Der Weg ist zweifellos beschwerlich, stellenweise steil, dafür schön, und als Belohnung erwartet den Besucher eine Idylle. Schließlich kommt man nahe der Spitze des Heiligen-Blasius-Berges an: rundherum Wald, Weingärten und weit unten der (meist) glitzernde Balaton (Plattensee).

Idyllisch ist auch das Kelterhaus mit dicken Säulen, Bögen und Weinlaub über den langen Holztischen und Bänken. Wenn János Mersics ausnahmsweise und nur an einem Wochentag gerade einmal nicht da ist, stehen mindestens zwei Flaschen Wein und Gläser im Schatten.

Dafür ist an Wochenenden, zumal in der langen warmen Jahreszeit umso mehr Leben an seinem „Weinhof“, wie er es nennt. Seine Frau Etelka, die bäckt und kocht, seine Söhne Szilárd (30 J.) und Balázs (29 J.), von Beruf beide Tischler,  sind da, außerdem unzählige Gäste. Es gibt Geschirrgeklapper, Gelächter, gute Laune. Wenn niemand mehr sein eigenes Wort versteht, greift Vater János zu seiner Ziehharmonika und zumindest die ungarischen Gäste (immer in der Mehrzahl) singen die Volkslieder mit.

Das Weinmachen hat der Winzer von seinem Vater gelernt, und der von dessen Vater – und so fort. „Hier sind seit Jahrhunderten alle Winzer“, sagt er. Das 200 Jahre alte Kelterhaus hat er Anfang der 1970-er Jahre als Ruine gekauft – und seitdem arbeitet er daran. Immerhin, der Keller ist fertig, die Verkostungsräume unterm Dach und vor dem Haus unter der Laube ebenfalls. „Die Gäste sollen sich wohlfühlen, das ist das Wichtigste“, sagt er.

Auf seinem drei Hektar kleinen Weingarten vor dem Haus baut er Welschriesling, den autochtonen ungarischen Zengő und Silvaner an. Der Boden ist hart, vulkanisch, die Lage neigt sich nach Süd-, Südwesten – „mit Aussicht auf den See“, betont der Winzer lächelnd. Die Reben sind zwischen 25 und 14 Jahre alt, pro Hektar stehen von ihnen etwa 4000, und sie strotzen nur so vor Gesundheit – ohne Kunstdünger. Der Most vergärt in Holzwannen im Freien, setzt sich ab und wird in Holzfässer umgepumpt. Da wird er etwa drei Jahre ausgebaut. Es sind 18 Eichenfässer, durchschnittlich 25 Jahre alt und 12 Hektoliter groß, die im neuen, schön gemauerten Keller liegen. Die jährliche Produktion beträgt je nach Jahrgang zwischen 100 und 150 Hektoliter. Etiketten hat János Mersics nicht, er füllt die hellen Weine in weiße Glasflaschen direkt aus dem Fass – wenn er meint, dass sie gerade am besten sind.

Sie sind leicht, zurückhaltend blumig und fruchtig, und so gut, dass selbst der Abt von Tihany (Halbinsel im Plattensee) seinen Welschriesling vom Berg des Heiligen Blasius holt, obwohl er selbst Wein anbaut. Möglicherweise wird der Gottesmann vom himmlischen Geschmack der Speisen verführt, die Frau Etelka Mersics auf den Holztisch bringt. Alles selbst gezogene, gekochte oder gebackene Köstlichkeiten: Frisches, flockiges Weißbrot, fetten Kuh- und Schafsquark, herbe und scharfe Paprikaschoten, süße Fleischtomaten und den sagenhaften butterweichen, mit Knoblauch gewürzten Schinkenspeck. „So ist das Leben, kein Jammertal, sondern nahe dem Paradies“ zitiert der Winzer den Mann der Kirche, und fügt hinzu: „Für solche zufriedenen Gäste lohnt es sich zu arbeiten und zu leben.“

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Angebote & Leistungen



Anreiseinformationen (Anfahrt)

Von Budapest: M7 Richtung Balaton (Plattensee); bei Balatonaliga Ausfahrt Richtung Balatonfüred und zum Nordufer auf die Landstraße 71, die um den See führt; nach Balatonfüred, Tihany und Balatonakali die 71 bei Zánka verlassen. Nach Tagy und Szentantalfa noch 300 m, dann kommt ein Schild, „St. Balázs templomrom“ (Ruine des Hl. Blasius-Kirche), dem Schild folgen und am Ende, es ist schon ein Feldweg, unter einem Baum parken.

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