Die Babits sind vermutlich die älteste Winzerfamilie in Tokaj, wahrscheinlich sogar im ganzen Land. Sie sind bereits in den 1250-er Jahren auf Einladung König Bélas IV. aus Italien eingewandert – und fühlen sich immer noch ein bisschen als Italiener. Und (natürlich) waren die meisten Vorfahren Winzer. Das Kelterhaus in Szegi wurde Mitte der 1700-er Jahren erbaut. Das haben sie erst in den 1990-er Jahren gekauft, um die Trauben, die in den Lagen nebenan wachsen, schneller verarbeiten zu können. Es gehörte einer staatlichen Genossenschaft und war eine Ruine. „Inmitten der Steine wuchs ein Baum“, sagt László Babits, „gottlob haben wir alte Gemälde und Pläne gefunden, das hat bei der Rekonstruktion sehr geholfen.“ Heute ist das schneeweiße Gebäude ein typisches stimmungsvolles ungarisches Bauernhaus mit niedrigem Holztor und roten Geranien im Bogenfenster. Unter der riesigen alten Fichte vor dem Haus stehen ein Langer Holztisch und eine Holzbank. Von hier haben die Gäste, die sich zur Weinverkostung einfinden, einen herrlichen Ausblick auf die Weingärten rundherum.

Wie es der Familientradition entspricht, ist nicht nur László Babits studierter Winzer sondern auch seine Frau Márta und der Sohn László Junior. Die Mädchen haben nach dem Weinbau-Studium geheiratet aber bei Verkostungen und vor allem bei der Weinlese sind sie alle da. „Und die Aszú-Beeren-Lese“, sagt Winzer Babits Senior, „kann schon mal 40 Tage dauern.“

Die Familie bearbeitet 20 Hektar Weingärten an vier verschiedenen Orten: In Tolcsva wächst Furmint und Hárslevelő (Lindenblättriger) in Szegi Sárga Muskotály (Gelber Muskateller) in Szegilongi gedeiht neben den klassischen Tokajer Sorten auch der neu gepflanzte Kövérszőlő (Dikke Traube). Der Boden ist in ganz Tokaj vulkanisch – „seit 40 Millionen Jahren“, sagt der Winzer, „und somit reich an Mineralien, die man auch im Wein schmeckt.“ Tatsächlich sind sie schwer, körperlich und feurig.

Die ältesten Reben Furmint und Lindenblättriger sind über 100 Jahre alt, die jüngeren etwa 60 Jahre, die jüngsten zwischen 15 und sechs Jahre. Im Gegensatz zu den Parzellen anderer Winzer stehen die ganz alten Rebstöcke am dichtesten – 120 cm die Reihen und 120 cm die Pflanzen, was 10.000 Stöcke pro Hektar bedeutet – und viel handarbeit. Die jüngeren Pflanzungen stehen 240 mal 100 cm. „Das ist besser“, sagt Babits sen. „denn unter 240 cm hat der Traktor keinen Platz.“ Obendrein sind die Lagen auch noch steil. Sie müssen einen Höhenunterschied von 30 Metern überwinden.

Auch der Standort der einzelnen Rebsorten ist wohl überlegt: Lindenblättriger, die viel Wasser mag, wurde unten am Hang „am Rocksaum des Berges“ (wie es auf Ungarisch heißt) gepflanzt. Darüber die Furmint und die Muskateller. Die beiden letzteren nach Süden, weil die wiederum viel Sonne brauchen. Auf den Lagen, wo die Trauben am leichtesten und besten vom Botritis befallen werden, stehen Furmint und Hárslevelő, sie werden zusammen gelesen und vergoren. Sie passen auch im Geschmack gut zusammen: Furmint ist komplizierter, markanter, Lindenblättriger diskreter, duftender.

Die Weinlese ist, wie in ganz Tokaj, recht spät. „Wir fangen um den 10. – 15. Oktober an“, sagt Babits sen. „und arbeiten bis Mitte November; die Lese der Botritis-Beeren reicht sogar bis zum 20. November.“ Durch die streng begrenzte Produktion ernten sie zwischen sieben und acht Tonnen pro Hektar – laut EU-Vorschrift für Qualitätsweine sind es 14 bis 15 Tonnen. Botritis-Beeren machen etwa ein Fünftel aus – wenn alles gut läuft.

Nach Qualitäten getrennt, werden die Trauben mit sanftem Druck gepresst und im Edelstahltank vergoren. Sie haben am Ende 24 – 28 Grad Alkohol und 50 bis 160 Gramm Restzucker pro Liter und sind entsprechend schwer und kräftig. Sie reifen in großen Eichenfässern zwischen einem und fünf bis sechs Jahren (siehe auch Tokaj und die spezielle Herstellung des Tokajer Aszú). Insgesamt stellt die Kellerei 80.000 Flaschen her, wobei zu bemerken ist, dass der Aszú traditionell in 0,5-Liter-Flaschen verkauft wird.

Die Käufer sind langjährige Stammkunden. Viele von ihnen kommen regelmäßig zum Hof mit der alten Fichte, dem langen Holztisch, der Holzbank und dem herrlichen Ausblick auf die Weinberge. In deutschsprachigen Ländern sind die Babits-Weine nicht zu kaufen – man muss schon ins Dörflein Szegi (sprich Segi) reisen.

Adresse

Unsere Adresse:

H-3934 Tolcsva Arany J. utca 31

GPS:

48.283054, 21.4451709

Telefon:

Unsere Weine & Erzeugnisse


Weißwein:
Edelsüße Weißweine:
Tokaji Sárgamusotály (Gelber Muskateller, etwa 50 g./l Restzucker)
Tokaji Cuvée (aus Furmint und Lindenblättriger, etwa 60 g./l Restzucker)
Tokaji Szamorodni (aus Botritis- und nicht befallenen Trauben der passenden Sorten des jeweiligen Jahrgangs, etwa 60 g./l Restzucker)
Tokaji Aszú 5 puttonyos (klassisch aus Furmint, Lindenblättriger und Muskateller, etwa 130 g./l Restzucker)
Tokaji Aszú 6 puttonyos (wie oben, 160 g./l Restzucker)

Angebote & Leistungen



Anreiseinformationen (Anfahrt)

Von Budapest: M3 nach Osten, Schnellstraße 30, Richtung Miskolc, Ausfahrt Szerencs; auf der 37 vorbei an Szerencs, Mád und Tokaj, bis Tolcsva. Zur Arany János utca bitte durchfragen. Besser aber ist es, sich mit den Babits’ in Szegi beim Keller zu verabreden: von der Schnellstraße 37 Richtung Tokaj abbiegen und gleich die erste Abzweigung nach links über Bodrogkereszúr nach Szegi. Die Babits-Kellerei ist das erste weiße Gehöft nach dem Ortsschild auf der linken Seite, gegenüber dem gelben Restaurant mit einem Turm („Turmrestaurant“ – Toronyétterem), direkt an der Landstraße.

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