„Vaters Familie“, sagt der 30jährige Zsolt Gere, „wurde in den 1700-er Jahren von Maria Theresia in die Gegend von Villány, auf einer Einöde angesiedelt.“ Von dort seien sie täglich zu Fuß nach Villány gelaufen, um ihre Weingärten zu pflegen. Im Sommer wohnten sie hier, in einfachen Hütten. Sie haben auch Tiere gehalten und Weizen angebaut, die Spezialisierung kam erst später. Doch durch die Spezialisierung ergriffen viele ganz andere Berufe, Großvater Gere hatte einen Kleiderladen und nur noch ganz wenig Wein. Die Winzer waren dagegen die Familie seiner Mutter, namens Weber, mit einem ansehnlichen Weingarten. Im Kommunismus hatte man ihnen alles genommen, nur ein Viertel Hektar blieben. Das bearbeitete Großvater Weber, daneben war er Wein-Einkäufer für die staatliche Genossenschaft und fuhr im ganzen Land umher.

Gegründet wurde die Kellerei 1987 mit diesem kleinen Anbaugebiet von einem Viertel Hektar.

„Das erstemal abgefüllt haben wir 1987, ich war gerade zehn. Es war ein Blauer Portugieser. Das heißt, abfüllen durfte man nur bei der staatlichen Firma Pannonvin und verkaufen nur im staatlichen Lebensmittelladen ABC. „Wir haben versucht, den Wein bei einer damals neuen Fischerei-Firma loszuwerden, die auch Restaurants betrieb“, sagt Zsolt Gere. „Die hätten ihn auch gern gekauft, aber sie durften es nicht von privaten Erzeugern.“ So haben sie den Wein an Verwandte und Freunde verschenkt.

1990 wurde ihnen der alte Familienbesitz von 27 Hektar zurückgegeben, dazu haben sie noch zehn Hektar gekauft.

Mit diesen 37 Hektar wirtschaftet die Familienkellerei auch heute. Vater Tamás kümmert sich hauptsächlich um den Weinanbau, Sohn Zsolt um den Keller, Mutter Márta um den Verkauf und Tochter Viktoria um Küche und Pension. Das Gebäude mit dem hellen Verkostungsraum und Pension, neben dem Kelterhaus 2003 vollendet worden. Die 13 Keller der Familie befinden sich am Berghang in Nagyharsány, auf einer Höhe mit der berühmten Lage Kopár (Kahl). Es waren die armseligen Behausungen der Bergwerksarbeiter, die hier Kalkstein abgebaut haben. Die Keller liegen in mehreren Zeilen übereinander am Hang, die der Familie Tamás Gere in der obersten Gasse. Nachdem der Kalkabbau unrentabel geworden war, zogen die Winzer hier ein. Sie bauten in den 1800-er Jahren Kelterhäuschen und Weinkeller mit hübsch gemauerten bogenförmigen Decken. Der eigentlich schönste von ihnen war der 117 Meter lange Zehntkeller des Bischofs von Nagyharsány (dort wurde der Wein gelagert, den die Bauern als Abgabe, den „Zehnt“, an die Kirche geleistet haben). Im Kommunismus verkommen, werden die Keller zur Zeit saniert – die Arbeit ist noch nicht beendet.

Die 37 Hektar Weingärten sind meist klein, der größte ist gerade ein Hektar. Das war früher auch schon so, und auch beim Neukauf haben die Geres mehr auf die Qualität des Bodens und die Lage geachtet, denn auf die Nähe zu den anderen Anbaugebieten. Auf der Süd-Ost-Lage Csillagvölgy („Sterntal“) wächst Blauer Portugieser (Kékoportó), ebenso auf dem Remetedőlő („Einsiedlerhügel“), der allerdings höher liegt und steiler ist. Schließlich gedeiht auf der berühmten Südlage Kopár („Kahl“) Cabernet franc und Merlot. Der Boden ist eine Mischung aus Kalk, Löss und Ton. Die Anzahl der Rebstöcke variiert zwischen 3.300 und 6.500 pro Hektar. Angebaut werden neben Blauer Portugieser, Cabernet franc und Merlot auch Cabernet Sauvignon, Welschriesling (Olaszrizling), Lindenblättriger (Hárslevelő) und Pinot noir.

Für ihre Qualitätsweine ernten die Geres ein Kilo pro Rebstock, für die einfachen Weine das Doppelte. Sie lesen mit der Hand in kleine Kunststoffkästen, das entrappen geschieht auf einer Rampe am Hang oberhalb des Kellers. Die Spitzenweine fließen nach der ersten Gärung durch die Gravitation in die Barriquefässer.

Doch etwa 90 Prozent der Weine gärt in Stahltanks. Sie experimentieren mit Kühlung (auf 25° – 27° C.) und Belüftung, sowie mit verschiedenen Hefesorten. Die großen Rotweine, die etwa zehn Prozent der Produktion ausmachen, gären in Holzwannen. Der Ausbau vollzieht sich bei 30 – 40 Prozent in großen Eichenfässern und zu 20 – 30 Prozent in nagelneuen Barriquefässern. „Ob neue Fässer oder alte“, sagt  Zsolt Gere, „das hängt von der Qualität der Weine, ob sie das frische getoastete Holz vertragen oder nicht.“

Die Philosophie der Kellerei lautet: Die Gegebenheiten ausnutzen, denn in den Weingärten entscheidet sich die Qualität der Weine. Erdarbeit, Laubarbeit und Lese zur rechten Zeit: „Wichtig ist die optimale Reife, nicht die maximale Reife,“ sagt Gere. „Manchmal warten wir nicht, bis die Trauben ihren höchsten Zuckergehalt erreicht haben, damit der Wein nicht zu alkoholreich wird.“ Im Keller sei die Mischung aus traditionellen Methoden und modernen Hilfsmitteln wichtig. Mit dieser Philosophie hat sich die Kellerei in 15 Jahren an die Weltspitze hochgearbeitet – die Weine gewinnen regelmäßig Gold- und Silbermedaillen in Bordeaux und London. Sie haben keine Schulden, aber auch nichts Erspartes, sie haben alles reinvestiert. „Und“, fügt der junge Zsolt Gere hinzu, „in den vergangenen Jahren haben wir auch unseren Stil gefunden.“

Ein erfreulich großer Teil von etwa 15 Prozent der Produktion wird im Keller verkauft, mit 80 Prozent der Qualitätsweinen beliefern zwei Großhändler die Kaufhäuser und mit den Spitzenerzeugnissen die Topgastronomie. Schließlich kennt jeder ungarische Feinschmecker die Namen der Gere-Cousins.

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H-7773 Villány Diófás utca 1

GPS:

45.866454, 18.450826000000006

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Unsere Weine & Erzeugnisse


Rotwein:
Kékoporto (Blauer Portugieser)
Kékfrankos (Blaufränkisch)
Cabernet sauvignon
Cabernet franc
Villányi Merlot
Villányi Cuvée (Cabernet Sauvignon,
Cabernet franc und Merlot je nach Jahrgang ein wenig wechselnd)
Villányi Aureus Cuvée (40% Cabernet franc, 40% Merlot, 20% Cabernet Sauvignon, zwölf bis 22 Monate im Barrique)
Weißwein:
Olaszrizling (Welschriesling
Rosé:
Rozé Cuvée

Angebote & Leistungen


Übernachtungsmöglichkeiten:
 

Anreiseinformationen (Anfahrt)

Von Budapest: Landstraße 6 nach Süden westlich der Donau (und eine ganze Weile der Donau entlang) nach Pécs (Fünfkirchen), von dort ebenfalls Richtung Süden auf der Landstraße 58 über Harkány (einem hübschen Thermalbad) und Siklós weiter nach Villány. Die Diófás Straße zweigt etwa in der Mitte der
Hauptstraße ab, dort steht der dicke Holzpfahl mit den Wegweisern zu den Kellereien, nur wenige Schritte von der Kellerei seines Cousins Gere Attila entfernt.

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