Die beiden Inhaber der kleinen Familienkellerei Vater und Tochter Toth, stammen aus einer alten Winzerfamilie – mütterlicherseits. Obendrein waren es deutsch-italienische Weinmacher namens Scheller und Angeli, die am Balaton schon in den 1720-er Jahren Trauben gekeltert haben. Presshaus und Keller wurden 1722 errichtet, die Weine nach Österreich und Polen geliefert.

Auch der jetzige Kellermeister Dr. Sándor Toth, geboren 1937, wuchs mit Weinen auf, bis die Weingärten der Familie 1949 verstaatlicht wurden. In der dunklen Zeit des Kommunismus arbeitete er in der Verwaltung der staatlichen Winzergenossenschaft in Budapest, träumte vom eigenen Weinberg und einem Helfer, vielleicht sogar Nachfolger im Weinberg und Keller. Der zweite Wunsch ist früher in Erfüllung gegangen als der erste – wenn auch nicht so, wie es sich Dr. Toth vorgestellt hatte. Erstens war der mögliche Mitarbeiter, der 1979 geboren wurde, ein Mädchen, schon das zweite, und zweitens war es eher unwahrscheinlich, dass es sich später um den Weinbau interessieren würde. Der Wunsch nach dem Weinberg ging mit der politischen Wende 1989 in Erfüllung. Aus der Wiedergutmachung kaufte Dr. Toth die alten Familienlagen zurück, fürs Presshaus und den Familien-Weinkeller reichte das Geld (genaugenommen waren das Wertkupons) nicht. Doch da half ein Vetter aus, der erfolgreich Biomandeln anbaut.

Alledem folgte viel Arbeit, doch am Ende, 1993, standen im neu renovierten Presshaus 26 nagelneue Stahltanks von 27 und 70 Hektoliter Fassungsvermögen und im Keller 45 Eichenfässer. Das Gebäude bekam einen Anbau und 1994 wurde die Kellerei Scheller in Monostorapáti, neu gegründet.

Wie das Schicksal spielt, wuchs auch Tochter Virág (Ungarisch: Blume) zwischen Weinstöcken auf: im Mund mit dem Geschmack von süßen Trauben, in der Nase dem fruchtig säuerlichen Duft des vergorenen Rebensaftes. Und im Gegensatz zu ihrer älteren Schwester interessierte sie sich durchaus für Weine. Nach dem Abitur lernte sie Gartenbau. Heute studiert sie, neben der Arbeit mit ihrem Vater Qualitäts-Ingenieering bei der Vinifizierung.

Die Familienkellerei Scheller bewirtschaftet auf zwei großen Lagen, dem Táltoshegy und Áldozói dőlő zusammen 57 Hektar. Beide schauen nach Südwesten. „Die Namen ‚Gigantenberg’ und ‚Kommunions-Lage’ sind historische Namen“, betont Virág Toth im guten Deutsch mit einem hübschen ungarischen Akzent. Der Boden ist mineralreiche Vulkanerde. Ein Bach sorgt für Wasser.  Die Reihen der 18-jährigen Reben stehen drei Meter von einander entfernt, die Pflanzen selbst je einen Meter. Alle tragen sie weiße Trauben: Olaszrizling (Welschriesling), Kereklevelő („Rundblättrige“ – so heißt der Chardonnay in der Gegend), Zöldveltelini (Grüner Veltliner) und die ungarische Rebsorte Zenit. Zwischen den Reihen wächst Gras. „Für die Natur, aber natürlich auch für uns benutzen wir keine Pestizide und Insektizide“, sagt Virág Toth, und um die Weinqualität zu erhöhen, arbeiten wir ertragsreduziert, und ernten mit der Hand und das möglichst spät im Herbst.“

Die Weine von den beiden guten Lagen – Welschriesling, Grüner Veltliner und Chardonnay – kommen nach der ersten Gärung in zwei – dreijährige Barriquefässer, in denen zuvor Tokajer Szamorodni gelagert hat. Dort bleiben sie sechs bis 24 Monate. Das gibt den säure- und körperreichen trockenen Spätlesen noch ein besonderes Aroma.

Doch die echte Spezialität des Hauses ist der Főbor („Hauptwein“), den es nur in besonderen Jahren mit heißen Sommern und langen, tags warmen, morgens feuchten Herbsttagen gibt. Da gibt es auch edelfaule Trauben. Sie werden zusammen mit den nicht befallenen Beeren gekeltert – wie der Szamorodni in Tokaj (siehe dort). Nach zwei Jahren Fassreife ist ein Dessertwein mit 15 – 18 Gramm Restzucker und etwa 15 Prozent Alkohol entstanden, der aber auch den schweren Körper der durchgegorenen trockenen Spätlesen in sich trägt. Ein außergewöhnlicher Wein.

Insgesamt verlassen 40.000 Flaschen die Kellerei Scheller. Man kann sie in einigen gut sortierten französischen Kaufhäusern Ungarns wie Cora und Tesco kaufen. So lautet denn auch die schlechte Nachricht für deutsche Weinliebhaber: Die Schellerweine werden in Ungarn restlos weggetrunken. Andererseits lohnt es sich zum Balato (Plattensee) zu reisen, denn zu den guten Weinen ist die Landschaft geradezu zauberhaft.

Adresse

Unsere Adresse:

PosScheller Szőlőbirtok Monostorapáti Scheller Pince 1 Postadresse H-1165 Budapest

GPS:

47.50695037166653, 19.212952693253555

Telefon:
Web:

-


Unsere Weine & Erzeugnisse


Weißwein:
Szent György-hegyi Chardonnay
Szent György-hegyi Szürkebarát
Táltos hegyi Olaszrisling (Welschriesling)
Áldozói Zöldveltelini (Grüner Veltliner)
Áldozói Kereklevelő (Chardonnay)
Főbor („Hauptwein“ aus der Traube Zenit von der Lage Áldozó im Eichenfass ausgebaut, mit viel Körper, hohem Alkoholgehalt, in guten Jahren auch Botritisaroma)

Angebote & Leistungen



Anreiseinformationen (Anfahrt)

Von Budapest: M7 Richtung Balaton (Plattensee), nach Polgárdi rechts auf die Schnellstraße 71 Richtung Balatonfüzfő, von dort weiter geradeaus auf der Schnellstraße 72 bis zur Hauptstraße 8, dort nach links Richtung Veszprém, die Straße führt um die Stadt herum; an der Kreuzung mit dem Hinweisschild Nagyvázsony, links Richtung Tapolca, Monostorapáti, wo sich die Kellerei befindet. In Monostorapáti, Richtung Tapolca durch den Ort die letzte Straße, die Arany János utca links, etwa 800 Meter fährt man durch einen Wald, dahinter kommen die Weingärten; bei der nächsten Abzweigung rechts (weg von der Asphaltstraße) auf den Steinweg; wieder nach etwa 800 Meter sieht man hinter einem Kruzifix das gelbe Haus der Kellerei.

Hinterlassen Sie eine Bewertung

Price
Location
Staff
Services
Food
Publishing ...
Your rating has been successfully sent
Please fill out all fields