Das Weinbaugebiet Emilia-Romagna in Italien

Das italienische Weinanbaugebiet Emilia-Romagna

Die Doppelregion Emilia-Romagna mit ihren rund 58.000 Hektar Rebfläche liegt zwischen der Po-Ebene im Norden und den Apenninen im Süden. Die norditalienische Region ist die landwirtschaftlich reichste des Landes, mit der Hauptstadt Bologna, die in Italien nicht umsonst als Bologna la grassa bekannt ist. Ihre Weine sind hingegen in ihrer Mehrzahl nicht vergleichbar bemerkenswert; Quantität tritt nur zu oft an die Stelle der Qualität, vor allem in den weiten, intensiv genutzten Po- und Küstenebenen.

Auf den ca. 58.000 ha Anbaufläche, gut 10% weniger als in der benachbarten Toskana, werden im Schnitt 8-9 Millionen Hektoliter Wein erzeugt – fast vergleichbar der gesamten Erzeugung der Bundesrepublik! Leider bleibt der Anteil der Qualitätsweine noch spürbar unter dem nationalen Durchschnitt, kein Wunder angesichts der gepflegten Massenproduktion.

Klimatisch gehört die Emilia-Romagna zur warmgemäßigten Klimazone, die Übergangsjahreszeiten sind größtenteils warm und sonnig, im Sommer können die Temperaturen auf 38 °C steigen. Die Region weist jedoch für italienische Verhältnisse relativ kühle Winter auf. Zwischen November und Februar gibt es häufiger leichte Fröste.

 

Weinlandschaft in der Emilia-Romagna

Blick auf die Weinlandschaft in der Emilia-Romagna

Schinken, Parmesan, Balsamico, Lambrusco…

Kulinarisch zählt die Emilia im Westen zu den bekanntesten kulinarischen Gebieten, so kommt aus Reggio der Parmesan, aus Parma der berühmte Schinken und aus Modena der Aceto Balsamico. Der bekannteste Wein ist jedoch der Lambrusco, den es meist als Einstiegswein mit deutlicher Süße gibt und eher auf Partys vom jüngeren Publikum getrunken wird. Allerdings gibt es auch einige erfreuliche Ausnahmen, speziell in den DOC-Regionen Lambrusco Grasparossa di Castelvetro und Lambrusco di Sorbara findet man einige trockene Vertreter, die nach roten Früchten und blumigen Noten duften und die eine ganz andere Klasse besitzen. Ganz im Westen des Gebietes findet man weiße Dessertweine aus der Sorte Malvasia di Candia.

In der Romagna dagegen, die sich südlich von Bologna bis zur Adria erstreckt, ist die Qualität der Weine deutlich höher. Bei den roten Sorten dominiert der Sangiovese, der hier meist etwas leichter und mit weniger tanninen ausfällt als in der Toskana. In den höheren Lagen bei Bologna und Rimini sind außerdem etliche Flächen mit Cabernet Sauvignon und Merlot bepflanzt, die überwiegend als Cuvéepartner dem Sangiovese mehr Körper verleihen.

Bei den Weißweinen dominieren die Sorten Trebbiano und Albana di Romagna, die aber zumeist nur unkomplizierte, relativ neutrale Alltagsweine hervorbringen. Aus Gründen, die außerhalb der Region wohl niemand nachvollziehen kann, erhielt der Albana als als erster italienischer Weißwein den DOCG-Status.

 

DOCG-Weine in der Emilia-Romagna

Romagna Albana, Colli Bolognesi Classico Pignoletto

DOC-Weine in der Emilia-Romagna

Bosco Eliceo, Colli Bolognesi, Colli d’Imola, Colli di Faenza, Colli di Parma, Colli di Rimini, Colli di Scandiano e di Canossa, Colli Piacentini, Colli Romagna Centrale, Gutturnio, Lambrusco di Sorbara (DOC), Lambrusco Grasparossa di Castelvetro, Lambrusco Salamino di Santa Croce, Modena oder Di Modena, Ortrugo dei Colli Piacentini oder Ortrugo-Colli Piacentini, Reggiano, Reno, Romagna.

IGT-Weine in der Emilia-Romagna

Bianco di Castelfranco Emilia, Emilia oder dell’Emilia, Forlì, Fortana del Taro, Ravenna, Rubicone, Sillaro oder Bianco del Sillaro, Terre di Veleja, Val Tidone.