Im Vorraum des Kellers stehen ein langer Holztisch und Holzbänke, die Decke halten dicke Balken, an den Wänden hängen alte Winzergerätschaften, im Kamin glühen Holzscheite. „Einerseits“, sagt Tamás Duzsi, „soll man nicht Hochspringer werden wollen, wenn man 160 cm klein ist.“ Will heißen: Als Winzer soll man keine Weine machen wollen, die nicht in die Gegend gehören – auch wenn sie gerade modisch sind. Denn richtig guten Wein kann man aus Trauben machen, die dort gewachsen sind, wo das Terroir passt und die Rebe sich wohl fühlt. „Das sind in Szekszárd frische duftende Weißweine und schwere natürliche Rotweine. Beispielweise gedeiht Cabernet franc in Szekszárd und Villány viel besser als Cabernet Sauvignon. Andererseits“ fügt er hinzu, „ist unsere Kellerei schuldenfrei und klein genug. Wir können also Weine machen, die uns schmecken. Die werden auch anderen schmecken.“ Die Philosophie ist aufgegangen, die Weine sind erfolgreich.

Tamás Duzsi stammt aus einer Winzerfamilie. Die Vorfahren beider Eltern waren Weinmacher. Der Vater kommt aus Duzs, einem Dorf nahe Pécs. Die Vorfahren seiner Mutter stammen aus dem Schwarzwald. Von dort hat man sie 1760 nach Bácska in Südungarn angesiedelt – und nach dem Ersten Weltkrieg, als es nicht mehr zu Ungarn gehört hat, nach Szekszárd vertrieben.

So ist der heute 58-jährige Tamás  mit Wein aufgewachsen. Nicht nur die Eltern, auch der Schwager und die Nachbarn hatten Wein. Nach der Grundschule ging er in die Fachschule für Weinanbau und Weinherstellung in Szekszárd, anschließend in die Hochschule nach Gyöngyös. Doch die Arbeit im staatlichen Großbetrieb hat ihm nicht gefallen.
So setzte er seine Studien ab 1972 im Lehrerseminar fort – und wurde Lehrer für Weinkeltern und Sport an seinem alten Fachgymnasium. In seiner Freizeit arbeitete er im eigenen kleinen Weingarten und im Keller. Den ersten eigenen, es war ein 1992-er Blaufränkisch, ließ er im staatlichen Betrieb abfüllen, denn abfüllen durfte er nicht. Aber natürlich träumte er davon, Etiketten mit seinem Namen drucken zu lassen. Der Wunsch ging bereits 1994 mit der Gründung der Kellerei in Erfüllung.

Die Familie besteht, neben dem Winzer Tamás, aus seiner Frau Ilona und fünf Jungs zwischen 19 und 10. „Immerhin“, sagt er „der Älteste besucht die Universität für Gartenbau.“ Und alle Jungs müssen mit der Schere in den Weinberg – „damit sie die Rebenerziehung lernen, dann können sie werden, was sie wollen.“

So bewirtschaften die Duzsis und ihre Helfer insgesamt 12,5 Hektar Weingärten auf denen Blaufränkisch, Blaue Portugieser, Kadarka, Zweigelt und die große Liebe des Winzers, Cabernet franc wächst. Von einem Nachbarn kaufen sie Cabernet franc und Blaufränkisch dazu. Die Lage Leányvár („Mädchenburg“) ist von braunem Löss bedeckt, der weit in die Tiefe reicht. Dort fliest auch ein unterirdisches Flüsschen, was Blaufränkisch und Merlot hervorragend gut tut. Auf der Lage Görögszó („Griechisches Wort“), einem Hochplateau mit einer leichten Neigung nach Südosten, gedeiht sichtlich der Cabernet franc.

Von den ältesten 20- bis 30-jährigen Reben stehen 2.500 und 3.000 auf einem Hektar, von den 2003 neu gepflanzten Pinot noir sind es 4.000. Keine Pestizide, keine Insektizide kommen auf die Felder. Die schädlichen Pilze werden mit für den Menschen harmlosen natürlichen Pilzen bekämpft. „Und überhaupt“, sagt der Winzer, „wenn man die Rebe schont, die Produktion begrenzt, braucht man kaum (Natur-) Dünger und kaum (natürliche) Medizin.“

Die meisten der Duzsi-Weine sind rot, die große Ausnahme ist der Ezerfürtő (Übersetzung Tausendtraubig), eine Kreuzung aus Traminer und Lindenblättriger. Es ist ein leichter, frischer Wein aus dem Edelstahltank. Er wird schon am Martinstag ausgeschenkt.

Rosé keltern sie aus Zweigelt, Blauer Portugieser und Medoc noir, der Bekannteste ist ein Cuvée aus Blaufränkisch und Zweigelt.

Die Roten vergären in offenen Eichenwannen, der Ausbau erfolgt in bis zu drei Jahre alten Barriquefässern; die weißen und Roséweine im Edelstahltank und werden danach in Flaschen gefüllt. Insgesamt produziert die Kellerei 120.000 Flaschen, davon 80.000 Rosé.

Verkauft werden die Weine in der Gastronomie, in Fachgeschäften, die einfachen auch in Kaufhäusern.

Für Liebhaber von Poesie, sind auf den Flaschen neben dem profanen Strichcode Gedichte wie das folgende abgedruckt:

Der knusprige Braten
Das flockig-weiche Brot
Die reifen Früchte –
All dies auf dem Tisch
Entstanden aus der Liebe
Von Sonne und Erde
Doch die Krönung ist
Der vergorene Saft der Rebe
(Übersetzung P.M.)

Adresse

Unsere Adresse:

H-7100 Szekszárd Kadarka utca 44

GPS:

46.35549431233706, 18.70078455126361


Unsere Weine & Erzeugnisse


Rotwein:
Marci (Cuvé aus Zweigelt, Medoc noir, Blauer Protugieser)
Szekszárdi Merlot
Szekszárdi Kékfrankos Leányvár (Lageselektion von der „Mädchenburg“)
Szekszárdi Cabernet franc Görögszó (Lageselektion von „Griechisches Wort“)
Szekszárdi Cuvée (aus Blaufränkisch, Merlot und Cabernet franc – Holzfass)
Szekszárdi Bikavér (aus Blaufränkisch, Merlot, Cabernet franc und Kadarka – Holzfass)
Weißwein:
Fürtike (aus der autochtonen Traube Ezerfürtő)
Rosé:
Szekszárdi Kékfrankos rosé (Blaufränkisch)
Rosé (aus Zweigelt, Medoc noir, Blauer Portugieser

Angebote & Leistungen



Anreiseinformationen (Anfahrt)

Von Budapest: Schnellstraße Nr. 6 neben der Donau Richtung Süden über Dunaújváros und Paks nach Szekszárd. Die zweite Kreuzung nach dem Ortsschild (die Parászta utca) rechts und sofort die erste Straße links – das ist schon die Kadarka utca. Die Kellerei befindet sich an der Ecke vak Bottyán utca.
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