Das Weinbaugebiet Friaul-Julisch Venetien in Italien

Das italienische Weinanbaugebiet Friaul-Julisch Venetien

Die rund 19.000 Hektar Rebfläche umfassende nordöstliche Grenzregion profitiert vom mediterranen Klima einerseits und den alpinen Strömungen andererseits. Das meist nur Friaul genannte Gebiet gilt als die beste Weißweinregion Italiens und manche Kenner halten sie sogar für einer der weltweit besten Regionen für weiße Gewächse.

Mit gut 1-1,4 Millionen Hektoliter Wein bringt diese im äußersten Nordosten gelegene Region nur einen geringen Teil der italienischen Weinerzeugung hervor, jedoch inzwischen über 6% der offiziellen Qualitätsweine des Landes, die innerhalb der Region einen Anteil von rund 43% ausmachen – den nach der Region Trentino-Alto Adige (Südtirol) höchsten Anteil überhaupt in einer italienischen Region. Im allgemeinen genießen die Weißweine, zumal aus dem Collio und den Colli Orientale del Friuli das größte Ansehen und erreichen einen hohen Rang, doch sollte man darüber weder die anderen Gebiete (Grave del Friuli, Aquileia, Isonzo, Latisana und Carso) noch die Rotweine vergessen, die von bemerkenswerter Qualität sein können.

Qualitativ zählt das kleine Friaul sicherlich zu den großen italienischen Weinbauregionen, und wenn Engagement und Seriosität mit der richtigen Sortenwahl, den passenden Böden, strenger Ertragsbegrenzung und kompromissloser Vinifikation und Ausbau einhergehen, sind ganz und gar bemerkenswerte Weine das Ergebnis.

 

Weinberge Weinlandschaft Friaul-Julisch Venetien

Blick auf die Weinberge und Weinlandschaft in der Region Friaul-Julisch Venetien.

Kraftvolle Weine mit feiner Säurestruktur

Den guten Ruf genießen die Erzeuger noch nicht sehr lange. Zwar wurde in der Region schon seit der Antike Wein angebaut, aber nicht zuletzt durch die Zerstörungen in den beiden Weltkriegen lag das Potenzial für Jahrzehnte flach. Erst in den späten 60er Jahren gab es die ersten Winzer, die mit kraftvollen Weinen mit feiner Säurestruktur für Aufsehen sorgten. Die dominierenden Sorten sind dabei der Friulano, der bis vor kurzem noch als Tocai Friulano bezeichnet wurde, aber auf für den Export vorgesehenen Weinen nicht mehr mit dem Wort Tocai erscheinen darf. Der Grund ist juristischer Art, Aufgrund eines Abkommens zwischen der EU und Ungarn bleibt der Name Tokaj nur noch dem gleichnamigen Weinbaugebiet in Ungarn vorbehalten und um Missverständnisse bei den Verbrauchern vorzubeugen, darf es eben auch keinen Tocai Friulano mehr geben. Da mag man sich zwar den Kopf darüber zerbrechen, ob das wirklich nötig war, aber dann trinkt man eben nur noch Friulano, was soll’s.

Wichtiger ist jedenfalls, dass im Friaul internationale Sorten stark im Kommen sind, um den steigenden Export in aller Welt bedienen zu können. Ob das Sinn macht, wird sich erst in einigen Jahren zeigen, schließlich gibt es schon genügend Chardonnay. Bedeutung haben zudem die Sorten Sauvignon Blanc, Pinot Grigio und Pinot Bianco. Aus was auch immer, die Weißweine weisen eine feine Frische, klare Struktur und Eleganz auf, das gilt ebenso für trockene Weine aus Malvasia.

Trotz der weißen Übermacht kann man in Friaul außerdem ein paar bemerkenswerte Rotweine probieren. Am meisten vertreten sind Merlot, Cabernet Sauvignon und Pinot Noir, aber auch ein paar autochthone Sorten wie Schiopettino, Refosco, Pignolo oder Tazzelenghe sind noch im Anbau.

 

DOCG-Weine in Friaul-Julisch Venetien

Colli Orientali del Friuli Picolit, Lison, Ramandolo, Rosazzo.

DOC-Weine in Friaul-Julisch Venetien

Carso, Collio Goriziano, Friuli-Annia, Friuli Aquileia, Friuli Colli Orientali, Friuli Grave, Friuli Isonzo, Friuli Latisana, Lison Pramaggiore, Prosecco