Imre Györgykovács, Jahrgang 1950, empfängt die Gäste mit einem warmen Lächeln. Keine Spur von Stolz oder gar Einbildung, dabei ist er zumindest einer der 15 besten Winzer des Landes. Seine Freunde behaupten gar, er spricht mit den Trauben, er nennt sie beim Namen. Zusammen mit seiner Frau Gyöngyi und seinen beiden Töchtern Adrienn (30) und Edina (28) bewirtschaftet er die „Kleine Kellerei“ (ungarisch: kispincészet) vom einem knappen Hektar.

„Die Leidenschaft für den Wein“, sagt er, „habe ich zweifellos von meinen Vorfahren geerbt – und meine Töchter von mir.“ Tatsächlich leiteten sein Urgroßvater und Großvater die Kellerei der Zirzer Äbte in Westungarn. Sein Vater war studierter Garten- und Weinbauingenieur, Kellermeister und Wochenendwinzer mit 4,2 Hektar Weingarten. Er selbst machte nach dem Abitur 1968 eine Lehre in einer Genossenschaft. „Aber“, sagt er, „den traditionellen Weinbau habe ich von meinem Vater gelernt“. Geübt hat er im eigenen kleinen Weingarten, den er in den 70-er Jahren kaufen durfte.

So betreibt die Familie Györgykovács bis heute Weinmanufaktur im besten Sinn. Das beginnt schon mit der Lage der Reben: Der Traminer fühlt sich im Basalt-Löss-Boden am Fuß des Somlóer Berges wohl, wo es etwas kühler ist, sonst „brennen die Säuren weg“, sagt der Winzer. Der Furmint, im Basalt-Lehm-Boden, steht oben gleich unter den nackten Felsen. Er braucht einerseits Feuchtigkeit, andererseits „liebt er es, in der prallen Sonne zu leiden – ein Supermasochist unter den leidensfähigen Reben“, meint Györgykovács lächelnd. Die Reihen der Stöcke stehen 140 cm und die Pflanzen selbst 80 cm nahe bei einander. Allein schon deshalb, aber auch wegen des steinigen, steilen Bodens ernten sie mit der Hand und natürlich in kleinen Kästen, damit die Trauben nicht gequetscht werden. Außerdem verwendet man keine Pestizide, keine Insektizide, keinen Kunstdünger sondern nur Dünger aus dem Stall. Auch keine Zuchthefe, sondern die Wilde, die dort lebt, wo auch die Trauben reifen, auch wenn sie unzuverlässiger ist. Das Entrappen geschieht (natürlich) mit der Hand und gepresst wird vorsichtig mit einer alten Holzpresse, die mit der Kraft von vier kräftigen Armen bedient werden muss. Und sollte der Most zu wenig Zucker enthalten, dann bleibt er eben so.  Aufgezuckert wird nicht. Die Sturm gärung und der Ausbau vollziehen sich – ebenfalls traditionell – in Holzfässern, spundvoll gefüllt, soweit reduktiv, wie es im Holz möglich ist. „Einfacher ist es freilich im Stahltank reduktive Weine herzustellen“, sagt der Winzer, „denn durchs Holz gelangt doch etwas Sauerstoff und erzeugt eine Mikrooxidation.“  So sind die Györgykovács’ gezwungen, etwas mehr Schwefel zu verwenden – aber der Geschmack gibt ihnen am Ende doch Recht. Ihre zehn Jahre alten Weißweine sind in würde gereift und besser als je zuvor.

Das Presshaus und die drei Keller sind alt, sie wurden 1828 gebaut bzw. gegraben. Unterirdisch lagern etwa 20 Fässer zwischen 200 und 900 Liter Fassungsvermögen, darin insgesamt 4000 bis 5000 Liter Wein, den der knapp ein Hektar Weinberg hergibt. Der Traminer, schon früh im September gelesen und in kleineren Fässern ausgebaut, wird schon im darauffolgenden Mai, Juni auf Flaschen gefüllt. Welschriesling und Lindenblättriger (Hárslevelő) werden später geerntet und erst im nächsten September abgefüllt. In einigen Jahren, von der Witterung begünstigt, befällt den Welschriesling der Botritis. Dann wird noch später im Oktober gelesen und der Wein, der daraus entsteht, hat neben den eleganten Säuren ein feines, edelsüßes Aroma. Ein herrlicher Aperitif.

Die Györgykovács-Weine sind in Ungarn berühmt. Kenner schätzen die Ausgeglichenheit der Aroma, die sich in einigen Jahren in eine grandiose Harmonie verwandelt. Verkauft werden sie durch die Budapester Großhandlung Bortársaság („Weingesellschaft“) an die Spitzengastronomie, wo sie recht teuer an den Gast weitergereicht werden – schließlich produziert die „Kleine Kellerei“ nur etwa 6000 Flaschen jährlich. So gesehen lohnt sich eine Reise ins (unaussprechliche) Somlóvásárhely umso mehr.

Adresse

Unsere Adresse:

H-8400 Ajka, Verseny utca 9, Kellerei: Somlóvásárhely

GPS:

47.11145169657409, 17.55338118690213

E-Mail:

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Web:

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Unsere Weine & Erzeugnisse


Weißwein:
Tramini (Traminer)
Olaszrizling (Welschriesling)
Furmint
Hárslevelő (Lindenblättriger)

Angebote & Leistungen



Anreiseinformationen (Anfahrt)

Von Budapest: M7 Richtung Balaton, Ausfahrt Székesfehérvár auf die Landstraße 8 Richtung Veszprém, Herend, Devecser. Der erste Ort nach Devecser links ist Somlóvásárhely (als sicherer Wegweiser dient rechter Hand der Berg Somló, der dem ganzen Gebiet den Namen gibt). Dann biegt man links ab und ist angekommen. Die Kellerei ist nicht beschildert, aber jeder kennt sie.
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