Die französische Weinbauregion Elsass – erstklassiger Weinbau mit langjähriger Tradition.

Weinbaugebiet Elsass / Vignoble d'Alsace

Das Weinbaugebiet Alsace (Elsass)

Elsass ist ein ostfranzösisches Weinbaugebiet an den Abhängen der Vogesen, gegenüber von Baden. Die Weinberge liegen hauptsächlich zwischen Mühlhausen und Straßburg in den beiden Départements Bas-Rhin und Haut-Rhin und das Gebiet gehört mit seinen malerischen und höchst reizvollen Weinstädtchen zu den landschaftlich schönsten Weinregionen der Welt.

Es wird überwiegend Weißwein erzeugt – die wenigen Rot und Roséweine stammen ausschließlich aus der Pinot noir. Sieht man einmal von dem Edelzwicker ab, der ein Verschnittwein aus zwei oder mehr Rebsorten ist, werden fast alle elsässischen Weine nur aus einer Rebsorte erzeugt. Für diese sind folgende Sorten zugelassen: Gewürztraminer, Riesling, Pinot gris (auch Tokay Pinot gris), Muskat (aus Muskateller und Muskat-Ottonel), Pinot (oder Klevner, aus Auxerrois, Pinot noir als Weißwein vinifiziert und Pinot gris), Sylvaner und Chasselas. Während die letzten beiden meist für den Edelzwicker verwandt werden, erscheinen die übrigen als Rebsortenweine deklariert im Handel.

Anders als bei den übrigen A.O.C.-Weinen Frankreichs dürfen von diesen Sorten 100hl/ha erzeugt werden, und der Most muss einen potentiellen Mindestalkohol von 8,5% vol. aufgewiesen haben. Zusäzlich gibt es die Appellation contrôlée Alsace grand cru für 50 Lagen mit insgesamt 585ha Rebfläche. Diese ist Riesling und Muscat vorbehalten, wenn sie mindestens 10 % vol., und Gewürztraminer und Pinot gris, wenn sie mindestens 12% vol. Alkohol ergeben würden – für die Jahre 1987 – 1992 galten noch 11% vol. als ausreichend -, einen zulässigen Grundertrag von 70hl/ha nicht übersteigen und von einer entsprechend festgelegten Lage kommen.

 

Elsass / Alsace - Weinbaugebiet in Frankreich

Die Weinbauregion Elsass in Frankreich

Erstklassiger Weinbau mit langjähriger Tradition

Der Weinbau kann im Elsass auf eine lange Tradition zurückblicken: Alte Dokumente belegen, dass es im schon Jahr 900 mehr als 160 Ortschaften gab, in deren Umgebung Wein angebaut wurde. Welche Bedeutung dem Elsässer Wein zukam, verdeutlichen die sich auf 30.000 Hektar ausdehnenden Anbauflächen im frühen 19. Jahrhundert. Doch nach dem Zweiten Weltkrieg hatte sich die Fläche auf weniger als 9.000 Hektar dezimiert; die Elsässer Weinwirtschaft sah sich zu einem Neubeginn gezwungen. Heute werden zwischen Wissembourg im Norden und Leimbach im Süden auf gut 15.500 Hektar Reben gepflegt.

Die Angabe einer Lage erscheint nur selten auf dem Etikett elsässischer Weine. Neben der Rebsorte ist eher der Name des Erzeugers oder Abfüllers wichtig bzw. qualitätsverbürgend. Man sollte daher nicht nur die wichtigsten Namen kennen, sondern auch das übrige Deklarationssystem beachten. Die als Vendanges tardives deklarierten Weine dürfen lediglich aus Gewürztraminer, Pinot gris, Riesling und Muscat stammen, wobei die ersten beiden einen Zuckergehalt im Most von 243 g/l, die beiden übrigen von 220 g/l aufgewiesen haben müssen und nicht angereichert worden sein dürfen. Von den gleichen Reben kann auch eine Beerenauslese, Sélection de grains nobles durchgeführt werden, doch müssen dann die Zuckerwerte bei 279 bzw. 256 g/l gelegen haben. Alle weiteren Angaben sind ungeschützt und können nichtssagend sein.

 

Weintraubenernte im Elsass - Handlese

Weintraubenernte im Weinberg

Hochwertiger Wein durch Handlese

Drei Appellationen sind dem Elsass per INAO-Anerkennung geschützt: Alsace, Alsace Grand Cru (beschränkt auf 50 Lagen, Handlese ist vorgeschrieben, Basisertrag max. 55 hl/ha) sowie Crémant d’Alsace. Bei im Elsass erzeugten Weinen ist es üblich, dass die Rebsorte als wichtigste Aussage auf dem Etikett erscheint; nur wenn es sich um eine Assemblage aus verschiedenen Sorten handelt, steht der Markenname des Erzeugers oder die Bezeichnung »Edelzwicker« im Vordergrund. Im Edelzwicker können sich Sylvaner, Chasselas, Riesling, Pinot Blanc, Pinot Noir, Pinot Auxerrois und Tokay vereinen. Eine neue, zusätzliche Hierarchisierung aus Mischbepflanzung ist geplant, diese Weine sollen unter der Bezeichnung »Niveau Premier Cru« auf den Markt kommen.

Weine aus dem Elsass – Crémants ausgenommen – kommen in Flaschen auf den Markt, deren Form gesetzlich geschützt ist. Die »flûte« ist schlank und schmal und unverwechselbar.

 

Weitläufige Weinlandschaft im Elsass

Weitläufige Weinlandschaft

Kontinentales Klima mit hohen Sommertemperaturen

Das halbkontinentale Klima der nach Osten abfallenden Vogesenhänge mit hohen Sommertemperaturen, geringen Niederschlägen und kalten Wintern gewähren eine langsame und lange Reife der Trauben, gut für starke Aromen und große Finesse. Doch die Unterschiedlichkeit des Terroirs sorgt zugleich für eine große Spannweite im Wachstum der Reben, letztlich auch im Geschmack und im Duft eines Elsässer Weins. Lehmige, kalkige, ton-mergelige, ton-sandige und gipshaltige Böden wechseln sich mit Gneis, Granit, Schiefer und Vulkangestein ab. Dieses geologische Mosaik im Rheingraben, an dessen westlicher Seite das Elsass liegt, bringt es mit sich, dass manche Weinorte bis zu fünf verschiedene Bodenarten aufweisen.

5700 Winzerbetriebe gibt es im Elsass, von denen 3800 über eine Anbaufläche von weniger als 2 Hektar verfügen. Und nur knapp 1000 verkaufen ihre Erzeugnisse in eigener Regie. Insgesamt 22 Prozent des elsässischen Weins werden von unabhängig arbeitenden Winzern verkauft, 78 Prozent durch Genossenschaften oder Handelshäuser. Rund ein Viertel des jährlichen Gesamtumsatzes macht der Export aus, wobei Deutschland einer der bedeutendsten Märkte für Weine aus dem Elsass ist.

 

Führende Weinbauorte im Elsass

Als führende Weinbauorte des Elsass gelten, in geographischer Reihenfolge von Nord nach Süd: Marlenheim, Molsheim, Obernai, Goxwiller, Barr, Mittelbergheim, Andlau, Dambach-la-Ville, Bergheim, Ribeauvillé, Hunawihr, Zellenberg, Riquewihr, Mittelwihr, Sigolsheim, Kientzheim, Kaysersberg, Ammerschwihr, Katzenthal, Turckheim, Wintzenheim, Eguisheim, Husseren-les-Châteaux, Westhalten, Guebwiller u. a.