Márton Mayer wurde ins Winzerleben hineingeboren. Schon die Urgroßeltern hatten Weingärten, aber er vermutet, dass es auch bei deren Großeltern nicht anders gewesen sein wird. Obendrein haben auch die Vorfahren seiner ebenfalls deutschstämmigen Frau Edit Trauben gekeltert. So hatten die Mayers immer einige Fässer für sich und Freunde im Keller. Die ersten Flaschen füllten sie 1989 ab und verkauften sie durch die Verwandtschaft in der Umgebung von Nürnberg. Es war ein Oportó (Blaue Portugieser) und ein Cuvé aus Cabernet Sauvignon und franc. Zehn Jahre später gab es die erste Blindverkostung in Villány, wobei von seinen sechs Weinen fünf mit Gold ausgezeichnet wurden. Seither werden die Weine von der renommierte Großhandlung Bortársaság (Weingesellschaft) an die Spitzengastronomie verkauft und für die Deutschen bleibt so gut wie nichts.

Dafür ging es mit der Kellerei kontinuierlich aufwärts. Mit dem Geld (genau: Coupons), das sie als Wiedergutmachung für beide Familien bekamen, kaufte die Familienkellerei Mayer Weingärten in richtig guten Lagen, 2002 waren es schon zwölf Hektar. Darunter sind zwei Hektar auf der sagenhaften Lage Kopár („Kahlkopf“), wo sie die Bordeaux-Sorten (Cabernet Sauvignon, franc und Merlot) anbauen und auch gleichzeitig lesen. Ebenso auf der ein Hektar großen Villányer Lage Mandulás („Mandelbaum“). Auf einem halben Hektar im Remetevölgy („Rentner-Tal“) wächst Blaufränkisch, auf sechs Hektar im Várerdő („Burgwald“) Blauer Portugieser. Dazu kommen noch mehreren kleineren Parzellen mit eben diesen Sorten.

Der Boden besteht aus Kalk, Lehm und gebundenem Löss. Die Rebstöcke stehen bei den Neupflanzungen 220 x 80 cm, das sind zwischen 5.500 und 6.000 auf einem Hektar. Bei der alten Pflanzungen sind es weniger – wie überall in Ungarn, wegen den alten sowjetischen Erntemaschinen. Gelesen wird durchschnittlich ein Kilo pro Rebstock, manchmal ist es freilich nur
ein Pfund und noch seltener zwei Kilo.

Die ganze Familie arbeitet mit: Vater im Weinberg, sein Sohn, der studierte Weinmacher im Keller, Frau und Tochter in der Gastwirtschaft und bei den Verkostungen.

Die erste große Investition vollbrachten sie schon 1995. Über den 200 Jahre alten Keller ließen sie ein Gebäude mit moderner Keltertechnik und Abfüllanlage errichten, zudem wurden zwei neue klimatisierte Kellergänge für Barriquefässer und Flaschen gegraben.

Die Mayers produzieren nur Rotweine – allerdings wird fünf bis zehn Prozent des Traubensaftes nach der Sturmgärung zu Rosé verarbeitet – um den Roten (noch) mehr Körper und Aroma zu verleihen. So werden nur die Rosé im Edelstahltank ausgebaut. Die meisten werden Cuvées, nur der Blaufränkisch kommt sortenrein in die Flaschen. Die Roten bleiben nach der ersten Gärung sechs bis acht Wochen lang auf dem Trester.  „Früher“, berichtet Márton Mayer, „hat man den Tresterhut (die hart gewordenen, auf dem Wein schwimmenden Schalen) mit Traubenblättern zugedeckt und das Ganze mit Lehm zugekleistert.“ Heute vollzieht sich dies in einer Kunststoffwanne. Sie wird durch einen so genannten Schwimmdeckel luftdicht
abgeschlossen und der Trester darunter ständig gerührt. Dabei gehen in den Wein nicht nur der rote Farbstoff sondern auch viele Aromen über, auch die Apfelsäure wird abgebaut (malolaktische Gärung). Anschließend kommen sie zum Teil in  große Eichenfässer zum Teil ins Barrique. Márton Mayer und seine Familie sind in Villány bekannt dafür, dass sie mit traditionellen Techniken Weine produzieren die ihnen selbst so richtig gut schmecken. „Wir denken“, sagt Vater Mayer, „dann wird es noch andere Leute geben, denen sie auch schmecken.“ Der Absatz gibt ihm Recht.

Insgesamt produziert die Kellerei etwa 150 Hektoliter Wein, der freilich viel zu schnell getrunken wird. „Doch leider“, sagt der Winzer, „haben wir nicht das Geld, um wenigstens die großen Roten zehn Jahre liegen zu lassen – wir müssen weiter investieren, weiter arbeiten.“

Jeweils im Januar machen die Villányer Winzer eine kurze Pause und fahren zusammen nach Österreich zum Skilaufen. Einige freilich, die es gerade erwischt hat, kurieren in der Zeit eine Erkältung aus.

Adresse

Unsere Adresse:

H-7773 Villány Batthyány utca 13

GPS:

45.87125920780342, 18.451937856102063

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Web:

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Unsere Weine & Erzeugnisse


Rotwein:
Villányi Portugieser Primeur
Villányi Portugieser
Villányi Merlot-Cabernet Franc
Villányi Cabernet Sauvignon
Mayer Kopár Cuvée (aus Cabernet Sauvignon, Merlot und Cabernet franc)
Rosé:
Kékfrankos Rosé (Blaufränkisch)
Rosé Cuvée (wechselnde Trauben, meist: Blaufränkisch, Blauer Portugieser, Merlot und Cabernet franc

Angebote & Leistungen



Anreiseinformationen (Anfahrt)

Von Budapest: Landstraße 6 Richtung Süden an der Westseite der Donau (und eine ganze Weile der Donau entlang) nach Pécs (Fünfkirchen), von dort ebenfalls Richtung Süden auf der Landstraße 58 über Harkány (einem hübschen Thermalbad) und Siklós weiter nach Villány. Die Batthyány Straße zweigt etwa in der Mitte der Hauptstraße (der Baross Gábor utca) nach links ab, etwa dort wo der Holzpfahl mit den hölzernen Richtungsschildern zu den Kellereien steht. Die Kellerei Mayer befindet sich direkt neben der Kellerei Bock.

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