Die Weinberge an der Burg Freyburg

Die Weinberge an der Burg Freyburg

Das Anbaugebiet Saale-Unstrut ist das zweitkleinste und dabei nördlichste deutsches Weinbaugebiet mit mit gerade einmal 768 Hektar Rebfläche – dem kümmerlichen, wenn auch seit Beginn der neunziger Jahre wieder leicht zunehmenden Rest eines über tausendjährigen, einst bedeutenden Weinbaus. Die Weinregion ist geprägt durch Ihre Weinberge mit Steilterassen, Trockenmauern und Weinbergshäuschen mit mittelalterlichen Burgen und reizvollen Orten, die zum Entdecken und Genießen einladen.

Heute hat sich der Weinbau im wesentlichen auf das Saaletal zwischen Weißenfels und Bad Kösen um Naumburg und das angrenzende Unstruttal zwischen Steigra und Freyburg südlich von Halle mit einer Exklave am Süßen See westlich von Halle zurückgezogen, die in die beiden Bereiche Schloß Neuenburg und Thüringen eingeteilt sind.

 

Qualitativ hochwertiger Weinbau auf kleiner Fläche

Qualitativ hochwertiger Weinbau auf kleiner Fläche

Das Qualitätsweinanbaugebiet Saale-Unstrut

Klein und Hobbywinzer bewirtschaften derzeit lediglich ein Fünftel der Rebfläche, doch haben seit Beginn der neunziger Jahre erste private Weingüter (G. Born, K. R. Deckert, U. Lützkendorf, B. Thürkind, das Schloßweingut Klosterhäseler u. a.) bereits auf sich aufmerksam gemacht. Die Böden sind sehr unterschiedlich, und während um Naumburg Buntsandstein vorherrscht, dominiert um Freyburg Muschelkalk. Das Klima im Regenschatten des Harzes zählt zu den trockensten aller deutschen Weinbaugebiete (500 mm mittlere Niederschlagsmenge) und ist weitgehend kontinental geprägt von mitunter kalten Wintern und deutlicher Spätfrostgefährdung, die die Vegetationszeit schlimmstenfalls auf 155 Tage reduzieren und damit zur Missernte führen können. Es werden daher überwiegend eher früh- bis mittelreife Sorten angepflanzt, allen voran der Müller-Thurgau (ca. ein Drittel der Rebfläche) und der Silvaner (knapp ein Sechstel), gegenüber denen andere Sorten, darunter Weißer Burgunder, Gutedel, Traminer, Riesling u. a. eine deutlich geringere Rolle spielen. 15 % entfallen auf rote Sorten.

Die Weine sind durchweg trocken – zumal ihnen traditionellerweise keine Süßreserve beigegeben wird – und ansprechend und erinnern mitunter an Weine aus Franken, wenngleich jene gewisse Bodenständigkeit und mitunter bäuerlich-rustikale Art der Weine in erster Linie den überkommenen Vinifikations- und Ausbaumethoden zuzuschreiben ist, die verglichen mit der modernen Welt Geisenheims durchaus ihren Charme haben können.

Die Weine werden überwiegend durch die Winzervereinigung Freyburg/Unstrut und das Landesweingut Kloster Pforta in den Handel gebracht. Neben Freyburg und Naumburg sind Steigra, Dorndorf, Großjena, Burgscheidungen u. a. Orte bekannt.

 

Nützliche Links:
Weinbauverband Saale-Unstrut e.V.
Saale-Unstrut: Wein, Genuss & Tourismus