Eines der wärmsten Weinbaugebiete Österreichs

 

Anbaugebiet Thermenregion (Österreich)Das Anbaugebiet Thermenregion – nach den schon in der Antike genutzten Thermalbädern benannt, in Österreich aber auch als „Südbahn“ bezeichnet wegen der Bahnlinie, die dort seit Mitte des 19. Jahrhunderts Richtung Süden hindurchführt – weist gut 2300 Hektar Rebfläche auf; knapp 1300 Betriebe bewirtschaften hier ihre Weingärten. Eine der schönsten österreichischen Weinstraßen erstreckt sich im Vorland der Thermenalpen durch eine hügelige, bewaldete und mit Weinbergen bedeckte Landschaft, beginnend südlich von Wien entlang berühmter Orte wie Gumpoldskirchen und Traiskirchen. So ist es kein Wunder, dass die Region – nicht nur für Wiener – ein traditionelles Ausflugsziel ist und mit zahlreichen Buschenschanklokalen (bereits seit dem 13. Jahrhundert gibt es hier Weingaststätten) aufwartet.

Unter dem vollen Einfluss des warmtrockenen Klimas aus östlicher Richtung und durch den Wienerwald im Westen vor kalten Winden geschützt, ist die Thermenregion eines der wärmsten Weinbaugebiete Österreichs. Die lange Vegetationsperiode bis weit in den Oktober hinein ist ideal für spätreifende Reben wie Grünen Veltliner, Blaufränkisch oder Cabernet Sauvignon.

 

Weinbaugebiet Thermenregion (Österreich)Rotgipfler und Zierfandler – Weine mit Sonderstatus!

Sowohl schwere lehmhaltige als auch karge Schotterböden prägen diese Region und gewährleisten so eine große Sortenvielfalt. Wenn auch hier, ähnlich wie es im Weinviertel oder Kremstal festgestellt werden kann, der Rotwein im Kommen ist, so sind doch immer noch etwa drei Viertel der Gesamtanbaufläche mit weißen Sorten bepflanzt. Konzentrationspunkte für die Weißweine (darunter an erster Stelle der Neuburger) befinden sich bei den Hanglagen unmittelbar zum Wienerwald hin – Perchtoldsdorf, Gumpoldskirchen, Pfaffstätten und Baden –, aber auch weiter östlich bei Guntramsdorf und Traiskirchen. Rotweine werden vor allem im Südosten (um Tattendorf und Teesdorf ) im flacheren Teil des Gebietes produziert; an der Spitze steht der Portugieser, besondere Qualitäten liefern hier jedoch auch Blauburgunder und St. Laurent.

Einen Sonderstatus haben in der Thermenregion die beiden autochthonen Weißweinsorten Rotgipfler und Zierfandler (nicht zu verwechseln mit der auch als „Ziehrfandler“ bezeichneten Sorte Grüner Silvaner!), die als Spezialitäten im Vordergrund stehen. Angebaut werden sie in erster Linie in Gumpoldskirchen und in Traiskirchen; häufig werden sie auch in einer Cuvée verschnitten und unter der Bezeichnung Spätrot-Rotgipfler angeboten. Beide Sorten können hervorragende Weine ergeben: deutliche Frucht, würzig-aromatisch und mit einer lebendigen Säure. Darüber hinaus zeichnen sich die erstklassigen Vertreter durch erstaunliches Reifepotenzial, ähnlich dem des Grünen Veltliners, aus; bis zu 10 Jahre kann ein solcher Wein ohne Qualitätsverlust gelagert werden.

 

Wichtigste Weinorte im Anbaugebiet Thermenregion

Perchtoldsdorf, Gumpoldskirchen, Pfaffstätten, Traiskirchen, Guntramsdorf, Baden, Sooß, Bad Vöslau, Tattendorf, Teesdorf

Wichtigste Rebsorten im Anbaugebiet Thermenregion

weisswein-icon Weißwein: Neuburger, Chardonnay, Grüner Veltliner, Rotgipfler, Riesling, Welschriesling, Zierfandler
rotwein-icon Rotwein: Blauer Portugieser, Zweigelt, St. Laurent, Blauburgunder