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Schon der Vater des jungen Winzers Weninger hat entdeckt, dass man nicht gut von Terroir sprechen und gleichzeitig den Weingarten ausbeuten kann. Als Franz Weninger senior 1982 das Weingut im burgenländischen Horitschon von seinem Vater übernahm, erntete man drei Kilo pro Rebstock. Heute sind es 0,8 Kilo. Ebenfalls Weninger senior kam dahinter, dass der Cabernet Sauvignon im Burgenland gut gedeiht – aber in Ungarn besser. So kamen Senior und Junior 1990 an die ungarischen Ufer des Neusiedler Sees, um Weinlagen anzuschauen. Weninger junior erinnert sich: „Wir standen hoch über dem See, an der Süd-Ost-Lage Spern Steiner. Der Frühnebel war gerade aufgestiegen, der Himmel blau, das Wasser glitzerte in der Sonne – es war ein Traum. Und Vater sagte: ‚Wenn du jetzt versprichst, dass du das nach der Schule bewirtschaftest, kaufe ich’. Ich habe es versprochen.“

Der Werdegang des heute 28jährigen Franz Reinhard Weninger junior war geradlinig. Er wuchs zwischen Weinreben, Fässern und Flaschen auf und ging natürlich in die Weinbauschule nach Klosterneuburg. In den Ferien arbeitete er bei österreichischen Weinbauern. 1998 Matura (Reifeprüfung), dann ein Jahr Zivildienst, 1999 Erntehelfer in Kalifornien und Australien. Während dessen bewirtschaftete sein Vater zusammen mit dem berühmtesten Winzer Ungarns, Attila Gere aus Villány, das Gut. Schließlich die erste eigene Ernte im Jahr 2000, gleichzeitig die erste Syrah-Weinlese. Seither arbeitet Junior in Balf, Senior in Horitschon. „Von Anfang an hatte ich den Eindruck“, erinnert sich der junge Mann, „dass hier ich die Entscheidungen traf. Erst später bin ich dahinter gekommen, dass es Vater war.“

Für die Zukunft hofft er, dass seine jüngere Schwester Martina ebenfalls mitarbeiten wird. Heute bewirtschaftet der Junior 22 Hektar. Auf sieben Hektar gedeihen 50jährige Blaufränkisch-Reben, der Rest wurde 1997 und 98 ausgepflanzt: Syrah, Merlot, Pinot noir, Cabernet Sauvignon, franc und ein wenig Pinot blanc. Die Lagen Fretner und Spern Steiner schauen nach Osten und Süden. Der Boden besteht aus Gneis und Glimmschiefer beziehungsweise aus Löss und in der Tiefe aus verwittertem Schiefer. Die Reihen der alten Pflanzen stehen drei Meter und dreißig Zentimeter von einander entfernt, die der neuen zwei Meter. „Inzwischen“, sagt Franz Weninger, „zweifele ich, ob das gut ist.“ In den Weinbergen der Gegend betreibe man schon seit tausend Jahren Monokultur. Die Konkurrenz unter den Pflanzen sei zu groß. Eine Rebe habe zwei Arten von Wurzeln, erklärt er: „Die Pfahlwurzeln gerade nach unten für die Wasser-, und der Wurzelkranz oben für die Nährstoffaufnahme“.

Der Dünger bei Weninger junior besteht aus Kompost, den er selbst herstellt. Er kauft Kuh- und Pferdemist, dazu Schilf, lässt alles langsam verrotten und legt es zwischen jede zweite Rebstockreihe. Dazu pflanzt er acht verschiedene Blumen und Kräuter wie Senfblume und Klee. Sie sind nicht „wasserzehrend“ wie Gras, dafür lieben sie die Bienen. Verarbeitet werden nur eigene Trauben. Natürlich erntet Weninger seine sieben festen Angestellten und die  Erntehelfer mit der Hand in kleine Kunststoffkästen – und nur 300 Kilo pro Hektar. Es wird zweimal sortiert, dafür wird das Lesegut nicht gepumpt, es rutscht von der höher gelegenen Rampe am Berghang hinunter. Weninger benutzt keine Enzyme, keine Tannine (um mehr Farbe zu gewinnen), kein Gummiarabikum als Weichmacher, nur die wilden Hefen, die im neuen klinisch reinen (oberirdischen) Keller herumschwirren. Er arbeitet nach strengen ökologischen Richtlinien, hat einen Vertrag mit „Biokontroll“ unterschrieben – und möchte eigentlich noch strengere Vorschriften für alle.

Die erste Gärung findet im Stahltank statt, der Weißwein wird anschließend auf Flaschen gefüllt. Die Roten kommen in Betonbottiche, in denen der Tresterhut händisch herunter gestoßen wird – etwa eine Woche lang. Dann bleibt der Wein, wegen der Mazeration und der schönen Farbe noch zwei Wochen lang auf der Schale. Anschließend wird der Keller für die Milchsäuregärung etwas geheizt. Und im Februar kommen die großen Rotweine für etwa 14 Monate in Barriquefässer. Die anderen Roten reifen zehn Monate im traditionellen großen Holzfass. Insgesamt produziert die Kellerei 65.000 Flaschen.

Die Weninger-Rotweine sind mineralisch, körperreich mit herrlichen Aromen und Düften. Der Cabernet franc gewinnt bei Blindverkostungen Goldmedaillen – vor weltbekannten Premier Crus.

Adresse

Unsere Adresse:

H-9494 Balf Fő utca 23

GPS:

47.65084493769165, 16.66556634157098

Telefon:

Unsere Weine & Erzeugnisse


Rotwein:
Soproni Kékfrankos
Frettner cuvée 8aus Syrah und Merlot)
Spern Steiner Kékfrankos selection
Syrah
Merlot-Cabernet Franc
Soproni Pinot noir
Pinot blanc Spätlese edelsüß
Rosé:
Soproni Rosé

Angebote & Leistungen



Anreiseinformationen (Anfahrt)

Von Budapest: M1 bis Győr (Rab), von dort auf der Schnellstraße 85 Richtung Sopron. Nach Kapuvár, bei Fertőendréd die Schnellstraße verlassen und über Fertőd (das
Esterházy-Schloss ansehen) und auf der Landstraße über Fertőszéplak, Hegykő, Fertőhomok, Hidegség und Fertőboz nach Balf fahren. Die Kellerei befindet sich in der Hauptstraße (Fő utca) des Dorfes; zur Not fragen. Wien ist nicht weit, etwa 60 km: Auf den Südautobahnen zunächst A2, dann A3 an Eisenstadt und Sopron vorbei Richtung Fertőd nach Balf (gut beschildert.

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