Enikő Luka ist eine der besten Winzerinnen des Landes, ihre Weinmacher-Karriere ist zweifellos die dramatischste, außerdem ist sie die schönste der Branche.

Die Familientradition in Weinanbau und -herstellung reicht bis 1560 zurück – eingeschränkt durch die kommunistischen Regierungen zwischen 1946 und 1989. Doch auch in dieser dunklen Zeit versorgten Enikős Großeltern Familie und Freunde mit Wein. Enikős Vater ließ 1992 als erster eine Bodenanalyse erarbeiten, pflanzte daraufhin 4000 Blaufränkisch-Rebstöcke und ab 1995 sorgte er dafür, dass seine Rotweine gezielt eine Milchsäuregärung durchmachten. Laut der ungarischen Fachzeitschrift Borbarát („Weinfreund“) war er einer der besten Winzer des Landes, der nicht nur mit seinem Blaufränkisch auffiel, sondern auch mit dem besten Zweigelt. Tochter Enikő absolvierte neben ihrem Job als Hotelmanagerin im Soproner Wellness-Hotel Lővér, die beste Somelier-Schule Ungarns und einen Kurs darüber, worauf man bei Blindverkostungen achten muss. Ihr Vater sagte immer wieder, dass er ihr eines Tages alles über die hohe Kunst des Weinmachens beibringen werde. Doch dazu kam es nicht. József Luka starb 2002 plötzlich.

„Ich bin beinahe mitgestorben vor Schmerz“, sagt Enikő, „und ich wusste fast nichts vom Wein. Auch meine Mutter konnte mir da nicht helfen. Übrigens bin ich bis heute der Meinung, dass man das Weinmachen nie ganz lernen kann.“ Doch wo die Not am größten ist – die charmante junge Frau bekam allenthalben Hilfe. Der wichtigste Helfer war wohl der Österreicher Rudolf  Krizan, der ihr immer schon im voraus gesagt hat, worauf sie achten soll, um keinen Fehler zu machen. Er berät auch die andere große Weinmacherin, Sára Matolcsy, von der Weinkurie in Etyek (siehe dort) bei Budapest. „So haben Sára und ich ein gemeinsames önologisches Verhältnis“, sagt Enikő Luka lächelnd.

Tatsächlich wurde ihr erster Wein, ein fassgereifter Zweigelt von 2002 mit einer Goldmedaille bei Vinagora in Budapest ausgezeichnet. Laut der ungarischen Fachzeitschrift Decanter war ihr 2003-er Cabernet Sauvignon der feinste des Landes; 2004 befanden sich sogar drei ihrer Weine unter den 100 besten – und irgend eine Auszeichnung bekommt die Winzerin jedes Jahr.

Heute bewirtschaftet sie 2,7 Hektar Weinberge. Der Boden ist meistenteils Schiefer. So auch die Lagen Spern Steiner wo Blaufränkisch und Cabernet Sauvignon wachsen und am Kohlenberg, wo der Pinot noir reift. Am Újhegy und der Harmler-Lage in Fertőrákos hat der Boden auch einen gewissen Anteil von Kalk. Hier wächst auf 1,5 Hektar Merlot. Die ältesten Reben sind Blaufränkisch, 15 Jahre, die jüngsten, Merlot, sechs Jahre alt. Durchschnittlich stehen 5.000 Pflanzen pro Hektar. Gelesen wird mit der Hand in 16-Kilo-Kunststoffkästen, die sie von einer Molkerei bekommen hat, von jedem Rebstock etwa ein halbes bis ein Kilo – strenge Ertragsbegrenzung.

Im kleinen Familienbetrieb sind ganze drei Menschen beschäftigt: Außer Enikő Luka, die am liebsten im Weinberg arbeitet, ihr Kellermeister Attila Balázs und ihre Mutter, die am Telefon den anreisenden Gästen den Weg erklärt. Zur Weinlese allerdings kommen zahlreiche Verwandte, Nachbarn und Freunde, denn ihre Mutter Zsóka kocht einen sagenhaften Bohnengulasch mit geräucherter Schweinshaxe. Als Nachtisch gibt es Apfelstrudel, Kaffee – und gute Laune.

Die erste Gärung findet in 600-Liter großen Kunststofftanks im neuen 200 Quadratmeter großen Keller statt. Gepresst wird kaum. „Der Most fließt durch das eigene Gewicht ab“, sagt sie, „nur zum Schluss pressen wir ein wenig nach.“ Und ist die Gärung vorbei, kommt er gleich ins Holzfass. Wir halten die Temperatur des Kellers auf 16 Grad C. damit die Milchsäuregärung durch die eigenen Bakterien im Wein stattfinden kann.

„Wissen Sie“, sagt sie mit einem feinen Lächeln, „ich stelle mir immer vor, wie ich mich fühlen würde im kalten Stahltank. Ich glaube auch der Wein fühlt sich im weichen Kunststofftank und anschließend im Holzfass wohler. Schließlich ist er auch ein Lebewesen.“ Dort, im Holzfass, bleiben die sortenreinen Weine zehn bis elf Monate. Das ist für die meisten zu wenig, aber sie sind zu gut und der lukasche Weinberg ist zu klein, so sind die Flaschen im Herbst regelmäßig ausverkauft. Selbst der Herausgeber des ungarischen Weinführers Borkalauz beklagt, dass er nicht jedes Jahr eine Flasche vom berühmten Cabernet Sauvignon ergattern kann. Kurz: Am besten fährt man zu Enikő Luka hin. Möglichst in der warmen Jahreszeit zum „Blaufränkischen Sommer“ (Kékfrankos Nyár), wenn sie in einigen ausgewählten Restaurants Verkostungen
veranstaltet.

Adresse

Unsere Adresse:

H-9400 Sopron. Zerge utca 19

GPS:

47.68064129010311, 16.56429263938594


Unsere Weine & Erzeugnisse


Rotwein:
Luka Cabernet Sauvignon
Soproni Zweigelt, Luka pincészet
Luka Pinot Noir

Angebote & Leistungen



Anreiseinformationen (Anfahrt)

Von Budapest: M1 bis Győr (Rab), von dort auf der Schnellstraße 85 nach Sopron. Wien ist nicht weit, etwa 60 km: Auf den Südautobahnen zunächst A2, dann A3 an Eisenstadt vorbei nach Sopron. Dort die Kellerei anrufen, den (komplizierten) Weg erklären lassen und wahrscheinlich per Mobiltelefon nachkorrigieren lassen. Am einfachsten ein Taxi vorschicken.
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