Eine idyllische Familienkellerei: Vater Ferenc, 51, Mutter Edit 49, Sohn Csaba (sprich Tschaba) 31 und Tochter Csilla (sprich Tschilla) 27 – sie alle arbeiten mit. Und um die gute Nachbarschaft zu demonstrieren, kommt der Nachbar mit frisch geräucherter Wurst aus der Hausschlachtung. „Machen Sie mir die Freude“, sagt er, „kosten Sie die Wurst.“

Im Gegensatz zum heutigen Wohlstand und Zufriedenheit, haben die Sebestyéns eine dramatische Geschichte. Sie stammen aus dem ungarischen Teil Siebenbürgens (heute Rumänien) und wurden nach dem Zweiten Weltkrieg, als die Deutschen aus Ungarn vertrieben wurden, nach Szekszárd umgesiedelt. Vater Ferenc lernte Maurer, der Sohn Csaba wurde später Automechaniker. Natürlich war ihnen aufgefallen, dass hier alle Familien um das Wohnhaus herum Weingärten hatten und „den Saft des Berges tranken“ – wie man es in den ungarischen Weingebieten sagt. „Das diente auch dem kommunistischen Regime“, meint Vater Ferenc, „denn so benebelt haben sich die Menschen weniger um die Politik gekümmert.“ Irgendwann, Anfang der 1990-er Jahre, kaufte auch Csaba eine Parzelle mit Cabernet Sauvignon, die ihm günstig angeboten wurde – und begann zu keltern. Nur für die Familie. Im Sommer 1997 kam ein alter Freund zu Besuch. Auch er aus Siebenbürgen, den es  aber nach Frankreich verschlagen hatte, wo er bis heute als erfolgreicher Somelier arbeitet. Natürlich kostete er den Hauswein, fand ihn recht ordentlich „und redete entsetzlich viel darüber“, erinnert sich Csaba. Doch dieses Schlüsselerlebnis brachte ihn dazu, alles zu lesen, was er finden konnte und alle die guten Winzer rundherum mit seinen Fragen zu löchern.

Inzwischen hat er die Weinbauschule absolviert, seine Schwester Csilla eine Somelier-Ausbildung. Sie bearbeiten heute sieben Hektar Anbaufläche, und kaufen noch Trauben von zehn Hektar, auf denen die  Bauern ebenso ertragsreduziert arbeiten wie sie. Csaba ist für den Weinberg und Keller zuständig, seine Schwester Csilla für Marketing, und die Auftritte bei Weinfestivals. Vater hilft im Weinberg, Mutter erledigt die Büroarbeiten. Echtes Familienteamwork. Dabei stellte sich heraus, welch feinen Geschmack die jüngste in der Familie hat: Im Jahr 2000 komponierte sie die Csilla Cuvée, geradezu klassisch aus Cabernet Sauvignon, franc und Merlot. Der Wein brachte den durchschlagenden Erfolg.

Die Lagen neigen sich teils nach Osten, teils nach Süden, Szentgál befindet sich auf einem Hochplateau und bekommt den ganzen Tag Sonne. Der Boden besteht aus Löss, hie und da mit brauner Walderde gemischt. Die ältesten Reben wurden schon vor 70 Jahren gepflanzt, sie stehen drei Meter mal ein Meter von einander, 3.000 pro Hektar, klassisch etwa mannshoch an Pfählen und Drähten; die Neupflanzungen 230 mal 70 cm, es sind 5.000 Rebstöcke pro Hektar und sind niedrig gehalten, um die Reflektion der Sonne auszunutzen. Hier wachsen die Weißen Welschriesling, Cserszegi főszeres, die Roten Zweigelt, Blaufränkisch, Cabernet Sauvignon und franc und Merlot. Mit der Hand gelesen in Kunststoffkästen, die maximal 20 Kilo fassen, entrappt vergären die Weißen im geschlossenen Kunststofftank. Die Sturmgärung der Roten vollzieht sich in Holzwannen, der Tresterhut wird traditionell mit der Hand gebrochen und immer wieder hinunter gedrückt, damit der Wein Farbe und Tannine aufnimmt. Auf der Maische bleiben sie etwa drei Tage. Zweigelt und Kadarka werden maximal zwölf Monate reduktiv im Kunststofftank ausgebaut, die besten Roten bis zu 24 Monate in großen Eichen- und in Barriquefässern. Anschließend abgefüllt ruhen die Roten noch einige Monate in den Flaschen – von denen die Sebestyéns pro Jahr etwa 60.000 erzeugen.

Dafür reicht der alte Keller nicht mehr. So wird unter dem neuen Presshaus der neue gebaut: U-förmig, 90 Meter lang, traditionell mit Tonnengewölbe. „Dann wird alles perfekt“, sagt Csaba Sebestyén, „Keltertechnik, Fasslager, Abfüllanlage und Flaschenlager. Hoffen wir das Beste.“

Adresse

Unsere Adresse:

H-7100 Szekszárd – Iván-völgy Kalász utca 26

GPS:

46.34724911355596, 18.706167435392786

E-Mail:

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Web:

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Unsere Weine & Erzeugnisse


Rotwein:
Indigó (Zweigelt)
Kadarka
Kékfrankos válogatás (Blaufränkisch Selektion)
Merlot válogatás (Selektion)
Icze cuvée (Cuvée aus Merlot und Blaufränkisch – was nach der Selektion übrig bleibt)
Gradus (Cuvée aus Merlot, Cabernet franc und eine wenig Sauvignon)
Weißwein:
Olaszrizling (Welschriesling)
Cserszegi főszeres
Rosé:
(Cuvée aus jährlich wechselnden Trauben)

Angebote & Leistungen



Anreiseinformationen (Anfahrt)

Von Budapest: Schnellstraße Nr. 6 neben der Donau Richtung Süden über Dunaújváros und Paks nach Szekszárd. Auf der Hauptstraße geradeaus durch bis zum Kreisverkehr, dort rechts, erste Straße (Csatári út) links, erste Straße (Sárvíz utca)
rechts, am Ende dieser Straße wieder rechts, in die Kalász utca.
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