Die Familie Stumpf wurde von Kaiserin Maria Theresia aus Lautlingen bei Ulm in den 1750-er Jahren nach Tokaj umgesiedelt – wie viele andere auch. Die Aktion nannte sich „Ulmer Schattel“. „Zunächst waren das 15 Menschen“, sagt die Schwiegermutter des Winzers, Bálintné Stumpf, „unsere Ahnen waren arme Bauern.“ Was aber die Ur-Ur-Ur-Großeltern mitbrachten, das waren der schwäbische Fleiß und die Liebe zum Wein.

Familienoberhaupt, Weinbauer und Kellermeister ist heute der Schwiegersohn von Frau Stumpf, Sándor Simkó, Absolvent der andwirtschaftlichen Hochschule im Ostungarischen Gyöngyös. Sándor und seine Frau Maria haben zwei Kinder, den 17-jährigen Gábor und die 15-jährige Kitti. „Alle arbeiten mit“, sagt Frau Stumpf. Außer ihnen noch sechs ständige Angestellte und viele Helfer bei der Weinlese.

Nach der kommunistischen Zeit wurde die Familienkellerei 1994 neu gegründet. Heute bearbeiten sie 20 Hektar Weingärten, davon sind neun Hektar Neupflanzungen. „Die ältesten Reben sind 20 Jahre alt“, sagt Winzer Simkó, „die haben wir nicht aus der Erde gezogen und verbrannt, sondern aufgepfropft – danach sind sie wie neu.“ Die aktuelle Pflanzung ist allerdings eine echte Neupflanzung, denn auf den Parzellen wuchs früher kein Wein. Die Lagen Kincsem (Mein Schatz) und Boszorkány (Hexe) befinden sich in Tolcsva; Királyhegy (Königsberg) in Sárospatak. Angebaut wurden zu 50 Prozent Sárgamuskotály (Gelber Muskateller), zu 30 Prozent Hárslevelő (Lindenblättriger) und zu 20 Prozent Furmint.

Durchschnittlich stehen auf einem Hektar 4.000 Rebstöcke, von denen ebenfalls durchschnittlich je ein Kilo gelesen wird – mit der Hand, versteht sich. Beerenauslese aus Botritis-Trauben stellen sie nur in entsprechend guten Jahren her.

Alle Weine vergären im Stahltank. Den trockenen Furmint füllt man im folgenden April, Mai in Flaschen. Den trockenen Szamorodni aber bauen sie oxidativ aus, das heißt das Fass wird nicht spundvoll gefüllt, durch die Berührung mit Luft oxidiert der Wein ein wenig und bekommt einen leicht rauchigen Ton. „Man muss freilich höllisch aufpassen“, sagt der Winzer, „der Wein ann dabei leicht Schaden nehmen. Die Luftberührung darf nur etwa drei – vier Monate dauern.“ Auch die großen süßen Weine oxidieren ein wenig, aber das ist nur die bekannte, drei bis fünf Jahre lange Mikrooxidation durch die Bohlen der großen Fässer. Sie stehen im imposanten, 800 Hektoliter fassenden, 200 Jahre alten Keller. Und das in direkter Nachbarschaft der berühmten Renaissance-Burg von Sárospatak. Vor der Verkostung ist ein Spaziergang durch den Burggarten empfehlenswert. Anschließend reicht Frau Stumpf zu den Weinen einen würzigen Gulasch. Die gute Laune entsteht meist von allein.

Adresse

Unsere Adresse:

H-3950 Sárospatak Bercsényi út 27

GPS:

48.32170019477136, 21.557529832302748


Unsere Weine & Erzeugnisse


Weißwein:
Tokaji Furmint (trocken, mit 3 g Restzucker und 7,5% Säure ergänzen einander gut)
Tokaji Szamorodni (0 g Restzucker)
Tokaji Furmint (halbtrocken, 12 g Restzucker)
Tokaji Furmint (halbsüß, 35 g Restzucker
Süßwein:
Edelsüße Weißweine:
Tokaji édes Szamorodni (Süßer Szamorodni 48 g Restzucker)
Tokaji Aszú 3 Puttonyos (der noch trockenste Botritis-Beerenauslese mit 98 g Restzucker)
Tokaji Aszú 5 Puttonyos (135 g Restzucker)
Tokaji Aszú 6 Puttonyos 164 g Restzucker)

Angebote & Leistungen



Anreiseinformationen (Anfahrt)

Von Budapest: M3 nach Osten, Schnellstraße 30, Richtung Miskolc; schon vor der Stadt sind Szerencs und Sárospatak an der Landstraße 37 beschildert. Zum Keller folgt man der Beschilderung zur Burg. Dort nach der Arad út und der Kellerei fragen.

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