Das Weinbaugebiet Sizilien in Italien Die Insel war einst eine der wichtigsten Kolonien Griechenlands und entsprechend lange gibt es hier schon eine Weintradition. Aus dem 7. Jahrhundert v. Chr. stammen jedenfalls zahlreiche Funde, die auf einen regen Anbau schließen lassen. Aber wichtiger dürfte der französische Einfluss Anfang des 10. Jahrhunderts gewesen sein, als die Bourbonen Sizilien beherrschten. Doch bis vor nicht langer Zeit genossen die Winzer der Insel einen Ruf als banale Massenerzeuger, die noch dazu eine Menge Fassweine nach Europa schickten, um dort die Weine einiger Regionen wundersam zu vermehren. Heute allerdings gilt Sizilien als eine der dynamischsten Anbaugebiete Italiens, wobei der Strukturwandel nicht älter als 10 bis 15 Jahre zurückliegt. Seitdem sind einige Betriebe entstanden, die das vorhandene Potenzial zu nutzen wussten.

Die italienische Weinbauregion Sizilien Interessanterweise sind die knapp 100.000 Hektar Rebfläche nicht von roten Sorten dominiert, was man in Anbetracht des dortigen heißen Klimas erwarten dürfte. Der Anteil der Weißweine dominiert nämlich eindeutig mit beinahe 64 Prozent. Jedoch sind die weißen Reben seit der Jahrtausendwende im Rückgang, so reduzierte sich ihr Anteil von damals fast 77 Prozent um stattliche 13 Prozent. Im Westen Siziliens, in den Provinzen Trapani, Agrigento und Palermo, weisen heute die weißen Rebsorten einen Anteil von fast 71 Prozent auf, während im Ostteil der Insel, in den Provinzen Catania, Messina, Siracusa und Ragusa die roten Sorten mit einem Anteil von fast 90 Prozent dominieren. Aber die erhöhte Nachfrage nach Rotweinen haben die sizilianischen Winzer auch im Westteil dazu bewogen, verstärkt auf rote Varianten zu setzen.

Zwar gibt es bei den Rebsorten eine Übermacht heimischer Varianten wie die weißen Cattaratto und Inzolia oder die roten Perricone und Nero D’Avola, auch Calabrese genannt, aber zunehmend machen sich außerdem die internationalen Sorten breit. Das macht die Weine auch für das internationale Publikum interessanter. Die Weißweine gelten jedenfalls derzeit als kräftig, aber aromatisch und die Rotweine als fruchtige, dicht strukturierte Gewächse mit gelegentlich marmeladigen Noten. Eine Spezialität der Insel ist natürlich der schwere Dessertwein Marsala, aber dessen Beliebtheit ist mittlerweile zugunsten des Moscato di Pantelleria kräftig zurückgegangen. Wie auch immer, Sizilien ist unter dem Weinbauaspekt eine Region mit großer Zukunft.

An der über 1000 km langen Küste herrscht ein relativ ausgeglichenes, mediterranes Klima mit bis zu 300 Sonnentage an den Küsten. Die Temperaturen im Inland werden von einem wesentlich härteren Klima bestimmt – heiße Sommer und kalte Winter! Der sizilianische Apennin und der Etna haben ein Bergklima mit großen Temperaturschwankungen und Schnee in den Wintermonaten.