László Hernyák ist als Winzer Autodidakt, wie seine ebenfalls erfolgreiche Nachbarin von der Kurie auch und nicht nur sie. Der studierte Betriebswirt kam 1991 aus Jugoslawien, doch bekam er in Ungarn keine seiner Qualifikation entsprechende Arbeit. „Ich dachte“, sagt er, „es sei ein Wink des Schicksals, vielleicht sollte ich das tun, was ich am liebsten tue, nämlich Schnaps brennen.“ Er fing bescheiden an mit gekauften Trauben und kleinem Gerät, stellte guten Weinbrand und Tresterschnaps her. Doch weil die Vorschriften zu erdrückend sind und weil er entdeckte, dass er noch lieber Wein keltert, kaufte er noch sehr preiswert zwei Hektar mit älteren Reben und begann das Weinmachen zu lernen.

Heute bewirtschaftet László Hernyák fünf Hektar Parzellen in Etyek. Sein Sohn Tamás beendete im Frühjahr 2007 sein Studium an der Weinakademie in Budapest. Seine Frau Valeria bäckt, kocht, betreut die Gäste bei den Verkostungen. Alle drei arbeiten zusammen im Weinberg, im Keller, beim Abfüllen, beim Trinken. Sie lieben ihre Arbeit und haben meist eine ansteckend gute Laune.

Den Keller haben sie 1997 gleich mit zwei Etagen gebaut: Oben stehen elf Edelstahlbehälter, unten fünf große und 30 kleine, 225 Liter Fässer aus slowenischer Eiche. „Die Fässer kaufen wir neu und verkaufen sie nach drei Jahren an Schnapsbrenner“, sagt Hernyák, „die geben dem Schnaps ein besonderes Aroma.“ Tatsächlich duften die leeren Fässer fruchtig, die auf dem Kiesboden des Kellers auf ihren Abtransport warten.

Die meisten ihrer Reben, etwa 80 Prozent, stehen auf der Lage Öreghegy (Alterberg), einem Hochplateau, wo sie den ganzen Tag Sonne haben. Der Boden ist verwitterter Kalk. Im Osten haben sie mehr Laub und mehr Säure, im Süden mehr Zucker, „das gleicht sich gut aus, man kann sie gleichzeitig lesen“, sagt der Winzer. Hier gedeihen Pino gris, Grüner Veltliner, Chardonnay und Pinot noir. Etwa 20 Prozent wächst auf einer leichten Südlage gleich neben dem Haus, auch der Chardonnay. Die ältesten Reben wurden schon 1986 gepflanzt, von ihnen stehen 5.000 auf einem Hektar; die jüngeren stehen mit 7.000 pro Hektar dichter. Gedüngt wird kaum – nur das Unkraut wird untergehackt. Die Reben sind nur 60 cm hoch und werden regelmäßig bis auf einen Trieb zurückgeschnitten.  „In einem Jahr wird er zur rechten und im nächsten zur linken Seite an den Draht gebunden“, sagt Hernyák. Pro Rebstock und Jahr geben sie etwa ein Kilo Trauben, das ergibt durchschnittlich 35 Hektoliter pro Hektar. Der Most vergärt meist im Edelstahltank mit einer Zuchthefe aus dem Ort, nur die Spätlese macht die Sturmgärung im Eichenfass durch. Die körper- und alkoholreichen Weine werden im Barrique ausgebaut – nur sie vertragen das frische Holz wirklich gut. „Wir verwenden mittelstark getoastete Barriquefässer für die schwereren Weine“, sagt Sohn Tamás. Der besonders körperreiche ist auch ihr einziger Roter, ein Pinot noir, den es sogar in drei Variationen gibt: in Weiß, in Rosé und – natürlich – in Rot. Durch die fehlende Flüssigkeit wird der Rotwein noch dunkler, noch dichter und kräftiger. Dazu kommt das Holzaroma. Ein großartiger Wein.

Seit der Gründung der Kellerei 1997 hat die Familie Hernyák alles was sie verdient hat auch reinvestiert. Sie haben heute keine Schulden – dafür ein gutes Gefühl. Sie hatten allerdings auch Glück mit der Lage so nahe an der Hauptstadt. Die Kundschaft kommt nach Etyek und kauft die Weine. Beinahe jeden Wein. Aber es gibt auch Kenner, die bereit sind etwas mehr für ein Glas oder eine Flasche zu zahlen. Besonders viele Menschen kommen natürlich zu den Weinfesten. Sie kommen mit Autos, Sammeltaxis oder mit dem Bus. Das größte Weinfest heißt Kezeslábas (etwa „Handfüßler) und findet im Herbst statt. Die Menschen essen, trinken, singen und fühlen sich wohl. „Das ist ein gutes Geschäft“, meint László (genannt Laci) Hernyák, „es bringt viel Arbeit und sogar Spaß.“

Adresse & Kontakt

Unsere Adresse

H-2091 Etyek Öreghegy (Alterberg) Hrsz. 2684

GPS

47.4467098, 18.751179


Unsere Weine & Erzeugnisse


Rotwein:
Etyeki Pinot noir
Weißwein:
Etyeki Zöld Veltelini (Grüner Veltliner)
Etyeki Szürkebarát (Grauer Mönch – Pinot gris)
Etyeki Sauvignon blanc
Etyeki Pinot noir (als Weißwein gekeltert)
Birtokbor (Cuvée aus Chardonnay und Sauvignon blanc)
Rosé:
Etyeki Pinot noir, rosé

Angebote & Leistungen



Anreiseinformationen (Anfahrt)

Von Budapest: M1, Richtung Győr-Wien nach 15 km. bei Biatorbágy/Budapark die Ausfahrt nehmen. Beim Stop-Schild links, beim Kreisverkehr wieder links Richtung Biatorbágy. Am Ende der Straße wieder links und am Ende des Dorfes nach rechts Richtung Etyek. Durch Etyek hindurch, nach dem Schild Ortsende die erste Straße nach links. Die Kellerei befindet sich auf der linken Seite, etwa 50 m vor der Etyek Kúria. Sie hat eine Terrasse und trägt ein Schild: Hernyák László.Vom Kosztolányi Dezső tér (Platz) in Budapest fährt ein Autobus nach Etyek. Übernachtung: Etyek vendégfogadó, Wirt: Pál Rókusfalvy (sprich Rokuschfalwi), Straße: Alcsúti út 4, Tel. 0036-20-558 4238.
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