Pál Mészáros ist ein freundlicher älterer Herr mit einer angenehm weichen Stimme. Seine Kellerei befindet sich mitten in der Altstadt von Szekszárd. Hinter einem breiten Tor ein geräumiger Hof, gegenüber der Verarbeitungsbetrieb und der Keller, rechts ein langes Gebäude, vorn, zur Straße, das Büro und das kleine eigene Weingeschäft, hinten ein kleiner zur Seite offener Verkostungsraum. Im Weinladen verkauft seine hübsche Tochter etwa 20 Prozent der jährlichen Produktion. Eine Tatsache, die der Winzerfamilie ein beruhigendes Gefühl beschert.

Auch die Familie Mészáros beschäftigt sich seit Menschengedenken mit Weinherstellung. Als nach grausamen Kriegen und Verwüstung die 150 Jahre lange türkische Besatzung 1686 zu Ende ging, wurden in Szekszárd die verbliebenden Menschen gezählt. Darunter waren auch die Mészáros. Im Kommunismus wurden auch ihre Weingärten verstaatlicht. Doch bald haben die Herren in der Staatlichen Genossenschaft entdeckt, dass die Parzellen zu veröden begannen. Also hat man auch hier die alten Lagen an die alten Besitzern zurückverkauft. Für jedes Familienmitglied ein Viertel Hektar. Nach der politischen Wende 1989 kaufte Pál Mészáros aus der Wiedergutmachung zehn Hektar und pflanzte auf 30 Hektar neu. Dadurch wiederum wurden der alte Kelterraum und der Keller zu klein.  „Es war recht viel Arbeit – neben dem Weinkeltern“, sagt Pál Mészáros, „aber im Jahr 2000 wurde es fertig.“

Heute bearbeitet das Familienunternehmen 30 Hektar. Die Lagen liegen alle in der Nähe: Bodzási ist ein nach Südwesten offenes Tal, Kerékhegy neigt sich nach Süden Hidaspetri nach Osten und Malomoldal nach Westen. Der Boden besteht überall aus Löss. Die ältesten Reben von 30 – 35 Jahren tragen Blaufränkisch, Cabernet franc, Kadarka und ein wenig der weißen ungarischen Sorte Zeta. Die Neuen sind Cabernet Sauvignon, Merlot und Pinot noir. Gelesen wird mit der Hand in kleine Kästen. Nach dem Entrappen wird in ungarischen Edelstahltanks vergoren, CO2 entweichen lassen, langsam gerührt, damit die Beeren nicht verletzt werden. Anschließend in einer Schweizer Presse leicht gepresst. Der wenige Weißwein – etwa zwei bis drei Prozent – und die einfachen Roten werden nach der reduktiv vollzogenen Sturmgärung in Flaschen gefüllt. Die schwereren Roten in Barrique und großen Eichenfässern ausgebaut.

Der Agraringenieur Pál Mészáros schwört auf die Mischung von Familientradition und neuer Technologie. Es war Großvaters (natürlich Winzer) Wunsch, dass er Agrar- und Weinbergingenieur werde. „Doch ich“, sagt Mészáros, „mochte Tiere, besonders Pferde und das Reiten lieber.“ Erst später entdeckte er die wunderbare Stimmung bei den Weinverkostungen, „und so hat sich mein Schicksal erfüllt“. Heute freut er sich darüber. So konnte er am Boden des neuen Kelterraums selbst eine Drainage verlegen (damit die verschiedenen Flüssigkeiten abfließen können). Außerdem entdeckte er während des Studium, dass vor der Filoxera-Epidemie die Beeren kleiner, die Weine aber kräftiger und aromatischer waren. Die neuen amerikanischen Klone lieferten größere Beeren und dementsprechend mehr aber wässrigeren Wein. Pál Mészáros fand einen Kadarka-Klon, den sein Ur-Ur-Ur-Großvater entwickelt (selektiert) hatte. Aufgepfropft bringt er tatsächlich (hässliche) kleine Trauben hervor, die aber sehr viel Zucker und Geschmack unter der dicken Schale verbergen. Von zwei unabhängigen Forschungsanstalten getestet, wird der urtümliche Wein mit moderner Technik gekeltert, ab 2008 tafelfertig sein.

Seit mehreren Jahren arbeitet Pál Mészáros mit seinem Sohn Péter (26) zusammen. Auch der Junior ist studierter Weinbauingenieur und Kellermeister. Vater und Sohn, beide offen ebenso für gute alte Traditionen wie für sinnvolle Neuerungen, verstehen einander. So verwenden sie keinen Kunstdünger. „Auf diese Weise werden die Trauben kleiner aber konzentrierter“, sagt Pál Mészáros, „und die Beeren faulen nicht so leicht.“ Und sie spritzen keine Insektizide, denn in ihren giftfreien Weingärten lebt ein Vogel, der gern die kleinen Schädlinge frisst. Als Dank widmeten sie den Merops ihren feinsten Cuvée.

Die Kunst der Herstellung der Cuvées ist in der Familie Mészáros ein Ritual. An der Vermählung der Weine beteiligen sich alle vier Mitglieder: Vater, Mutter, Sohn und Tochter. Jeder von ihnen macht seine eigene Mischung. Sie werden nur mit einer Nummer versehen vier – fünf anderen Winzern geschickt. Schließlich wird wieder in der Familie für die beste Mischung entschieden. Umgekehrt bekommen auch sie nummerierte Weinfläschchen – „zur gefälligen Beurteilung“, sagt Pál Mészáros.

Doch es gibt noch mehr Rituale und Traditionen im Zusammenleben der Winzergemeinde von Szekszárd: Zwischen Weihnachten und Neujahr verkosten sie ausländische Weine bei den Vesztergombis (siehe dort), wozu der Hausherr das Essen liefert. „Dafür gibt es bei uns“, sagt Mészáros, „am ersten Montag im März eine Kadarka-Verkostung.“ Dabei gibt es keinen Wettbewerb, keine Prämierung. Schließlich schmeckt jeder der Anwesenden die Qualität. „Als Strafe“, sagt Mészáros lächelnd, „muss derjenige, dessen Wein der Beste ist, aufstehen und berichten, wie er ihn gemacht hat.“ Im ganzen Jahr gibt es sechs derartige Veranstaltungen.

Verkauft werden die Mészáros-Weine im eigenen Weinladen an Privatkunden, durch zwei Großhändler an Vinotheken und Restaurants; exportiert werden sie nach Frankreich, Polen und Deutschland. Ausgeschenkt wird der leichte, duftende, weiße Zenit (sprich: Senit) im Garay étterem, dem Restaurant der Gastgewerbeschule am Hauptplatz, dem Garay tér. Leider ist das empfehlenswerte Restaurant nur mittags geöffnet.

Hierzulande sind Mészáros-Weine im Weinladen des Konrad Penthaler zu haben, Albrecht-Dürer-Straße 3, in 74321 Bietigheim-Bissingen zu haben; Tel. 07142-505 774, Fax 01805-606 339 498 37; www.wein-penthaler.de e-mail: wein-penthaler@t-online.de.

Adresse

Unsere Adresse:

H-7100 Szekszárd Kossuth Lajos utca 26

GPS:

46.35377060619618, 18.702187529818616

Web:

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Unsere Weine & Erzeugnisse


Rotwein:
Szekszárdi Kadarka
Szekszárdi Merlot
Szekszárdi Pinot noir
Szekszárdi Cabernet Sauvignon
Pinot Noir, Malom oldal dőlő (Lageselektion von der Malom oldal)
Bodzási Kékfrankos (Blaufränkisch von der Bodzási dőlő)
Szekszárdi Bikavér (Stierblut, Cuvée aus Kadarka, Blaufränkisch und mindestens noch einem Rotwein, der jährlich wechselt)
Merops (Cuvée aus Cabernet Sauvignon, Merlot und Cabernet franc)
Weißwein:
Zenit (autochtone ungarische Rebe)
Fehér kadarka (Weißer Kadarka

Angebote & Leistungen



Anreiseinformationen (Anfahrt)

Von Budapest: Schnellstraße Nr. 6 neben der Donau Richtung Süden über Dunaújváros und Paks nach Szekszárd. Auf der Haupstraße (Rákóczi utca) weiter nach Süden. Den Hauptplatz und die breite Damjanich utca hinter sich lassen; nach der Mátyás király utca (die man auf der linken Seite sieht) die erste Straße nach rechts (Szent László utca) und gleich wieder rechts – dann ist man in der Kossuth Lajos utca. Nr. 26 befindet sich weit zurück (parallel zur Hauptstraße) Richtung Stadtmitte.
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