hefeschichtschleier auf der Oberfläche und die typische, leicht in Richtung Sherry gehende Geschmacksnote.

Die harte, stark kalkhaltige Bodenbeschaffenheit an den südwestlichen Ausläufern der Jurahänge erstreckt sich über ein Band, das rings um Château-Chalon die Gemeinden Sous-Roche, Puits-Saint-Pierre, Croix Sarrant und Les Niods umfasst; zum Jean Macles Besitz gehören etwa 12 Hektar, verteilt über viele kleine Parzellen in einer Höhe zwischen 250 und 400 Meter. Der jährlich Ertrag nimmt mit dem Alter der Rebstöcke ab und beträgt heute bei Chardonnay maximal 35 hl/ha, bei Savagnin aber nur zehn bis 15 l/ha. Die teilweise sehr steil Hanglage erfordert den Einsatz von Kettentraktoren für die Bodenbearbeitung. »Vier oder fünf Betriebe gibt es in Château Chalon noch, die selbständig arbeiten, alle anderen liefern an die Coopérative ab,« erklärt Macle. »Grund genug für unsere Familie, die Individualität beizubehalten.«

500 Eichenfässer liegen in Macles Cave, die im 17. Jahrhundert angelegt wurde. Sechs Jahre und drei Monate dauert der Ausbau im Fass, ehe die Abfüllung auf Flaschen vorgenommen wird. Von denen die meisten ihre Abnehmer im eigenen Lande finden: Nicht mehr als drei Prozent des Gesamtumsatzes macht Macle mit Kunden außerhalb Frankreichs.

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Unsere Adresse:

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46.755215, 5.623972999999978

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Unsere Weine & Erzeugnisse


Weißwein:
Jean Macle Château-Chalon AOC Vin de Garde – Savagnin;
Jean Macle Savagnin Côtes du Jura AOC – Savagnin, Chardonnay.

Angebote & Leistungen



Anreiseinformationen (Anfahrt)

Die Ortschaft Château-Chalon liegt an der D 5, etwa 18 km nördlich von Lons-le-Saunier (N 83 nach Besançon). Die Zufahrt zum Château in der Mitte des Dorfes auf dem Berg ist gut ausgeschildert.

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