Hinter dem hohen, breiten und abweisenden Tor erstreckt sich ein herrlicher kleiner Garten: In der Mitte eine Trauerweide, rechts eine zur Seite offene Terrasse mit langen Holztischen, Bänken, Steinboden. Links, schon an der Mauer am Ende des Gartens, stehen in einer Reihe alle 17 Tokajer Rebsorten. Neben den Klassikern Furmint, Hárslevelő (Lindenblättriger) und Sárga Muskotály (Gelber Muskateller) sieht man hier auch Zéta, eine autochtone ungarische Traube und einige ganz alte Sorten, die in Tokaj vor der Filoxera-Epidemie wuchsen. Das Wohn- und Kelterhaus samt Keller wurde 1790 erbaut, in den Mauern stecken noch türkische Kanonenkugeln. Der Keller wurde vor Kurzem erst mit einem Spezialbeton isoliert, denn seit der Abholzung der Wälder im ukrainischen Teil der Karpaten, fährt die Theiß vermehrt Hochwasser. Viele Tokajer Keller sind deshalb bereits unbrauchbar geworden.

Der junge sympathische Zoltán Demeter ist ein vielstudierter Mann, der auch viel für die Neugeburt des Tokajer Weins getan hat. 1966 auf die Welt gekommen, hat ihm sein Vater, ebenfalls Winzer, bereits im Kindesalter 1/3 Hektar Weingarten geschenkt. Der Junge wuchs auf, hörte täglich vom Wein und der Arbeit am Berg, doch er wollte lieber Fußball spielen. Immerhin ging er mit 14 in die Lebensmittelfachschule und anschließend zur Universität für Gartenbau und Weinherstellung. Den Abschluss hat er in Wein- und Getränketechnologie gemacht. Als Praktikant arbeitete Demeter ab 1989 in Kalifornien und ab 1991 in Burgund. 1993 wieder in Tokaj, hatte er den Auftrag, die französische Kellerei Hétszőlő von null aufzubauen. Und weil das so gut geklappt hat, sollte er ebendies ab 1996 für den deutschen Grafen Degenfeld und ab 1999 für die britisch-ungarische Kellerei Királyudvar wiederholen. Inzwischen kaufte er sich einige gute Parzellen und gründete 1996 seine eigene kleine Familien-Weinfirma: Seine Mutter klebt die Etiketten auf die Flaschen, seine Lebensgefährtin leitet das hauseigene Weinmuseum. Den ganzen Rest macht der Winzer mit Saisonkräften. „Die meiste Arbeit“, sagt er, „verlangen die Reben“.

So bewirtschaftet Zoltán Demeter heute 4,5 Hektar Anbaufläche: davon einen Hektar auf der erstklassigen Szerelmi (Liebes-) Lage, wo auf Lössboden 40 Jahre alte Reben der ungarischen Sorte Hárslevelő (Lindenblättriger) wachsen. Die anderen Weingärten sind außerhalb von Tokaj: ein Hektar auf der Lage Veresdőlő im Nachbarort Mád und je ein Hektar auf dem Kakasdőlő und dem Lapisdőlő in Bodrogkeresztúr. Der Boden der drei Lagen besteht aus Vulkanerde und Riolit-Tuffstein auf dem Furmint, Lindenblättriger und Gelber Muskateller gedeihen. Und mit dem Motto, mal sehen, was daraus wird, hat er noch 200 Reben Bátai gepflanzt, eine vor der Filoxera-Epidemie, erfolgreiche Tokajer Sorte.

Durch die Ertragsbegrenzung und die Abhängigkeit vom Wetter bei der Entwicklung der Botritis-Trauben, beträgt sein Ertrag 20 – 25 Hektoliter pro Hektar. „Und wenn ich von einem Hektar 100 Liter, das heißt 200 (0,5-Liter-) Flaschen Aszú abfüllen kann“, sagt er, „bin ich schon zufrieden.“ Denn in manchen Jahren gibt es gar keinen edelsüßen Aszú. Obendrein stellt Demeter nur den konzentriertesten, schwersten und süßesten sechs-Buttigen Aszú her – mit 170 Gramm Restzucker pro Liter (siehe auch: Die Region Tokaj und die Herstellung von Aszú, Szamorodni und der Eszencia). Die Buttenzahl, die bei jedem anderen Winzer auf der Flasche steht, schreibt er gar nicht auf die Etiketten. Kenner wissen: Der Demeter-Aszú ist sechsbuttig. Die Eszencia hat gar 500 Gramm Restzucker pro Liter – dafür nur zwei Prozent Alkohol.

Insgesamt produziert die Kellerei jährlich etwa 80 Hektoliter Wein, davon die Hälfte trocken, zwölf Hektoliter Főbor (eine Szamorodni-Technologie mit 143 g. Restzucker/l.) und fünf Hektoliter Aszú – wenn alles gut geht.

Die Weine werden traditionell im Eichenfass vergoren, die Süßen, Főbor und Aszú mit Naturhefe. Die Trockenen vergären mit Zuchthefe, die man besser steuern kann (mit Naturhefe entsteht zu viel Alkohol), und bei der Milchsäuregärung verwendet er Zuchtbakterien. „Ich mag keine Zufälle“, sagt der Winzer. Sowohl die Trockenen als auch die Süßen bleiben mehrere Tage auf der Maische, dann werden sie in neuen, bis zu vier Jahre alten Vier-Hekto-Liter-Fässern ausgebaut. Die Trockenen bleiben dort sechs bis acht Monate und werden im Juni, Juli in Flaschen gefüllt. Die Süßen reifen zwei Jahre in den großen Eichenfässern, anschließend ein Jahr in Flaschen, dann kommen sie in die Geschäfte und Restaurants. Dieses Verfahren ist nach den neuen Tokajer Weingesetzen zwar erlaubt, aber ungewöhnlich, denn nach dem klassischen Aszú-Verfahren reifen die Weine zwei Jahre und noch einmal so viele Jahre wie viel „Buttig sie sind“. Das kann im Fass oder in der Flasche geschehen. Der Aszú müsste demnach acht Jahre im Keller bleiben, was er nicht tut und trotzdem hervorragend schmeckt. Er besteht, wie bei anderen Winzern auch aus Furmint, Lindenblättriger und Gelber Muskateller. Doch in besonders guten Botritis-Jahren ist er bei Demeter einsortig und lageselektiert.

Als einer der besten Winzer der Region wurde Demeter mit Medaillen regelrecht überhäuft. „Noch wichtiger ist“ sagt er, „dass alle meine Weine im Voraus gekauft werden“. Die Hälfte trinkt man in Ungarn, die andere Hälfte in Kalifornien. „Die Amerikaner bezahlen für eine Flasche trockenen Furmint oder Lindenblättriger 40 Dollar“, sagt er zufrieden. „Das ist für mich die größte Anerkennung.“

Adresse

Unsere Adresse:

H-3910 Tokaj Vasvári Pál utca 3

GPS:

48.12821025821309, 21.40908464480026

Web:

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Unsere Weine & Erzeugnisse


Weißwein:
Z (Lindenblättriger)
Kakas Furmint
Hárslevelő Szerelmi (Lindenblättriger Lageselektion)
Furmint Veres dülő (Lageselektion
Süßwein:
Edelsüße Weißweine:
Tokaji Furmint (mit 115 g/l Restzucker, was aber durch die Säure gut ausgeglichen ist)
Főbor (Cuvée aus Furmint und Lindenblättriger, 143 g/l Restzucker)
Tokaji Aszú (170 g/l Restzucker)

Angebote & Leistungen



Anreiseinformationen (Anfahrt)

Von Budapest: M3 nach Osten, Schnellstraße 30, Richtung Miskolc, Ausfahrt Szerencs, nach Szerencs, Mád und Tarcal rechts nach Tokaj. Die Vasvári Pál utca ist ein Teil der
Hauptstraße, Nr. 3 ist auf der linken Seite.

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