Das Weinbaugebiet Toskana in Italien

 

Das italienische Weinanbaugebiet Toskana

Die Toskana ist die beliebteste italienische Urlaubsregion der deutschen Touristen und neben dem Piemont auch das qualitativ wichtigste Weinbaugebiet. Aus diesen beiden Gründen bildet die Toskana den Schwerpunkt des Buches. Auf rund 65.000 Hektar Rebfläche bietet das Land zwischen sanften Hügellandschaften und einer schönen Küstenregion eine geradezu paradiesische Vielfalt verschiedener Rotweine. Eine enorme Rolle spielt dabei die Sangiovese-Rebe, die zumindest zum Teil in den meisten Weinen enthalten ist.

Die italienische Weinbauregion ToskanaAllen voran steht natürlich der Chianti, der mit rund einer Million Hektoliter jährlich der meistproduzierte Qualitätswein Italiens ist. Die Qualitätspalette reicht dabei von recht einfachen, sehr preiswerten Tröpfchen bis hin zu absoluten Spitzenerzeugnissen. Seit dem Jahrgang 2006 dürfen keine weißen Sorten mehr beigemischt werden, bis dahin war ein Anteil von 10 Prozent möglich und wurde nicht nur von kleineren Winzern mit älteren Anlagen genutzt. Heute gibt es etliche Chianti mit 100 Prozent Sangiovese, aber üblicher sind 20 Prozent Beimischungen, vom Canaiolo Nero bis zum Merlot. Auch beim Vino Nobile di Montepulciano sind zwischenzeitlich 20 Prozent anderer Trauben zulässig, um den Sangiovese, der hier in einer regionalen Variante als Prugnolo gentile bezeichnet wird, etwas milder in die Flasche zu bringen. Nur beim Brunello, einer anderen Sangiovese- Art, der als einer der größten Rotweine Italiens gilt, müssen 100 Prozent der Sorte enthalten sein.

In der Küstenregion Maremma, die seit einigen Jahren eine immer wichtigere Rolle in der Toskana spielt, gibt es neben einer weiteren Sangiovese- Variante namens Morellino di Scansano einen Boom der internationalen Sorten. Hier sind etliche Weine zu finden, die sogar ganz aus Cabernet & Co. bestehen. Nach wie vor im Trend liegen die Super Tuscans wie Ornellaia, Tignanello oder Sassicaia. Als Erfinder dieses Weintyps gilt der Marchese Antinori, der 1971 mit dem Tignanello einen so genannten regionsuntypischen Wein auf den Markt brachte, der entgegen den damaligen Vorgaben im Barrique ausgebaut war, keine weißen Trauben enthielt, aber dafür gut 15 Prozent französische Sorten. Diese Weine erhielten innerhalb weniger Jahre Kultstatus und viele davon haben ihn immer noch.

Dagegen ist die Toskana nicht gerade als Weißweinparadies bekannt. Nur mit dem Vernaccia di San Gimignano und seiner teils im Barrique ausgebauten Riserva-Variante kann die Region hier punkten. Obwohl die Weine aus der Toskana immer wieder einmal einen Einbruch auf dem internationalen Markt wegen ihrer teils drastischen Preiserhöhungen verzeichneten, ist der Boom von neuen Weingütern nahezu ungebrochen. Oft sind es gut betuchte Neueinsteiger, die sich hier Land oder alte, vernachlässigte Weingüter kaufen und im großen Stil umbauen. Daher wird es noch lange immer wieder neue Spitzenweine geben und die Qualität im Durchschnitt immer besser werden.

 

Wichtigste Rebsorten:

weisswein-icon Weißwein: Vernaccia, Trebbiano Toscano
rotwein-icon Rotwein: Sangiovese, Cabernet Sauvignon, Merlot

 

Weingüter im Weinanbaugebiet Toskana:

Die Weingüter und Winzer der Weinbauregion Toskana folgen in Kürze…