Péter Vida ist der Philosoph unter
den ungarischen Winzern. „Wein“,
sagt er, „ist ein unvergleichliches
Wunder. Einmal wie ein ungezogenes
Kind, ein anderes Mal wie ein
Mann, der das Beste gibt, wenn er
Zuneigung spürt, wieder ein anderes
Mal wie eine allwissende Geliebte.“
Er zitiert auch den deutschen Agrikultur-
Chemiker Justus Liebig gern:
„Ein guter Wein ist die reine Inkarnation
Gottes.“
Unter seinen Ahnen gab es keinen
Winzer, soweit er es beurteilen kann.
Sein Vater war der erste. Dessen
Schlüsselerlebnis war, als ihn ein
Mitschüler in den Keller seiner Familie
mitnahm und er dort ein riesiges
50-Hektoliter-Fass sah. Da fragte er
entsetzt: „Und das trinkt ihr alles
aus?“
Trotzdem muss das Ereignis auch
etwas faszinierendes gehabt haben,
denn Vater Vida ging nach der Volksschule
in die Weinbaufachschule.
Zum Einstand bekam er von einem
Lehrer und Freund der Familie eine
Schere für die Rebenerziehung mit
dem Satz: „Das, mein Junge, ist der
Schlüssel zum Weinkeller.“ Anschließend
ging er in die Agrarwissenschaftliche
Universität nach Debrecen
(Ostungarn), dann arbeitete er
in der Staatlichen Erzeugergemeinschaft
in Szekszárd und kaufte sich
einen kleinen Weingarten in dem
Kadarka gedieh. 1966 erntete er fünf
Hektoliter. Ein Jahr später fand in
Szekszárd die erste offizielle Blindverkostung
mit Auszeichnungen der
Besten statt. „Vater hat ohne Wissen
der Familie die vorgeschriebenen
drei Flaschen eingeschickt“, berichtet
Peter Vida, „und kurz darauf lasen
wir in der Zeitung, dass Sándor
Vida den ersten Preis bekommen
hat. Da begann Vater vor Rührung
zu weinen. „Es ist seltsam,“ fügt er
hinzu, „aber dieser unerwartete
Erfolg half uns später, als wir dachten
bankrott zu sein – weiterzumachen.“
So wuchs Sohn Péter Vida bei
einem leidenschaftlichen Winzer
auf. Er studierte Weinbau und lernte
die Praxis im Familien-Weinberg und
-keller. Schon ab 1975 kaufte die
Familie weitere Anbauflächen, alles
maximal acht bis zehn Kilometer
vom Keller entfernt. Herrliche Südlagen.
Péter Vida hegt eine tiefe Verehrung
für die Region. „Schließlich“,
sagt er, „haben hier die Kelten schon
vor 2.500 Jahren Wein gekeltert.“
Außerdem verehrt er die Traube Kadarka. Ursprünglich eine serbische
Rebe, aber schon 500 Jahre in
Ungarn heimisch. Die Pflanzen
stehen bei ihm ein mal ein Meter
voneinander entfernt und bringen
etwa ein Kilo Ernte. Vor dem Sommerregen
gräbt er eine Kuhle um
sie, damit sich dort das Wasser und
die Wärme der Sonne sammelt. „Ich
habe noch nachts um ein Uhr, die
Wärme um die Reben gespürt“, sagt
er. „Früher“, fügt er hinzu, „hat man
hier die Trauben nur in Holzwannen
vergoren und den Tresterhut mit
Holzknüppeln hinunter gedrückt,
um dem Wein mehr Tannin und
Farbe zu geben.“ Heute erledigen
das Maschinen und zwar gemächlich
und gleichmäßig. Er prophezeit dem
Kadarka eine große Zukunft, schließlich
habe er eine feine aber komplexe
Säure.
Außerdem baut er Cabernet franc,
Merlot und Blaufränkisch an. Sie
keltert er sortenrein und stellt aus
Roséwein

❧ Rotweine

Verkostung
Nach telefonischer Anmeldung.
ihnen verschiedene Cuvées her. Um
seine Roten schwerer und körperreicher
zu gestalten, trennt er nach der
ersten Gärung einen Teil des Weines
von der Maische und macht daraus
einen Rosé. Sein zweites Geheimnis
sind seine Barriquefässer. „Den
Geschmack kann man ein wenig beeinflussen“,
sagt er. „Wenn die Bohlen
mittelmäßig getoastet werden,
geben sie dem Wein einen Vanillegeschmack.
Sind sie stark gebrannt,
wird ein Schokoladenton daraus.“
Péter Vida ist einer der wenigen
ungarischen Winzer, der im Verhältnis
zu seiner zehn Hektar kleinen
Anbaufläche viel ins Ausland exportiert.
Nach Irland, in die Schweiz, ja
bis nach Hongkong. „Hauptsächlich
ist es die Eitelkeit“, behauptet er.
Denn einerseits betrachtet er die
Weine als seine Kinder, die er nicht
gern weggibt, andererseits „sind es
meine Botschafter – ein widersprüchliches
Gefühl.“

Adresse

Unsere Adresse:

H-7100 Szekszárd Alkotmány utca 9

GPS:

46.34311540271234, 18.70297751854457

Web:

-


Unsere Weine & Erzeugnisse


Rotwein:
Szekszárdi Kadarka
Szekszárdi Kékfrankos
Szekszárdi Merlot
Szekszárdi Cabernet franc
Szekszárdi Galerius cuvée (zu Ehren des römischen Kaisers, der in der Gegend große Flächen für den Weinbau urbar gemacht hat – aus Cabernet franc, Merlot, Cabernet Sauvignon und Blaufränkisch)
Szekszárdi Cabernet franc – Merlot Cuvée
Vida Cuvée (aus Cabernet franc, Merlot, Blaufränkisch und Kadarka)
Szekszárdi Kékfrankos válogatás, La Vida (Blaufränkisch Auslese)
Szekszárdi Cabernet sauvignon válogatás, La Vida (Auslese)
Szekszárdi Cabernet franc válogatás, La Vida (Auslese)
Szekszárdi Merlot, La Vida, válogatás (Auslese)
Das Wort Auslese wird hier im Wortsinn gebraucht und nicht für Edelsüß. Diese Weine sind trocken ausgebaut.
Rosé:
Szekszárdi Rozé

Angebote & Leistungen



Anreiseinformationen (Anfahrt)

Von Budapest: Schnellstraße Nr. 6 neben der Donau Richtung Süden über Dunaújváros und Paks nach Szekszárd. Auf der Hauptstraße
geradeaus durch die Stadt weiter nach Süden Richtung Mohács. Am Kreisverkehr, kurz vor der Stadtgrenze rechts abbiegen, die erste breite Straße halbrechts (also parallel zur Hauptstraße wieder Richtung Zentrum) ist schon die Napfény utca (Straße).

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