Die Gegend ist malerisch: sanfte Hügel, Wälder, dunkle Seen. In den Dörfern Villánykövesd und Palkonya reihen sich Keller an Keller übereinander am Berghang.

Das Haus von Ede und Zsolt, Vater und Sohn Tiffán in Villány ist schneeweiß, die Fensterläden rot, die Wände bewachsen mit wildem Wein. Die Verkostungen finden bei schönem Wetter auf einer breiten Loggia statt. Man sitzt auf Holzbänken an langen Tischen. Aus dem Backofen in den Ecken duftet es nach frischem Brot. Die offene Seite des Raumes gibt den Blick auf Weingärten und Presshäuser frei.

Die Ahnen der Tiffáns stammen mütterlicherseits aus Fulda, väterlicherseits aus dem Elsass. Beide Familien sind seit neun Generation Winzer. Auch die heute aktiven Tiffáns sind mit Wein groß geworden.  Vater Ede hat noch während des Kommunismus Weinbau studiert, dann in der staatlichen Genossenschaft  gearbeitet. „Es war keine gute Zeit für den Wein“, sagt der schnauzbärtige Mann. Die 1.600 verschiedenen Anbauflächen waren zu groß, die Arbeit war schlecht organisiert. Als die Lese begann, waren die Trauben noch unreif – am Ende waren sie verfault. Außerdem „haben wir auf Menge produziert“, sagt er. „wir ernteten 26 Tonnen pro Hektar auf einer Fläche, auf der wir heute gerade einmal drei Tonnen ernten.“ Immerhin, er hat damals schon gelernt, wie man es nicht macht. Und bereits 1986 reiste er nach Bordeaux um zu studieren. Und 1991 kaufte er anderthalb Hektar und wurde zum ersten Winzer des Jahres gewählt. Die meisten heute erfolgreichen Winzer kamen zu ihm und fragten: „Onkel Ede, wie soll ich es machen?“ Und er sagte es ihnen. Sohn Zsolt, studierter Weinbauingenieur, arbeitet im Weinberg und Keller mit.

Heute beträgt die Anbaufläche 21 Hektar, davon drei Hektar Neupflanzung von 2003. Die durchschnittliche Zahl der Reben beträgt 4.800 bis 5.800 pro Hektar. Der Boden der sagenhaften Lagen Jammertal-Sterntal, Teufelsgraben (sie haben deutsche Namen), Kopár (Kahlkopf) und Várerdő (Burgwald) sind meistenteils aus Kalk und Löss. Kenner behaupten, dass dies das beste Terroir für Merlot sei. Die Auszeichnungen bei Blindverkostungen weltweit scheinen es zu bestätigen.

Der Welschriesling hat bei der Lese regelmäßig 100 bis 105 Öchsle. Der Wein ist hellgrün, frisch, mit milden Säuren und feinen Obstaromen weißfleischiger Früchte.

Der Jammertal Cuvée, aus 40 Prozent Blaufränkisch, 30 Prozent Pinot noire, 15 Prozent Blauer Portugieser, 15 Prozent Merlot und Cabernet Sauvignon – ein grandioser Wein: helle Rubinfarbe, feiner Beerenduft, ausgeglichene Tannine und als Abgang ein Aroma von Zwetschgenmarmelade. Die Cuvée Carissimae aus 70 Prozent Cabernet Sauvignon, 20 Prozent Cabernet franc und 10 Prozent Merlot ist rubinrot, duftet nach gedörrten Kirschen und Brombeeren, ist ausgeglichen, konzentriert, hat einen außergewöhnlich langen Abgang mit feinen Akazienhonig-Aromen.

Der 2000-er Cuvée Carissimae bekam auf der Vinexpo in Bordeaux die Silbermedaille. Die Grand Selektion 2001, eine sich jährliche ändernde Auswahl der am besten geratenen Trauben von der Spitzenlage Kopár bekam in Paris die Goldmedaille. Jedes Jahr befinden sich die Tiffán-Weine unter den besten der Welt. Sie haben immer wieder sogar den sagenhaften Chateau Petrus überholt.

Der Nachteil von Qualität und Berühmtheit ist, dass die Weine schnell ausverkauft sind. Doch Vater und Sohn Tiffan brauchten das Geld für Kellerausbau, Kühlsystem, Neupflanzungen und alles das, was die Konkurrenten etwa in Bordeaux bequem in drei Generationen geschafft haben. „Außerdem“ beklagt sich der 40-jährige Sohn Zsolt, „trinken die ungarischen Neureichen alles was einen Namen hat und ungarisch ist – ohne Respekt vor der Qualität. Wir konnten nicht einmal 100 Flaschen von unseren alten Weinen zurückhalten.“

Das wird sich in nächster Zeit zweifellos ändern. Doch allein schon wegen der Preise der jungen Weine wird es sich lohnen immer wieder nach Villány zu reisen.

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Unsere Weine & Erzeugnisse


Rotwein:
Villányi Kékoportó (Blauer Portugieser)
Jammertal Cuvée
Villányi Cabernet sauvignon
Cabernet sauvignon barrique
Pinot noire
Cuvée Carissimae
Grand Selection
Weißwein:
Olaszrízling (Welschriesling)

Angebote & Leistungen



Anreiseinformationen (Anfahrt)

Anreise
Von Budapest: Landstraße 6 nach Süden westlich der Donau und eine ganze Weile der Donau entlang nach Pécs (Fünfkirchen), von dort ebenfalls Richtung Süden auf der Landstraße Nr. 58 über Harkány (einem hübschen Thermalbad) und Siklós nach Villány. Von Siklós kommend bald hinter der Ortseinfahrt sieht man linker Hand ein hohes schmiedeeisernes Tor mit der Aufschrift Gere Attila. Dort hinein fahren, das ist die Nr. 2, die Tiffans residieren gleich dahinter, unter der Nr. 4. Sonst ist der Weg zur Kellerei nicht beschildert, aber jeder kennt sie und viele sprechen Deutsch.

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