Um die gelbe, südländisch anmutende Villa stehen hohe Fichten, rundherum sanfte Hügel und Weingärten. Der Keller ist weit unten im Dorf. Er ist kühl, ein wenig feucht und traditionell, wie der ganze Bio-Betrieb.

Die Geschichte der Familienkellerei begann kurz nach der politischen Wende in Ungarn. 1989, als sich Márta Pendits-Baumkauf in die Landschaft verliebt hatte. Selbst als 1990 die Kellerei gegründet wurde, gab es nur diese Zuneigung – keine Reben, kein Kelterhaus, keinen Keller. Großvater Pendits, nach dem auch eine der besten Lagen benannt ist, war zwar Winzer, sogar ein berühmter, aber nach ihm folgten zwei Generationen, die Wein nur aus hübschen Gläsern kannten. Vermutlich hatte Enkelin Márta, von Beruf Außenhandelskauffrau, die Liebe zum Wein vom Großvater geerbt. So griff sie auch entschlossen zu, als ihr 1991 der Keller des ehemaligen staatlichen Kombinats zum Kauf angeboten wurde. Ein berühmter Keller, der 1900 für den polnischen Weinhändler Florian Bilicki gegraben wurde (die Polen waren und sind große Tokajer-Fans). „Für uns ist der Keller immer noch ein wenig zu groß“, sagt Márta Pendits-Baumkauf, „aber erstens gab es Wasser und Strom und zweitens hoffen wir hinein zu wachsen.“ Das Wort „wir“ bezeichnet ihren Sohn Stefan, einen groß gewachsenen jungen Mann, der das Weinmachen bei Biowinzern in Deutschland und Österreich gelernt hat. Ihr deutscher Ehemann, der Herr Baumkauf, lebt in Budapest „und macht etwas ganz anderes“.

So haben sich Mutter und Sohn, nach dem sie schon einen Keller hatten, nach Weingärten umgesehen. Und zweifellos meinte es das Schicksal gut mit ihnen, denn sie konnten nicht nur erstklassige Parzellen kaufen, sondern sogar ein Stück von der legendären Lage Pendits. „Sie liegt im Süden des ‚Zelt-Berges’“, sagt die Winzerin. „Der Boden vulkanisch-mineralisch, sie ist wunderbar.“ Gelernt hat sie die vielschichtige Arbeit bei erfahrenen und hilfsbereiten Kollegen in den Regionen Mosel-Saar und Wachau.

Heute bewirtschaften Mutter und Sohn mit einem Weinbauern Parzellen von insgesamt 11,5 Hektar. Gleichzeitig rekonstruieren sie historische Steillagen, die im Kommunismus (wegen Faulheit der genossenschaftlichen Weinbauern) verwildert sind. So tragen die Reben erst auf 4,5 Hektar Trauben. Und natürlich pflanzen sie ständig neu.

„Dabei ist mir schon passiert“, sagt Stefan Pendits-Baumkauf, „dass zwischen den weißen Trauben plötzlich dunkle Beeren wuchsen.“ Denn leider hat der Händler die Klone verwechselt. Dabei darf man dunkle Trauben gar nicht als Tokajer vinifizieren. Also musste er alles wieder herausreißen. „Als Ausgleich habe ich Riesling-Pflänzchen bekommen. Mal sehen, wie die hier wachsen“, sagt er.

Von diesem Malheur abgesehen, wachsen bei Pendits die klassischen Tokajer Sorten: Furmint, Lindenblättriger, Gelber Muskateller, Zéta und Kövérszőlő („Dicke Traube“). Da sie sich in der Umstellungsphase zum Biobetrieb befinden, dürfen und wollen sie keinen Kunstdünger und keine chemischen Pflanzenschutzmittel verwenden. Erlaubt sind nur Schwefel und Kupfer, ohne die kein Winzer auskommt. Sie lesen pro Hektar 15 Hektoliter Most, woraus sie trockene Weine keltern und etwa zwei, höchstens fünf Hektoliter Aszú-(Botritis-) Traubenmost.

Wenn der Ertrag den eigenen Qualitätserwartungen nicht entspricht, pflügen sie ihn (vorsichtig) unter. Die erste Gärung vollzieht sich in großen Eichenfässern mit wilder Hefe. „Bei Zuchthefe muss ich immer an eine Frau mit künstlichem Busen denken“, sagt die Winzerin. Nur die beiden trockenen, Furmint und Muskateller, vergären im Edelstahltank, damit sie die feinen Düfte behalten. Die kommen anschließend gleich in die Flaschen. Die Edelsüßen bauen sie in großen ungarischen Eichenfässern aus und versuchsweise in kleinen französischen Barriquefässern.

Verkauft werden die Pendits-Weine hauptsächlich an die Topgastronomie. „Die Herren kommen zu uns“, sagt Stefan, „sie kosten und kaufen.“ Außerdem kommt auch die Privatkundschaft, unter ihnen viele Franzosen, die in Ungarn, meist in Budapest, leben und arbeiten.

Und weil die Kellerei keine Schulden hat, müssen sich Mutter und Sohn mit dem Verkauf nicht beeilen. Schließlich werden die Edelsüßen immer besser – und das ohne Zeitgrenze.

Adresse

Unsere Adresse:

H-3881 Abaújszántó Béke út 110

GPS:

48.27140507648586, 21.184398595471748

Web:

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Unsere Weine & Erzeugnisse


Weißwein:
Tokaji Muscat Blanc
Tokaji Furmint Krakkó Dőlő (Selektion von der Lage Krakkó)
Tokaji Muskotály (20 g/l Zucker fällt neben der herrlichen Säure gar nicht auf)
Süßwein:
Edelsüß:
Hárslevelő Furmint cuvée késői szüret (Spätlese Cuvée Lindenblättriger
und Furmit)
Tokaji Aszú 6 puttonyos
Tokaji Furmint Főbor Botritis selektion
Tokaji Aszú Essencia

Angebote & Leistungen



Anreiseinformationen (Anfahrt)

Von Budapest: M3 nach Osten, Schnellstraße 30, Richtung Miskolc, Ausfahrt Szerencs, Sárospatak; nach Szerencs links Richtung Mád und Gönc; nach Mád und Tálya kommt Abaújszántó. Die Béke út ist die Hauptstraße, Nr. 110 kommt nach der Kirche.

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