Die ganze Winzerfamilie Dula glaubt sowohl in ihren eigenen Geschmack, als auch an die Qualität der eigenen Weine. Als aber Frau Dula 2004 zwei Flaschen Egerer Stierblut zum Challenge du Vin nach Bordeaux schicken wollte, meinte die Familienmehrheit: „Na ja, versuchen können wir’s ja.“ Und als die gute Nachricht mit der Goldmedaille ankam, sagten alle: „Natürlich wussten wir, dass wir gut sind – aber so gut?!“

Der Weinbauingenieur Dr. Bence Dula kommt aus einer alten Winzerfamilie. Seine Frau Terezia, die studierte Pflanzenschützerin und ihr Sohn, der Önologe Áron arbeiten im Weinberg und Keller zusammen. Tochter Borbála, die Geschichte studiert und ihre Diplomarbeit über die alten Ausdrücke im und um den Weinbau geschrieben hat, organisiert den Verkauf.

Dr. Dula verbrachte sein ganzes bisheriges Leben zwischen Reben und Fässern. Sein Großvater nahm ihn schon als Kind in die Weinberge mit. Er zeigte ihm die Traubensorten, die hervorragenden, die guten und die weniger guten Lagen. Er sagte ihm auch wem die Weingärten früher gehörten – denn die Spaziergänge fanden während des Kommunismus statt, als die konfiszierten Anbauflächen von staatlichen Kellereien bewirtschaftet wurden. Dem hellen Knaben Bence fiel bald auf, dass Großvater eine besonders schöne Lage mit einer herrlichen Aussicht regelmäßig ausließ. So erkundigte er sich bei seiner Großmutter, die ihm schlicht mitteilte: „Das war unser Weinberg – seit vielen Generationen.“

Bence studierte Gartenbau und Weinbau, schrieb seine Dissertation über die Physiologie der Reben, arbeitete bei einer staatlichen Kellerei in Eger und kaufte von seinem Gehalt so viel Parzellen, wie er nur durfte. Das waren pro Person gerade mal 1/3 Hektar. Also kaufte er für jedes Familienmitglied die erlaubte Fläche, was zusammen beinahe einen Hektar ergab. Die meisten Trauben lieferte er in der staatlichen Genossenschaft ab – und machte für die Familie und Freunde einige Flaschen Rotwein. Nach Ende der sozialistischen Planwirtschaft 1989 bekam er so viel Wiedergutmachung, (in Form von Gutscheinen) dass er damit 35 Hektar an den besten Hanglagen in Eger kaufen konnte (später kamen 20 Hektar in Tokaj dazu, wo die Familie früher auch Wein besaß). Dabei zahlten sich die vielen Spaziergänge mit seinem Großvater aus. Dr. Dula kannte alle Weinberge in Eger und Umgebung. Die Lage Bajusz (Schnurrbart, wegen ihrer Form) hat ein Gefälle zwischen 7 und 12 Prozent, neigt sich nach Süd-Südwest und hat vom Katasteramt eine Bewertung von 300 von 360 möglichen Qualitäts-Punkten bekommen. Die Reben sind auf allen seiner Lagen luftig gepflanzt, die Reihen stehen 240 cm voneinander entfernt, die Rebstöcke in einem Meter Abstand. Pro Hektar sind es 4.360 Weinstöcke, die ertragsreduziert, pro Weinstock 1 bis 1,5 Kilo Trauben ergeben, pro Hektar etwa 80 Doppelzentner. Da die Reben der Sorten Leányka (Mädchentraube) und Blaufränkisch bereits 30 Jahre alt sind, und sie im Alter ihre Früchte aufs Wesentliche reduzieren, ist das umso leichter.

Andererseits baut Dr. Dula und Team viele verschiedene Trauben an: die Weißen Traminer, Sauvignon Blanc und die ungarischen Sorten Leányka (Mädchentraube), Szürkebarát (Grauer Mönch), Ottonel muskotály (Muskat-Ottonel); und die roten Kékfrankos (Blaufränkischer), Cabernet Sauvignon, Cabernet franc, Merlot, Blauburger (eine Kreuzung von Blaufränkischer und Blauer Portugieser aus den 1930-er Jahren; eine Rebe, die sich in der Kalkerde von Eger besonders wohl fühlt), Pinot noir (den er zu Weißwein keltert), Kadarka, Kékmedok (Medoc noir), Shiraz (Syrah) und Olaszrizling (Welschriesling).

In Tolcsva, in der Weinregion Tokaj baut Dr. Dula die klassischen Tokajer Sorten an: Furmint, Hárslevelő (Lindenblättriger) und Sárgamuskotály (Gelber Muskateller) – aus denen in guten Botritisjahren der klassische Tokajer Cuvée, der Aszú entsteht, den er nach der traditionellen Methode zwei Jahre im alten Eichenfass und so viele Jahre wie „buttig“ – das heißt wie viel mal 60 Kilo/100 Liter Botritistrauben der Wein enthält – auf der Flasche reifen lässt. In beiden Anbaugebieten liest er mit der Hand, behandelt die Trauben wie rohe Eier. Besonders die weißen werden sorgfältig in Holzbutten gesammelt und in kleinen Containern in den Keller transportiert und mit den Stielen unter sanftem Druck sofort gepresst, anschließend im temperaturregulierten Stahltank vergoren. Die roten Trauben, nur von den Stielen befreit (entrappt), liegen zwischen 14 bis 22 Tage auf der Maische, anschließend wird der Most in die Fässer gefüllt. Der Weindoktor besitzt im Zempléner Gebirge sogar einen eigenen Eichenforst. Seine Fässer werden in Erdőberény, einem Küfer-Dorf hergestellt.

Der traditionelle Rotwein der Region, der Egri bikavér (Egerer Stierblut), ein Cuvée, den jeder Winzer ein wenig anders komponiert, besteht bei Dr. Dula aus 35 Prozent Blaufränkisch, 35 Prozent Cabernet Sauvignon, Cabernet franc und Merlot, 20 Prozent Blauburger und zu etwa 10 Prozent aus einer Mischung Pinot noir, Kadarka und Medoc noir. „Die letzten zehn Prozent sind das Entscheidende“, sagt der Weindoktor – doch vermutlich ist die ganze Vermählung der verschiedenen Sorten ein Geheimnis.

Den gesamten Ausbau der Weine macht Dr. Dula in vier verschiedenen Kellern, die vier seiner Freunde gehören – denn sein eigner Keller ist noch im Bau. Dafür gehören die Freunde zu den besten Winzern des Landes. Einer von ihnen, Béla Vincze, wurde zum Weinmacher des Jahres 2006 gewählt.

Die Rotweine werden nicht geschönt, nicht gefiltert, nicht mit chemischen Mitteln behandelt. Sie reifen in großen Fässern 18 bis 24 Monate lang. Dann kommen die besonders körper- und extraktreichen für acht Monate in Barriquefässer. Der Aufenthalt bereichert sie mit feinen Vanille- und Kaffee-Aromen. Anschließend ruhen sie sich, schon in Flaschen gefüllt aus, bevor sie zu den Verbrauchern kommen. Teils in die Läden der ungarischen Fachhandlung CorVinum, teils in die gehobene Gastronomie. Die preiswerten Sorten werden in den ungarischen Filialen der Supermarktketten Cora und Spar, die für die Dula-Weine eigene Regale eingerichtet haben, verkauft. Einige der 40.000 Flaschen der jährlichen Produktion wird in den USA, in Belgien und von Privatkunden in Deutschland getrunken.

Neben dem Weinmachen beschäftigt sich Dr. Dula mit dem Bau des Kellers und des dazugehörigen Press- und Repräsentationshauses. Der Keller entsteht in einem kleinen Park mitten im eigenen Weinberg. Er wird in Tuffstein gehauen und ein Fassungsvermögen von gut 6.000 Hektoliter Wein in Fässern und Flaschen haben. Das dazugehörige alte Barockhaus wird zur Zeit restauriert. Ab 2008 werden auch die Verkostungen dort veranstaltet.

Bis dahin wohnt die Familie im ererbten Wohnhaus in der Stadtmitte. Die Verkostungen finden im Restaurant Tulipánkert („Tulpengarten“) im malerischen Szépasszony völgye („Tal der schönen Frau“) statt. Das ist ein weiter ovaler Park mit alten Eichen und Platanen, zehn Autominuten vom Zentrum und ein beliebter Ausflugsort in der warmen Jahreszeit. Denn um den Park herum steht eine Weinschenke neben der anderen, dazwischen Restaurants. Alle haben Tische, Stühle und Bänke auf den Gehweg gestellt, es wird gegessen, getrunken, musiziert, gesungen. Zur Not kommt man auch zu Fuß (oder im Taxi) zurück in die Stadt.

Die Weinphilosophie der Familie Dula ist verhältnismäßig einfach: Sie fühlt sich der Tradition der Eltern und Großeltern verpflichtet. Sie möchte durch eine natürliche und sanfte Technologie die Aromen und Düfte der Trauben in die Weine hinüberretten, so, dass man auch das ostungarische Klima, Boden und Landschaft – das Terroir – schmecken möge. Schließlich wünscht sich das Team Dula, dass beim Trinken ihrer Weine die Menschen von einem – wenigstens kleinen – Glücksgefühl erfasst und vielleicht sogar ein wenig verzaubert werden.


Unsere Weine & Erzeugnisse


Rotwein:
Egri kékfrankos (Blaufränkischer vom Gőzmalom dőlő – Lage)
Egri Cabernet Sauvignon 2000 (Czigléd dőlő – Lage) Prestige-Auszeichnung bei Citadelles du Vin, Bordeaux, 2005
Egri Bikavér (Egerer Stierblut) – Egri Hegybíró Bora (Wein des Bergrichters;
Egerer Stierblut, Cuvée)
Terezia Cabernet EXELLENCE; der erste in Barrique ausgebaute Cabernet Sauvignon, trägt den Namen der Frau Dula
Egri Kékfrankos 2000 (Gőzmalom dőlő einer der besten Lagen) ausgezeichnet mit der Goldmedaille des VinAgora, Budapest
Egri Hegybíró Bora – Egri Bikavér 1999, Wein des Bergrichters 1995 – 2005 Dr. Bence Dula, Goldmedaille beim Challenge du Vin, Bordeaux, 2004
Egri Triász Cuvee (aus Pinot noir, Blauburger und Cabernet franc – Zusammenarbeit der drei Winzer Vilmos Thummerer, Béla Vince und Dr. Bence Dula
Tokaji Aszú 5 puttonyos, edelsüß, klassisch zwei + fünf Jahre gereift
Weißwein:
Blanc de noir Eger (aus den dunklen Trauben des Pinot noir gekeltert)

Rosé:
Egri Nyáridő („Sommerzeit“)

Angebote & Leistungen



Anreiseinformationen (Anfahrt)

Von Budapest: M3 Richtung (Osten) Miskolc, Ausfahrt Eger und weiter auf der Landstraße 25; insgesamt etwa 120 km. Die Kellerei, nicht beschildert, befindet sich im Zentrum; Dr. Dula holt Besucher auch in der Stadt ab.
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