Das Weinbaugebiet Sardinien in Italien

Das italienische Weinbaugebiet Sardinien

Sardinien ist eine italienische Mittelmeerinsel mit rund 32.000 Hektar Rebfläche, von der jährlich im Schnitt aber nur um die 1 Mill. Hektoliter Wein kommen, die sehr unterschiedlicher Qualität sind. Gut 12% entfallen dabei auf die DOC-Weine. Diese Weine weisen in der Regel einen hohen Alkoholgehalt auf (häufig zwischen 13-18% vol.), können dabei aber dennoch z.T. erstaunlich fein und vereinzelt von außergewöhnlicher Güte sein. Als der traditionell berühmteste Wein gilt der delikate weiße Vernaccia di Oristano, ein sehr alkoholhaltiger Wein, z. T. auch als Likörwein, wozu auch die auf der Insel sehr beliebten, vielfach im Campidano erzeugten Nasco di Cagliari, Moscato di Cagliari, Malvasia di Bosa, Gird di Cagliari und weitere aus Malvasia oder Moscato bereitete Weine gehören. Abgesehen von Likörweinen werden aber mitunter auch ganz beachtliche Weißweine erzeugt, allen voran der Vermentino di Gallura, ein gehaltvoller und rassiger Wein, neben dem der Nuragus di Cagliari ebenfalls Erwähnung verdient. Unter den Rotweinen ragen hervor die Cannonau-Weine, der lokalen Bezeichnung für den Grenache, besonders der Cannonau di Sardegna, aber auch der Monica di Sardegna und der aus Cannonau und Monica (plus Bovale) erzeugte Mandrolisai, ferner der achtbare Carignano del Sulcis.

Ursprünglich brachten die Phönizier und Karthager etwa 900 v. Chr. die ersten Rebstöcke auf die Insel. Durch viele Besitzerwechsel kamen schließlich immer neue Traubensorten nach Sardinien, aber den nachhaltigsten Eindruck auf den heutigen Rebsortenspiegel hatte zweifellos Spanien. Das beweist etwa das Dasein von Cannonau, eine regionale Bezeichnung für die spanische Sorte Garnacha, die körperreiche, komplexe Rotweine mit schöner Frucht hervorbringen kann.

Weinbauregion Sardinien (Italien)

Weinbau in einer atemberaubenden Region.

Umso erstaunlicher mag es sein, dass die Weine längst nicht so bekannt sind wie etwa der Peccorino-Käse von der Milch der unzähligen Schafherden. Das liegt aber nicht zuletzt daran, dass der Großteil der Weine von den Bewohnern und Touristen, denen oft auch Alternativen fehlen, konsumiert wird oder als Fassware die Weine vom Festland verdunkelt. Denn die sardischen Rotweine, die auch oft Vini Neri, also schwarze Weine, genannt werden, sind als kleiner Cuvéepartner für farbkräftigere Weine in Italien durchaus gerne gesehen. Eigentlich schade, denn Sardinien hätte durchaus mehr zu bieten als Lieferant anonymer Grundweine zu sein. Bei den roten Gewächsen zeigt der Cannonau in Händen engagierter Winzer, dass er kraftvolle, feinfruchtige und dezent mineralische Weine mit nicht allzu betonter Tanninstruktur hervorbringen kann. Bei den Weißweinen wird ebenfalls das Potenzial bislang noch nicht genügend ausgeschöpft. So gibt es durchaus den ein oder anderen Vermentino, der sich rassig, fruchtig, frisch und gehaltvoll zeigt oder auch als Süßwein überzeugen kann. Die meisten Vertreter dieser Sorte sind allerdings derzeit eher langweilige Tröpfchen, die man bestenfalls als Durstlöscher bezeichnen kann.

Der älteste und berühmteste Wein der Insel ist jedoch der Sherryähnliche Vernaccia di Oristano mit seiner intensiven Frucht, den es auch als Likörwein gibt. Aber zugegeben, wäre die Insel an sich nicht so schön, bräuchte man wegen der Weine nicht extra hinfahren, auch wenn die Zahl der qualitätsorientierten Winzer langsam steigt.

 

DOCG-Wein auf Sardinien

Vermentino di Gallura

DOC-Weine auf Sardinien

Alghero, Arborea, Campidano di Terralba oder Terralba, Cannonau di Sardegna, Carignano del Sulcis, Girò di Cagliari, Malvasia di Bosa, Cagliari, Mandrolisai, Monica di Sardegna, Moscato di Sardegna, Moscato di Sorso-Sennori oder Moscato di Sorso oder Moscato di Sennori, Nasco di Cagliari, Nuragus di Cagliari, Sardegna Semidano, Vermentino di Sardegna, Vernaccia di Oristano.