Eine seltene Familienkellerei in Ungarn, denn der Chef ist eine Chefin. Sie heißt Zsuzsanna Bene und ist 30 Jahre alt. Außerdem ist es eine große Familienkellerei mit mehreren Mitgliedern. Ihre Mutter arbeitet mit, ein Cousin, zwei entfernte
Verwandte und ihr Ehemann Gábor Kenéz, Gelernter Winzer und Verkaufsmanager. „Insgesamt“, sagt sie „sind wir zu sechst, dazu kommen noch Saisonhelfer. Doch von denen abgesehen, macht jeder jede Arbeit.“

Gegründet wurde die Kellerei von dem inzwischen verstorbenen Vater der heutigen Chefin. Er war schon 25 Jahre Winzer als er 1989 einen kleinen Weingarten und einen Keller gemietet hatte. So wuchs Zsuzsanna Bene schon mit Wein auf. Schließlich wurde zehn Jahre später die Kellerei offiziell gegründet. Wieder ein Jahr später, 1999, bekam die kleine Firma aus dem europäischen PHARE-Programm 40 Prozent der Investitionssumme geliehen, womit sie die neueste Kellertechnologie kaufen konnte. Zuvor hatten sie die Gebäude einer früheren Winzergenossenschaft mit dem ehemaligen Keller der Grafen Máriassy aus dem 18. Jahrhundert gekauft. Der weite Hof mit einem leichten Gefälle wird von drei Seiten von Wohn-, Wirtschaftsgebäuden und Kellereingang begrenzt, an der vierten Seite ist ein Wäldchen. Der Keller ist 120 Meter lang und befindet sich wegen der Hanglage größtenteils 16 Meter unter der Erde. Wände und Decken sind aus Löss, bedeckt mit dem Edelschimmel Cladosporium cellare. Er liebt die alkoholische Ausdünstung der vielen Fässer (mit insgesamt 1.000 Hektoliter Fassungsvermögen), frisst die schädlichen Mikroorganismen und hält die relative Luftfeuchtigkeit bei 85 bis 94 Prozent. Die Temperatur schwankt zwischen 10 und 12 Grad C.

Die Benes bewirtschaften sieben Hektar Weingärten auf den berühmten Lagen Szepsy, Dereszla, Kastély und Messzelátó. Sie liegen in einer Höhe von 15 – 200 Meter, neigen sich nach Süden und Südwesten, der Boden besteht aus Löss, Basalt und Vulkanerde, darunter Andesit und Riolittufa (gepresste Vulkanerde). Angebaut werden die klassischen Tokajer Trauben Furmint (70%), Hárslevelő (20% Lindenblättriger), Muskotályos (7% Muskateller) und ein wenig Kövér szőlő („Dicke Traube“). Auf den alten Pflanzungen stehen 2.500 bis 3.000 Reben pro Hektar bei den neuen 5.000. Gelesen wird mit der Hand, zwei bis drei Kilo von den alten und knapp zwei Kilo von den neu gepflanzten Rebstöcken. Natürlich werden die vom Botritis Cinera befallenen verschrumpelten Beeren einzeln abgezupft.

Zum sagenhaften Aszú nehmen sie ein Kilo erstklassiger Botritis-Beeren mit einem ungarischen Mostgrad von 60, was 300 Öchsle entspricht, weichen sie für zwölf bis 14 Stunden in einen Liter jungen Wein ein. Dann wird gepresst. Wenn die Lese nach dem Martinstag (11.11.) stattfindet, wird mit Naturhefe ein wenig erwärmt im Edelstahltank vergoren. Wird früher im Herbst gelesen, muss auf 15 – 18 Grad C. gekühlt werden – anschließend wird in großen alten Fässern ausgebaut. Das heißt, die neu gekauften Eichenfässer werden erst einmal gewässert, dann vergären in ihnen neue, trockene Weine. Dann erst kommt der Aszú für sechs bis acht Jahre hinein – je mehr Botritistrauben er enthält, umso länger. Gekennzeichnet wird die Menge der verwendeten Botritisbeeren mit drei bis sechs buttig. Schließlich in Flaschen gefüllt ruhen sie noch etwa eineinhalb Jahre lang, bevor sie in die Geschäfte kommen. Sie haben starke Düfte und Aromen von Grapefruit, Orangenschale und natürlich Rosinen. Die drei-Buttigen Aszú haben zwar auch weniger Aromen, sie werden andererseits nicht vom enormen Restzucker von 175 bis 200 g/l. erdrückt. Seltsamerweise gewinnen trotzdem die fünf- bis sechs-buttigen Tokajer die Medaillen. So der 1989-er fünf-buttiger Bene-Aszú im Jahr 2004 bei der Citadelle du vin in Bordeaux.

Die aufwändige Prozedur und die Seltenheit der vom Botritis befallenen Beeren erklärt den verhältnismäßig hohen Preis des Tokajer Aszú. Die trockenen Weißweine werden im Stahltank vergoren und auf Flaschen gefüllt. Sie sind – reduktiv ausgebaut – frisch, fruchtig und blumig. Die Kellerei stellt nur Weißweine her – wie in ganz Tokaj üblich. Verkauft werden die Weine im Keller, in Vinotheken in Tokaj, Kecskemét und Budapest, ein Großhändler beliefert auch die Handelsketten Cora und Tesco in Ungarn. In Deutschland gibt es leider keine Vertretung.

Adresse

Unsere Adresse:

H-3916 Bodrogkeresztúr Felső út 50

GPS:

48.16352042469469, 21.362614765618673


Unsere Weine & Erzeugnisse


Weißwein:
Furmint (einsortig, Auslese, aus verschiedenen Lagen, lieblich)
Furmint (einsortig, messzelátó Lage, lieblich)
Sárga Muskotály (Gelber Muskateller, lieblich)
Zéta, Késői szüreteléső (Spätlese, süß)
Hárslevelő (Lindenblättriger, süß)
Tiszavirág Cuvée (aus 60% Muskateller und 40% Zeta, süß)
Süßwein:
Dessertweine:
Tokaji Szamorodni, Szepsi-Dőlő (aus Botritis und nicht Botritis-Beeren Lageselektion von der Lage Szepsy, trocken)
Tokaji Aszú, 6 Puttonyos, Szepsy-Dőlő, 13% ALC (Lageselektion, Süß und Schwer)

Angebote & Leistungen



Anreiseinformationen (Anfahrt)

Von Budapest: M3 nach Osten, Schnellstraße 30, Richtung Miskolc, Ausfahrt Szerencs, nach Szerencs und Mád rechts Richtung Tokaj, der erste Ort ist Bordogkeresztúr. Die Kellerei ist nicht beschildert, bitte fragen.

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