Der jugendlich aussehende Béla Vincze mit einem Drei-Tage-Bart und blonden Strähnchen im Haar keltert große, extrakt- und körperreiche Weine mit animalischen Aromen. Er ist zweifellos einer der besten Winzer des Landes. Das bestätigen mehrere ungarische Händler ungewollt mit der Behauptung, sie seien stolz darauf, den Großteil seiner Weine verkaufen zu dürfen – und das aus so vielen Mündern, dass es nur übertrieben sein kann.

Der 1961 geborene Vincze ist nicht zwischen Reben und Fässern aufgewachsen, und so weit er in der Familie zurückblicken kann, gab es keine Weinbauern unter seiner Verwandtschaft. Dafür hat er von seinen Eltern einen hervorragenden Geschmack geerbt. Die Liebe zu Trauben und Wein kam freilich von ihm selbst. So hat er nach dem Abitur  an der Budapester Gartenbau-Universität das Fach Weinbau studiert, und nach mehreren Jahren Gastspiel bei Großkellereien, gründete er 1994 seine eigene Kellerei. Seine Mitarbeiter sind denn auch seine Angestellten, der wichtigste unter ihnen: Kellermeister Péter Nagy, ebenfalls ehemaliger Student der Gartenbau-Uni in Budapest.

Der Firmensitz ist ein geräumiger Hallenbau: vorne weiße Holzverkleidung, zum Garten an der Seite eine Backsteinmauer. Drinnen wiederum voll moderner Technik. Nicht nur die Stahltanks für die erste Fermentation sind temperaturregulierbar, selbst die Räume, in denen sie stehen, lassen sich heizen und kühlen. Im 1000 Quadratmeter großen Keller, der mit seinen künstlerisch gemauerten Backsteinkuppeln, -bögen und Säulen an eine Kathedrale erinnert, reihen sich 500 volle Barriquefässer und zwischen 60.000 und 90.000 Flaschen aneinander.

Béla Vincze bewirtschaftet ein Weinanbaugebiet von 50 Hektar, von denen vorläufig nur 38 Früchte tragen.  Der Rest ist frische Neupflanzung. Der Boden besteht weitgehend aus Andesit-Tuffstein in der Tiefe, darauf braune Walderde mit Lehm gemischt. Die Lagen Mészhegy und Egedhegy neigen sich in süd-südöstlicher Richtung und liegen entweder beinahe an der Spitze des jeweiligen Berges (hegy = Berg) oder an einer leicht abfallenden Hochebene. Etwa 80.000 Blaufränkisch-Reben sind zwischen 1966 und 2005 gepflanzt worden, ihre Dichte variiert. Von den alten Pflanzen stehen 3.000 – 4.000 auf einem Hektar, von den neuen 7.360. In der Mehrzahl ist es Blaufränkisch, dem folgen Merlot, Cabernet Sauvignon, Cabernet franc und Pinot Noir – alles rote Trauben.

Die Ertragsreduzierung zeigt sich bei Vincze noch radikaler als anderswo. Neben Rebschnitt im Herbst und zusätzlichem Sommerschnitt, werden noch drei Wochen vor der Lese die Augen (Knospen) entfernt, die sich seit dem Sommer gebildet haben. „So hat die Pflanze keine Zeit mehr, neue Triebe zu bilden“, sagt Kellermeister Nagy, „und die ganze Kraft geht in die Beeren.“ So werden nur ein halbes bis ein Kilo Trauben pro Rebstock gelesen, was am Ende 25 – 30 Hektoliter Most pro Hektar ausmacht.

Die erste Fermentierung erfolgt im Stahltank. Dort bleiben die Weine (mit Ausnahme des Rosé) etwa zwei – drei Wochen auf der Maische. Anschließend werden sie in 300 Liter kleine neue Eichenfässer aus ungarischer Eiche gepumpt, in denen sie anderthalb bis zwei Jahre reifen. Und nachdem sie auf Flaschen gefüllt wurden, ruhen sie noch einmal zwischen drei Monaten und einem halben Jahr. Erst dann kommen die Weine in den Handel.

Die Mühe wurde dem Winzer bislang bei ungarischen und internationalen Blindverkostungen mit 23 Gold-, Silber und Bronzemedaillen belohnt. Schon 1997 bekam er beim Challenge International du Vin in Bordeaux für seine Cabernet Sauvignon und Cabernet franc Gold und Bronze. Als Krönung wurde er 2005 zum Weinbauern des Jahres gewählt.

Jährlich sind es etwa 120.000 Flaschen, mit denen mehrere ungarische Großhändler die Gastronomie beliefern. Hotels und Fachgeschäfte beliefert Béla Vincze direkt, und im Laden in der Királyi Pál utca 9 in Budapest verkauft er natürlich nur die eigenen Weine. Das Geschäft trägt den Namen „Borszertár“ – („Weinapotheke“). Schließlich als Zeichen der modernen Zeit kann man die Vincze-Weine weltweit im Internet kaufen: www.ungarisches-weinfenster.de

Adresse

Unsere Adresse:

H-3300 Eger Mester utca 2

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47.91121553234428, 20.35529023586446


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Rotwein:
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Egri Bikavér Reserve
Egri Bikavér Arcanum
Vincze Cuvée
Merlot Selection
Merlot Arcanum
Duble Selection
Rosé:
Egri Rozé

Angebote & Leistungen



Anreiseinformationen (Anfahrt)

Von Budapest: Autobahn M3 nach Osten, nimmt die Ausfahrt Füzesabony-Eger, kommt erst auf die Schnellstraße Nr. 33, dann auf der Schnellstraße Nr. 25 in die malerische Barockstadt Eger. Von dort Richtung Parád fürdő (Parád-Bad) Richtung Schnellstraße Nr. 24. Doch noch bevor man die Stadt verlässt, direkt am Grenzschild Eger sieht man links am Ende einer Kastanienallee das weiße Gebäude der Kellerei mit der Aufschrift Vincze Béla Pincészete.

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