Tamás Günzer ist ein groß gewachsener, gut aussehender junger Mann. Wie am Namen schon zu erkennen, kommt auch er aus einer deutschstämmigen Familie. „Ich sprach mit Großmutter nur Deutsch, weil sie nichts anderes verstand“, sagt er, „ging in den deutschen  Kindergarten und lernte auch in der Fachschule die Sprache meiner Ahnen.“

Im Geheimen wollte Tamás Günzer Winzer werden, traute sich aber nicht bei einem so erfolgreichen Vater und Bruder (siehe Zoltán Günzer). So ging er in die Landwirtschafts-Fachschule und anschließend zur Agrarwissenschaftlichen Universität mit Schwerpunkt Viehzucht.  Zu seiner Überraschung bekam er von seinem Vater zur Diplomfeier 1990 einen 6 Hektar kleinen Weingarten mit 20 Jahre alten Reben der traditionellen Sorte Blauer Portugieser (Kékoportó). Die Großeltern schenkten ihm dazu einen kleinen Weinkeller. So kelterte er, im Hauptberuf Viehzüchter, nebenher Wein – und träumte im Stillen weiter davon einmal ein großer Winzer zu werden.

Zu seinem Glück ist Tamás Günzer leidenschaftlicher Angler, denn den entscheidenden Anstoß bekam er am Flussufer mit der Angelrute in der Hand. Eines Tages saß am Nachbarsteg ein Mann, den er dort noch nie gesehen hatte. Nach einigen Stunden vergeblichen Wartens kamen sie ins Gespräch. Es stellte sich heraus, dass der Mitangler in Ungarn auf die Welt kam und jetzt als erfolgreicher Sommelier in Frankreich arbeitet. Und er war bereit Tamás Günzers Kékoportó zu kosten. Der nächste Anstoß kam 2002, als er bei der Budapester Blindverkostung Vinagora für seinen 1991-er Blauer Portugieser eine Goldmedaille bekam. Da kündigte er seinen gut bezahlten Job in der Viehzucht.

Die kleine Familienkellerei besteht heute aus dem autodidakten Winzer, der sich um Weinberg und Keller kümmert, seiner jungen Frau Mariann, die die Gäste bewirtet und ihrem zehnjährigen Sohn Roland, der schon mal Wein mitverkostet und Weinmacher werden möchte.

Das Anbaugebiet beträgt 15 Hektar, sieben davon sind Neupflanzungen der Rest ist 20 bis 25 Jahre alt. Die Lagen sind berühmt: Jammertal, Csillagvölgy („Sterntal“), Ördögárok („Teufelsgraben“). Alle neigen sich nach Süden oder Südwesten. Für 2007 und 2008 plant er die Neurodung eines alten, inzwischen verwilderten Weinberges von 15 Hektar am Teufelsgraben (neben seinem Bruder, siehe dort). Der Boden ist, wie in ganz Villány, eine Mischung aus Löss, Lehm und Kalk. „Aus diesem Grund“, sagt Günzer, „sind die Rotweine ein wenig säurearm. Und man muss aufpassen, dass die Säure nicht in der Sonne
verbrennt.“

Er baut eine Vielzahl verschiedener Trauben an, die Wichtigsten sind: Blauer Portugieser, BlaufränkischPinot noir, Merlot, Cabernet Sauvignon und franc. Die neu gepflanzten Reben stehen mit 5.500 und 6.000 auf dem Hektar ideal in ihrer Dichte, die alten mit etwa 3.500 luftiger. Gelesen wird durchschnittlich ein Kilo pro Pflanze. „In machen Jahren“, sagt der Winzer, „können wir nur 40 – 50 Gramm ernten – was aber einen herrlich konzentrierten Most ergibt.“

Sturmgärung und Ausbau vollziehen sich bei den Weißen und Roséweinen mit Zuchthefe im Edelstahltank, anschließend werden sie auf Flaschen gefüllt. Die Roten vergären, ebenfalls mit Zuchthefe in offenen Eichenwannen und die Besten davon werden im Barriquefass ausgebaut. So der Pinot noir, der Cabernet Sauvignon und franc, Merlot und Syrah.

Zur Zeit arbeitet er in mehreren Kellern und plant für die nahe Zukunft den Bau eines neuen 30 Meter langen und fünf Meter breiten Kellers, wo er neben den großen seine 100 Barriquefässer unterbringen kann.

Tamás Günzer besucht häufig Weinmessen, Weinvorstellungen, Verkostungen und beobachtet die Veränderung des Geschmack. „Ich glaube“, sagt er, „dass man immer mehr fruchtige aber leichtere, also trinkbare Weine bevorzugen wird.“ Diesem Glauben entspricht sein neuer Cuvée aus Cabernet Sauvignon und Siller, einem sehr leichten, sehr hellen Rotwein, namens „Cabler“. „Die Menschen trinken ihn gern“, sagt er. Bezeichnenderweise bekam der Wein 2006 im südungarischen Szeged bei einer großen Weinmesse den Publikumspreis.

Verkauft werden die Günzer-Weine zu 15 – 20 Prozent in der stimmungsvollen Weinschenke in der Hauptstraße von Villány, zweifellos hilfreich sind auch die herrlichen Gerichte aus dem Backofen, die Frau Günzer zu den Weinen reicht. Etwa 80 Prozent verkauft ein Budapester Großhändler. In Deutschland sind die Weine nicht erhältlich

Adresse

Unsere Adresse:

H-7773 Villány, Dériné utca 10

GPS:

45.86495624913934, 18.445730955542558

Web:

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Unsere Weine & Erzeugnisse


Rotwein:
Portugieser (Blaue Portugieser)
Kékfrankos (Blaufränkisch)
Pinot noir
Merlot
Cabernet Sauvignon
Cabler Cuvée (aus Cabernet Sauvignon und Siller)
Stílus Cuvée (aus Cabernet Sauvignon und Merlot)
Mátyás Cuvée (Selektion von Cabernet Sauvignon und Merlot – der große, schwere Wein der Kellerei)
Weißwein:
Olasz Rizling (Welschriesling)
Chardonnay
Lindenblättriger
Mont Blanc Cuvée (aus
Welschriesling und Irsai Olivér
Rosé:
Kékfrankos Rosé (Blaufränkisch

Angebote & Leistungen



Anreiseinformationen (Anfahrt)

Von Budapest: Landstraße 6 Richtung Süden an der Westseite der Donau (und eine ganze Weile der Donau entlang) nach Pécs (Fünfkirchen), von dort ebenfalls Richtung Süden auf der Landstraße 58 über Harkány (einem hübschen Thermalbad) und Siklós weiter nach Villány. Die Weinschenke befindet sich in der Hauptstraße etwa in der Mitte der Kellerzeile.

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