Das Kelterhaus, Keller und Wohnhaus in einem liegt am glucksenden Bach im Dorf Fertőrákos, nördlich von Sopron. Die Jandls betreiben ein kleines Familienunternehmen, mit einem kleinen Weingarten – und großen Gold-prämierten Weinen. Leiter der Firma ist der junge Winzer Arnold Jandl, er ist sein eigener Kellermeister und Geschäftsführer. Sein Bruder ist im Sommer Surflehrer in Griechenland und im Winter Skilehrer zu Hause. Vater Kálmán arbeitet im Weinberg mit und stellt die Weine bei den Verkostungen vor. Mutter Magdolna kocht und hält sich sonst im Hintergrund – wie die meisten Winzerfrauen in Ungarn.

Vaters Familie ist eine alte Poncichter-Sippe. Das waren deutschstämmig Siedler, die meist einer Handwerkertätigkeit nachgingen. Bei den Jandls waren die Männer Dachdecker. Daneben freilich, für die Grundversorgung der eigenen Familie, bauten sie Bohnen an („Bohnenzüchter“) und natürlich Wein.

Der Vertreibung der Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg sind sie glücklicherweise entkommen. Ein Großvater, der als Schreiber im Rathaus arbeitete, strich einfach den Namen durch. Andererseits wurde die ungarische Familie der Mutter von Arnold Jandl nach Sopron um gesiedelt, so haben sich die Eltern
kennen und lieben gelernt.

Vater Kálmán Jandl war nicht mehr Dachdecker. Er hatte in den 1950-er Jahren Weinbau studiert und arbeitete anschließend in der staatlichen Genossenschaft, zunächst als Kellermeister, dann als Direktor. Nach der Auflösung der Genossenschaft Mitte der 1980-er Jahre verpflichteten sich Vater und Sohn bei einem Winzer im Burgenland, nur wenige Kilometer hinter der Grenze. Das war der Beginn von Arnolds praktischem Studium. Die höheren Weihen bekam er vom österreichischen Weinmacher, Konkurrenten und Freund Franz Wenninger senior, der kurz vor der politischen Wende nach Sopron gezogen ist. „Er hat in der Gegend vielen Kollegen die Augen geöffnet, was die Themen Terroir, Klone, Milchsäuregärung und Sauberkeit anging“, sagt Arnold.

Die ersten Flaschen befüllten die Jandls 1990. Es war natürlich Blaufränkisch, die Rebe der Region. Dann, durch die Öffnung der Grenze kamen viele Touristen aus Österreich, „und wir steigerten unsere Produktion auf die damals beinahe unvorstellbare Menge von 300 Flaschen“, sagt Arnold Jandl lächelnd. „Sie wurden in drei Restaurants in Fertőrákos und Sopron verkauft.

Heute bewirtschaftet die Familie zwölf Hektar in Sopron, Fertőrákos und Balf. Die Lage Kohlenberg in Sopron gehörte immer der Familie des Vaters, Kräfner liegt in der Senke des Neusiedler Sees, die Reben profitieren hier von der Feuchtigkeit und Temperaturausgleich des Wassers und Újhegy in Fertőrákos ist reiner Südhang. Der Boden ist überall eine Mischung aus Schiefer, Kalk mit ein wenig Humus. „Die Rebe leidet“, sagt Arnold Jandl, „und bringt umso bessere Trauben hervor.“ Sie bauen Grünen Veltliner an, außerdem Blaufränkisch (Kékfrankos), Cabernet Sauvignon und franc, Merlot, und Syrah. Auf drei Hektar stehen 40 Jahre alte Rebstöcke, der Rest sind Neupflanzungen. Die Doppelreben stehen zwei Meter mal ein Meter voneinander entfernt, die Triebe an Drahtrahmen gebunden. Gelesen wird mit der Hand ca. ein Kilo pro Pflanze, das bedeutet 2.500 – 3.000 Kilo pro Hektar. Die erste Gärung der reduktiven (Weiß- und Roséweine) vollzieht sich gekühlt im Stahltank, die der Roten in offenen Kunststoffwannen. Anschließend reifen die Rotweine zwischen zwölf und 16 Monaten im Holz. Teils in neuen teils in alten Fässern. Manchmal werden sie erst vor der Abfüllung in Flaschen miteinander verheiratet. Insgesamt produziert die Kellerei 25.000 – 30.000 Flaschen im Jahr.

Die Philosophie lautet: Möglichst wenig Chemie, wenig Technik, mehr Wissen und Erfahrung. „Außerdem“, sagt Arnold Jandl, „möchten wir eine kleine Manufaktur bleiben.“ Zwei- bis dreimal in der Woche kommen Gäste zur Verkostung nach Fertőrákos. Im Sommer sind es auch Ausländer, meist aber Ungarn. „Und obwohl wir schon einige Goldmedaillen bekommen haben, eine sogar im Bordeaux, reden wir nicht viel über die Weine“, meint Arnold Jandl, „wir freuen uns wenn sie den Gästen schmecken.“ Verkauft werden die Flaschen im lichtdurchfluteten Verkostungsraum der Kellerei und im Restaurant Veritas in Budapest. Und selbst dort herrscht Bescheidenheit. Die teuerste Flasche kostet zehn €.

Adresse

Unsere Adresse:

H-9421 Fertőrákos Patak sor 26

GPS:

47.7191152, 16.6483978


Unsere Weine & Erzeugnisse


Rotwein:
Soproni Kékfrankos (Blaufränkisch)
Soproni Kékfrankos barrique
Soproni Cabernet sauvignon barrique
Cabernet Sauvignon, Cabernet franc, Syrah cuvée
Missio Újhegyi Kékfrankos (Blaufränkisch von der Lage Újhegy, ein Spitzenwein der Kellerei)
Kräfner dőlő, Cebernet franc (Lage Kräfner)
Kräfner dőlő merlot
Kräfner dőlő Cabernet franc
Kohlenberg dőlő Syrah
Weißwein:
Zöld veltelini (Grüner Veltliner
Rosé:
Soproni Kékfrankos Rozé (Blaufränkisch

Angebote & Leistungen



Anreiseinformationen (Anfahrt)

Von Budapest: M1 bis Győr (Rab), von dort auf der Schnellstraße 85 nach Sopron, weiter Richtung Rust; Fertőrákos liegt auf dem Weg; dort fragen, jeder kennt die Jandls. Wien ist nicht weit, etwa 60 km: Auf den Südautobahnen zunächst A2, dann A3 nach Eisenstadt von dort nach Rust und weiter Richtung Sopron: Fertőrákos liegt nahe Rust und nahe dem Neusiedler See.
Click on button to show the map.

Hinterlassen Sie eine Bewertung

Wein
Weingut
Region
Angebot
Gastfreundschaft
Veröffentlicht...
Ihre Bewertung wurde erfolgreich abgeschickt
Bitte füllen Sie alle Felder aus
Captcha check failed