Herzlicher kann ein Empfang bei einem französischen Winzer kaum ausfallen. Das gemütliche Degustationslokal oben im Dorf Chavignol hat den Charakter einer Bar, nicht einer Folklorestube mit Bacchus-Dekor, wie man’s so häufig findet. Christian Perrot füllt die Gläser mit nahezu akrobatischer Gestik: Pinot Noir, Pouilly-Fumé, Sancerre des Baronnes (natürlich Sancerre: deswegen ist der Besucher ja hergekommen), Petit Bourgeois Sauvignon, Menetou-Salon… nur zu, wenn der Tag lang genug und das Zimmer im Gasthof reserviert ist! Christian geizt nicht mit dem Nachschenken. Denn die Köstlichkeiten nur durch den Gaumen zu schlerfzen, um sie danach wieder auszuspucken – so etwas möge den professionellen Testern vorbehalten bleiben. Wir Amateurgenießer bringen das nicht fertig und schlucken »richtig«.

Es sind nur 200 Kilometer von Paris nach Sancerre, und am Wochenende haben viele Pariser offenbar nichts anderes vor, als bei der Domaine Henri Bourgois ihre Vorräte zu ergänzen. Manchmal besuchen 65 private Kunden am Tag das kleine Lokal. So schnell sie kommen, verschwinden die meisten auch wieder, und dann nimmt sich Rémy Bourgeois – einer der fünf Söhne des großen Patron Henri – Zeit für jene, die auf den Berg hinauf möchten, in dessen Hang 1990 eine ultramoderne Kellerei hinein gebaut wurde. Sie zu besichtigen enttäuscht nostalgiesüchtige Traditionalisten, denn hier wird nach (im positiven Sinne) industriellen Methoden Wein gemacht. Und zwar einer der besten in der Region Sancerre.

Doch nicht nur in modernen Stahltanks findet der Ausbau statt. Es gibt eine Reihe großer Holzfässer (nach traditioneller Vorgabe 228 Liter fassend), beispielsweise für den Etienne Henri oder La Bourgeoise, deren Holz von einer 435 Jahre alten Eiche stammt. Sie wurde 1993 in Saint-Palais durch einen Orkan entwurzelt, was die in Fachkreisen berühmten Küfer Camille Gauthier und Jean Vicard in die Lage versetzte, den kostbaren Stamm von 6 m Umfang und 20 m Länge zu ersteigern (womit sie Kollegen aus den USA zuvorkamen, die ebenfalls hohe Gebote abgegeben hatten).

Die 95 Hektar, die von der Familie Bourgeois heute bewirtschaftet werden, bestehen aus den Bodenformationen Lehm/Kalk sowie silexhaltigem Gestein. Noch vor 50 Jahren waren es nicht mehr als zwei Hektar, seit acht Generationen in Familienbesitz und nur quasi nebenbei zum Anbau von Reben genutzt; es waren schließlich Landwirte, die ihre Existenz aus der Milchwirtschaft bestritten (und der Crottin de Chavignol hat nach wie vor seinen Namen als ganz hervorragender Käse).

Seit Jahren finden die Erzeugnisse der Domaine Henri Bourgeois in der internationalen Fachpresse anerkennende Beurteilungen. Der Pouilly-Fumé des Jahrgangs 2000, der Sancerre Blanc Le Bourgeoise 2000 und der Le Prieuré des Aublats zum Beispiel wurden hoch gelobt: »Weine mit Zukunft… großes Terroir… Weine mit Charakter und Finesse…« lauteten die einhelligen Urteile.

Jean-Marie Bourgeois führt die Geschäfte und gibt in regelmäßigen Abständen eine Gazette für die Freunde des Hauses heraus. »La Lettre« hat Sammlerwert. Dem Chef stehen seine Brüder Arnaud und Lionel zur Seite. 600.000 Flaschen beträgt der Jahresausstoß, und dass diese nicht nur von Weinliebhabern in Paris und Umgebung geleert werden, liegt auf der Hand. Was die meisten nicht wissen: Das Abfüllen auf Flaschen erfolgt nur bei bestimmten Mondphasen. Warum – das bleibt ein Geheimnis der Brüder Bourgeois.

Adresse

Unsere Adresse:

Chavignol 18300 Sancerre

GPS:

47.3374858, 2.798323200000027


Unsere Weine & Erzeugnisse


Rotwein:
Domaine Henri Bourgeois Sancerre AOC Rouge; Les Bonnes Bouches – Pinot Noir an 25-40 Jahre alten Stöcken;
Domaine Henri Bourgeois Vin de Pays du Jardin de la France – Cabernet Franc an 10-40 Jahre alten Stöcken;
Vin de Pays du Jardin de la France – Pinot Noir, an 10-40 Jahre alten Stöcken.
Weißwein:
Domaine Henri Bourgeois Menetou-Salon AOC; Le Prieuré des Aublats – Sauvignon Blanc an 20-40 Jahre alten Stöcken;
Domaine Henri Bourgeois Sancerre AOC Blanc; Etienne Henri – Sauvignon Blanc an 50-60 Jahre alten Stöcken;
Domaine Henri Bourgeois Sancerre AOC Blanc; d’Antan – Sauvignon Blanc an 65-80 Jahre alten Stöcken;
Domaine Henri Bourgeois Sancerre AOC Blanc; La Bourgeoise – Sauvignon Blanc an mehr als 50 Jahre alten Stöcken;
Domaine Henri Bourgeois Sancerre AOC Blanc; La Côte des Monts Damnés – Sauvignon Blanc an 35-45 Jahre alten Stöcken;
Domaine Henri Bourgeois Pouilly-Fumé d’Henri Bourgeois AOC – Sauvignon Blanc an 25-45 Jahre alten Stöcken;
Domaine Henri Bourgeois Quincy AOC Haute Victoire – Sauvignon Blanc an 15-42 Jahre alten Stöcken.
Rosé:
Domaine Henri Bourgeois Sancerre AOC Rosé; Les Bonnes Bouches – Pinot Noir an mehr als 20 Jahre alten Stöcken.

Angebote & Leistungen



Anreiseinformationen (Anfahrt)

Chavignol liegt an der Départementstraße D 183, abzweigend von der D 955, 2 km westlich von Sancerre. Am oberen Ortsausgang an der steil bergauf führenden Straße liegt links das Dégustationsgeschäft; die Cave befindet sich 500 Meter weiter oben im Berg an einer nicht öffentlichen Straße.

Hinterlassen Sie eine Bewertung

Wein
Weingut
Region
Angebot
Gastfreundschaft
Publishing ...
Your rating has been successfully sent
Please fill out all fields