Weinbau in der Weinregion Mittelrhein

Weinbau in der Weinregion Mittelrhein

Das Anbaugebiet Mittelrhein reicht links des Rheins von der Nahemündung bis nach Koblenz, rechts des Rheins von Lorch bis zum Siebengebirge. Seit 1980 ist die Rebfläche von 2000 ha auf rund 530 ha geschrumpft. Der Grund hierfür: Die steil terrassierten Weinberge sind nur sehr aufwändig und kostenintensiv zu bewirtschaften. Doch weisen gerade diese Lagen beste klimatische Bedingungen auf; hier werden die Rebstöcke von der Sonne verwöhnt und liegen zugleich windgeschützt.

Der Rhein wirkt sich ebenso wie der Schiefer als Wärmespeicher aus. So ist bereits die durchschnittliche Qualität der hiesigen Weine gut – und mit einem gewissen Ehrgeiz des Winzers erreichen sie häufig Spitzenqualität.

 

Blick auf die Weinberge am Ufer des Rheins

Blick auf die Weinberge am Ufer des Rheins

Die Heimat des Riesling

Der Riesling ist die wichtigste Rebsorte. In all seinen Varianten überzeugt er stets durch seine herzhafte Fruchtsäure und seinen feinrassigen, kernigen Charakter. Ergänzt wird er durch Müller-Thurgau, der oftmals mild-süffig ausgebaut wird, sowie durch Kernerweine mit feinem, leichtem Muskatbukett. Als Vertreter des Rotweines wird Spätburgunder angebaut, der hier auch Drachenblut genannt wird. Der Mittelrhein hat zweifellos seine Reize. Die Landschaft des Rheinufers mit den steilen Hängen, Schlössern, Burgruinen und nicht zuletzt der sagenumwobenen Loreley ist einmalig. Kürzlich ernannte die Unesco das Mittelrheintal zum Weltkulturerbe und gab damit zum Ausdruck, dass es zu den schönsten Regionen Europas zählt.

 

Das Touristenzentrum in Bacherach

Das Touristenzentrum in Bacherach

Sehenswürdigkeiten in der Weinregion Mittelrhein

Die einzelnen Orte locken mit ihren kulturellen Sehenswürdigkeiten. So verfügt Koblenz als eine der ältesten Städte Deutschlands über eine Fülle von Kunstschätzen. In Boppard sind unter anderem Reste eines Römerkastells sowie die kurfürstliche Burg mit Heimatmuseum zu besichtigen. In Königswinter am Siebengebirge erklimmt eine Zahnradbahn den Drachenfelsen, wo Siegfried den Drachen getötet haben soll. Oberwesel, St. Goar, St. Goarshausen, Leutesdorf… die Reihe der reizvollen Städte ließe sich weiter fortsetzen. Natürlich fehlen nirgends die typischen Weinstuben und Gutsschänken.

Ein Ort sei aber noch vorgestellt: Bacharach. Die 871 erstmals erwähnte Stadt ist ein altes Weinhandelszentrum und zählte im Mittelalter zu den bekanntesten Weinorten. Sie ist keine römische Gründung, auch wenn man sich lange auf »Bacchi ara«, den Altarstein des Bacchus, berufen hat. Dieser Stein war ein Schieferfelsen in Altarform im Rhein, auf dem der Legende nach Bacchus zu Ehren Opfer dargebracht wurden. Leider wurde dieser symbolträchtige Felsen nach 1850 bei der Rheinregulierung weggesprengt. Inzwischen weiß man, dass Bacharach schon vor den Römern existiert hat und sein ursprünglicher Ortsname »Baccaracus « keltischen Ursprungs ist.

 

Burg Rheinstein im oberen Mittelrheintal.

Burg Rheinstein im oberen Mittelrheintal.

Historisches Weinfest am Rhein

In Bacharach gibt es die Burg Stahleck, die gotische Wernerkapelle sowie die Ruine Stahlberg zu besichtigen. Es locken ein ausgedehntes Wanderwegenetz, Schiffsfahrten sowie gemütliche Unterkünfte im mittelalterlichen Stadtbild. Das seit 1928 stattfindende Weinfest zählt zu den ältesten am Rhein. Alljährlich rollt dabei ein als Bacchus verkleideter Mann auf einem Fass durch die Stadt, ausgestattet mit einer Krone aus Trauben, einem Rebstock und einem Weinkelch.