Es ist eine seltsame Landschaft. Wenn man auf der Hinfahrt das Bakonygebirge hinter sich gelassen hat, wird es wieder flach, so überrascht einen der 423 Meter hohe rundliche Hügel Somló (sprich Schomloh). Auf ungarisch heißt er Somló-Berg.

Béla Fekete ist mit 80 Jahren der älteste Winzer des Landes und der Doyen der ungarischen Weinerzeugung. Geboren wurde er in einem kleinen Dorf nahe Somló, machte mit den Eltern häufig Tagesausflüge in die Umgebung. So lernte das Kind die Natur, den Berg, die Weingärten und die Winzer kennen und lieben. „Doch da weder Vater noch Mutter Weinmacher waren, schaltete ich nicht schnell genug“, sagt er rückblickend. „Ich studierte Forstingenieur.“ Obendrein war das Planungsbüro in dem er arbeiten musste ein mehrstöckiger Plattenbau und seine Sehnsucht nach der Natur wuchs ins Unerträgliche. „Also“, sagt er, „pachteten wir – Vater, Mutter und ich – einen 1,5 Hektar großen Weingarten mit einem winzigen Keller, für einen forint im Jahr (etwa 0,001 c) für 50 Jahre.“ Die Genossenschaft verpachtete es gern, denn die Lage ist steil, und die Arbeiter waren faul. Sein Vater sagte allerdings: „Kümmern musst du dich darum, denn wir verstehen nichts davon.“ Béla Fekete verstand zwar auch nichts davon, aber da liebte er schon die Reben. Er fragte die Nachbarn aus, las Fachliteratur, neue Veröffentlichungen. Und machte Weine. Die wurden mit der Zeit so gut, dass sie auch von den Nachbarn gelobt wurden – und das will schon was heißen. Irgendwann entdeckte er, dass man auch über die Reben und den Wein niemals alles wissen kann. „Boden und Lage sind ja gegeben“, sagt er, „wichtig sind die passenden Reben, wichtig der Pflanzenschutz, man muss sehr aufs Wetter achten – und man muss Glück haben.“ Das große Glück kam 1989 mit der politischen Wende. Da konnte er den Weingarten kaufen. 1994 erst kam das Kelterhaus hinzu.

Heute bewirtschaftet Béla Fekete mit seiner Frau Borbála und seinem Sohn Zsolt 3,5 Hektar Parzellen. Sie bauen Lindenblättriger, Furmint, Lämmerschwanz, Chardonnay und Riesling an. Der Boden ist, wie in ganz Somló, steinig, steil und besteht aus verwittertem Basalt. „Diese Verwitterung“, sagt er, „nährt die Reben mit Mineralien. Doch leider ist der Wasserhaushalt schlecht“, fügt er hinzu. So besteht der beste Boden aus einer Mischung von Basalt und Lehm, der das Wasser bindet. Auch die Lage am Berg ist wichtig. Ganz oben ist es zu windig, ganz unten zu nass, etwa in der Mitte am Hang ist es am besten. Seine Lage Aranykehelydőlő (Goldkelch) ist in der Mitte, sie schaut nach Südosten zum Plattensee und der Boden ist verwitterter Basalt mit Lehm vermischt. Dort macht Sohn Zsolt die Bodenarbeiten, die Laubarbeit macht Vater Béla mit einigen wenigen Helfern. Er kennt jede einzelne Rebe, weiß, in welcher Verfassung sie gerade ist, wie man sie schonen kann, wie man sie zurückschneiden muss. Die ältesten, die Lindenblättrigen sind 30 Jahre alt, die Riesling 18, die Furmint zwölf, die Chardonnay zehn und die neu gepflanzte Lindenblättrigen fünf Jahre jung. „Die beste Qualität bringen die alten“, sagt der Winzer. Und: „Die Jungen darf man nicht überlasten.“ Nur die düngt er mit Pferdemist, sonst verwendet er keinen Dünger.

Durchschnittlich stehen auf einem Hektar 4.500 Reben, von denen sie maximal ein Kilo pro Pflanze lesen – mit der Hand, versteht sich. Der Zuckergehalt ist mit 100 – 135 Öchsle bemerkenswert hoch. Alle Weine gären im Holzfass und zwar mit der eigenen Naturhefe der Kellerei. „Ich nehme zuerst nur einige Liter Most, versetze ihn mit Hefe, erwärme ihn bis er gärt und impfe damit die anderen Fässer. Die erste Gärung dauert etwa zehn Tage. Dann umgepumpt, reifen sie bis Januar auf der Maische, die sich inzwischen absetzt.  Schließlich werden sie bis zum folgenden Herbst in den Edelstahlbehältern aufbewahrt – ohne Sauerstoff behalten sie ihre Frische, den Duft und die Fruchtaromen.

Im 20 Meter kurzen piksauberen Keller stehen 15 Eichenfässer von je zehn Hektoliter und Stahlbehälter mit insgesamt 140 Hektoliter Fassungsvermögen. „Wir haben alte Fässer, junge Fässer“, sagt der Winzer, „wichtig ist die Sauberkeit, wie bei Töpfen und Pfannen in der Küche.“

Im Winzerhaus ist eine breite Wand voller Urkunden und Auszeichnungen. Besonders häufig wurde der Lindenblättrigen geehrt, so auch der 2002-er beim Weinfest Borfalu („Weindorf“) 2004 im romantischen Stadtwäldchen von Budapest – mit Gold.

Auch die meisten Käufer der Fekete-Weine sind Budapester, so die renommierte Großhandlung Bortársaság (Weingesellschaft), die die Spitzengastronomie beliefert.

Adresse

Unsere Adresse:

H-8200 Veszprém, Látóhegy utca 3

GPS:

47.09056281010592, 17.9209422240275

E-Mail:

-

Web:

-


Unsere Weine & Erzeugnisse


Weißwein:
Somlói Juhfark
(Somloer Lämmerschwanz)
Somlói Furmint
Somlói Hárslevelő (Lindenblättriger)
Somlói Chardonnay
Somlói Rizling

Angebote & Leistungen



Anreiseinformationen (Anfahrt)

Von Budapest: M7 Richtung Balaton (Plattensee), bei der Ausfahrt Richtung Balatonfőzfő auf die Schnellstraße 71, hinter Balatonfőzfő auf die 72, bis zur Einmündung in die Schnellstraße 8, dort links Richtung Veszprém (in dem malerischen Barockstädtchen eventuell Kaffee trinken), weiter auf der Schnellstraße 8 bleiben über Herend (mit der größten Porzellanmanufaktur Europas) nach Somló; am Kilometerstein 97 dem Schild Somlóhegy folgend, beim Gasthaus Hegykapu (Bergtor), nach rechts, von dort 1.200 m entgernt findet man das Schild Fekete Pince (Kellerei Fekete).
Click on button to show the map.

Hinterlassen Sie eine Bewertung

Wein
Weingut
Region
Angebot
Gastfreundschaft
Veröffentlicht...
Ihre Bewertung wurde erfolgreich abgeschickt
Bitte füllen Sie alle Felder aus
Captcha check failed