Es hat zweifellos viel Arbeit und viel Geld gekostet, bis die Kellerei Jásdi so dekorativ geworden ist, wie sie heute dasteht. Das weißgetünchte Gebäude im Landhausstil mit den Säulen vor der Hauptfassade und der breiten Terrasse im ersten Stock war 1989, als es die Familie Jásdi gekauft hatte eine Ruine. Die Reben rundherum wucherten ungepflegt. Die Lage allerdings war damals schon malerisch. Haus und Reben stehen in einem flachen Tal, das sich nach Süden zum Balaton (Plattensee) neigt. Der Blick über den sonnendurchleuchteten Traubenblättern zum blaugrünen See ist überwältigend. Und so wie die Trauben hier gedeihen, scheinen sie Boden und Lage – vielleicht sogar den Ausblick – zu schätzen.

Zudem ist Csopak, nah der Nordwestlichen Spitze des Balatons, altes Weinanbaugebiet, wenn die Produktion auch immer wieder unterbrochen wurde. Zwischen dem 1. und 4. Jh. n. Chr. bauten hier römische Soldaten Wein an. So schmückt denn auch den Boden einer in der Nähe ausgegrabenen Römervilla ein Mosaik mit dem nackten und zweifellos weinseligen Bacchus und einer übergroßen hellen Traube. Im 11. Jh. schenkte der erste König des Landes, Stephan I., Csopak und das Anbaugebiet dem Nonnenkloster in Veszprém – eine noble Tat, die den Leibeigenen der Bräute Jesu viel Arbeit und immerhin auch etwas Geld beschert hatte. Der wohl wichtigste Besitzer von Csopak und seiner Weingärten im 19. Jh. war der Bischof  von Veszprém, János Ranolder. Er ließ das heutige Jásdi-Landhaus mit dem langen Keller bauen, und als erster in der Region ließ er die verschiedenen Traubensorten gesondert keltern. Tatsächlich wurde er berühmt für seine Weine, die nach Budapest, Wien, Pozsony (heute Bratislava) und Warschau geliefert wurden. Schließlich wohnte und arbeitete hier zu Beginn des 20 Jh. der Winzer Károly VII. der die alten Reben veredelte und die heute in Ungarn erfolgreiche Traubensorte Cserszegi főszeres kreuzte. Ähnlich lückenhaft ist die Weinbauer-Geschichte der Familie Jásdi und die seiner Frau. Immer wieder gab es Winzer – und dann wieder nicht. So ist auch István Jásdi studierter Betriebswirt und leidenschaftlicher Weinmacher. Zu seinem Team gehören seine Frau, ihr Neffe – und der jüngste Sohn, der Weinbau studiert. Bei der Teamarbeit kümmert sich István Jásdi einerseits mit dem Neffen um Weinberg und Keller, andererseits mit seiner Frau um den Verkauf. Die Anbaufläche beträgt 20 Hektar. Auf der Kishegy-Lage bauen sie Welschriesling an, in Felsőörs Szürkebarát (Grauer Mönch), in Csopak-Napkút Csardonnay. Auf der Lage Berekhát gedeihen 40 Jahre alte Reben einer ungarischen Art von Olaszrízling (Welschriesling) mit kleinen Trauben. Die alten Pflanzen stehen weit auseinander: die Reihen drei Meter, die Rebstöcke einen Meter. Bei den Neupflanzungen – etwa die Hälfte des Anbaugebietes – betragen die Entfernungen 2, 80 m. Die einfachen, nicht lageselektierten Reben, die etwa jeweils 2 kg. Trauben liefern, werden mit Zuchthefe 6 – 10 Monate im Stahltank ausgebaut. Das Ergebnis sind frische, duftende Weine mit feiner Säure.

Die ertragsreduzierten, lageselektierten Sorten – Welschriesling, Grauer Mönch, Chardonnay – werden auf wilder Hefe vergoren und zwischen zehn und zwölf Monaten auf der Maische in Eichenfässern ausgebaut. Diese Weine schmecken und duften mehr nach dem Terroir von Csopak – und weniger nach der Rebsorte. Ähnlich werden die Rotweine – Merlot, Cabernet Sauvignon und franc – ausgebaut, die das Jásdi-Team seit 2000 produziert. Insgesamt sind es jährlich etwa 60.000 Flaschen.

Der gut 200 Jahre alte Keller mit eleganten Bögen aus Naturstein beherbergt die Stahltanks und die vielen großen und kleinen Eichenfässer. Der 43 Meter lange unterirdische bau wurde im Jahr 2000 als der schönste Weinkeller im Nationalpark Balaton ausgezeichnet. Doch nicht nur der Keller, auch die Jásdi-Weine sind erfolgreich. Bei 21 Regionalwettbewerben gewannen sie 16 Goldmedaillen. Bei der Vinagora, einer der acht größten Weinkonkurrenzen der Welt, war Jásdi mit einer Gold- und einer Silbermedaille der erfolgreichste unter den ungarischen Kellereien. Ihr Chardonnay-Barrique bekam die höchste Punktzahl überhaupt.

„Wir experimentieren gern“, sagt István Jásdi: „mit alten Reben, neuen Reben, bekannten Lagen, unbekannten Lagen, Anbaumethoden. Wir pressen entrappt oder mit Stil, unter Kohlendioxyd und gekühlt. Die erste Gärung findet einmal mit Zuchthefe, einmal mit wilder Hefe statt, einmal im Stahltank, einmal in kleinen Fässern. Wir bauen auf feiner Maische aus oder im Barrique.“ Doch all dies geschieht durchaus nicht unkontrolliert oder gar chaotisch. Schließlich hatten die Jásdis einen hervorragenden französischen Önologen, der sie beriet. Wie erfolgreich, zeigt die Tatsache, dass man die Weine sowohl im einfachen aber guten Gasthaus Dobó nebenan bekommen kann als auch im eleganten und teuren Restaurant Páva des Hotels Grasham Palais in Budapest.

Adresse

Unsere Adresse:

Arany János utca 2 H-8229 Csopak

GPS:

46.9823566, 17.9299557


Unsere Weine & Erzeugnisse


Rotwein:
Cabernet franc
Ranolder Cuvée vörös (in jedem mehrheitlich aus Cabernet franc, dazu je nach Jahrgang Cabernet Sauvignon oder Merlot oder alle drei)
Weißwein:
Cserszegi Főszeres Csopakrol
Pinot blanc
Chardonnay sur lie
Chardonnay Nagykút dőlő (Lage)
Csopaki Rizling
Olaszrizling (Welschriesling) Siralomvágó
(Lage)
Olaszrizling Lőczedombi (Lage)
Olaszrizling Berekháti (Lage)
Furmint
Ranolder Cuvée fehér (aus 60 % Riesling und 40 % Furmint)

Angebote & Leistungen



Anreiseinformationen (Anfahrt)

Aus Budapest: M7 Richtung Balaton, dann auf die Schnellstraße 71, die an der Nordseite des Sees entlang führt, Richtung Balatonfüred; noch vor Balatonfüred Ausfahrt nach Csopak. Dort bis zum Bahnhof, dann rechts in die Kossuth Lajos utca, von dort die fünfte Straße wieder nach rechts in die Petőfi utca, ab da ist die Kellerei ausgeschildert.
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