Blick auf die Weinberge an der Mosel

Blick auf die Weinberge an der Mosel

An der Mosel sowie an ihren Nebenflüssen Saar und Ruwer befindet sich mit rund 10.000 ha das fünftgrößte Anbaugebiet Deutschlands.

Das größte Anbaugebiet ist es in punkto Riesling. Gut die Hälfte der Rebfläche ist mit ihm bestockt – und seine hiesigen Spitzenweine sind weltweit berühmt. Riesling wird zwar in vielen Anbaugebieten und auf vielen Bodenarten angebaut, aber solche filigranen, feingliedrigen und doch konzentrierten Rieslinge, wie sie an den Steilhängen der Mosel auf den Schiefer-Verwitterungsböden entstehen, sind sicher einmalig. Moselrieslinge bestechen nicht durch Fülle, sondern durch ihre leichte, schlanke Art und der ausgeprägten Neigung zu einer feinen Frucht.

 

Besondere Auslesen mit einem guten Ruf

Besondere Auslesen mit einem guten Ruf

Besondere Auslesen mit einem guten Ruf

An der Saar herrscht ein sehr spezielles, kühleres Mikroklima. Wohl keine Region Deutschlands brilliert mit rassigeren Rieslingen. In schwierigen Jahrgängen haben die Weine zwar mit einer hohen Säure zu kämpfen, um eine ideale Balance zu erreichen, in warmen Jahren jedoch vereinigt sich in ihnen die glasklare, saftige Rieslingfrucht mit einer rassigen Säure zu filigranen Meisterwerken. In sehr guten Jahrgängen, wenn die Trauben hier voll ausreifen, genießen insbesondere die edelsüßen Auslesen der besten Lagen einen guten Ruf weit über die Grenzen Deutschlands hinaus. Die Weine der Ruwer sind sehr filigran, oftmals auch von würziger Art.

Neben dem Riesling sind weitere häufig angebaute Rebsorten Müller- Thurgau, Kerner und Bacchus. Die sehr alte Sorte Elbling ist besonders auf den Muschelkalkböden am oberen Teil der Mosel beheimatet. Als Vertreter des Rotweins werden hauptsächlich Spätburgunder und Portugieser angebaut. Jahrhundertelang waren die roten Rebsorten an der Mosel stark verbreitet, bevor Clemens Wenzeslaus, der letzte Fürstbischof des Kurbistums Trier, 1787 den alleinigen Anbau der Sorte Riesling befahl. Erst 1987 wurde mit dem Spätburgunder wieder erstmals der Anbau einer Rotweinsorte zugelassen, ab 1992 folgten weitere Sorten.

 

Steillagen prägen die Weinregion Mosel-Saar-Ruwer

Steillagen prägen die Weinregion Mosel-Saar-Ruwer

Steillagen prägen die Weinregion

Im gesamten Anbaugebiet dominieren Schieferböden, die aus vielen verschiedenen Schieferarten be- Mosel-Saar-Ruwer stehen. So sind selbst bei benachbarten Weinlagen oft deutliche Unterschiede zu schmecken. Der Steillagenanteil ist sehr hoch und eine Hangneigung von 70 Prozent ist keine Seltenheit. Eine Mechanisierung ist nur bedingt möglich, so dass die aufwändige Handarbeit in den Weinbergen nach wie vor überwiegt. Das Tal der kurvig verlaufenden Mosel ist besonders eng und steil, hier wird die Wärme gut gespeichert und steht den windgeschützt liegenden Reben lange zur Verfügung. Die Saar hingegen windet sich nicht so stark, und ihre Hänge sind bis auf die Region zwischen Kanzem und Wiltingen weniger steil. Der Bereich Ruwer ist durch leicht gewellte Hügel geprägt, durch die sich der Fluss schlängelt.

Als »Perle« des Moseltals wird das Städtchen Beilstein bezeichnet, dessen Burgruinen, Kapellen und Stadtmauern bis in die Römerzeit zurückreichen. Bernkastel-Kues ist der Hauptort der Mittelmosel und fasziniert seine Besucher mit dem mittelalterlichen Stadtbild samt Marktplatz, der von Fachwerkhäusern umgeben ist. Zu besichtigen gibt es zudem die Burg Landshut, die Bibliothek mit astronomischen Instrumenten sowie das Moselweinmuseum. Cochem mit seinen engen Gässchen liegt am Fuße der Reichsburg, die im 11. Jahrhundert erbaut und 1869 bis 1877 neu aufgebaut wurde. Wahrzeichen von Trier ist die Porta Nigra, die ehemalige Torburg der römischen Stadtbefestigung. Weitere hiesige Zeugnisse der Römer sind die Kaiserthermen und das Amphitheater.