Das ungarische Weinanbaugebiet MórDas Weingebiet Mór liegt in einem der schönsten Täler Westungarns, zwischen den Städten Győr und Kecskemét, nördlich bzw. nordwestlich des Bakony- und Vértes-Gebirges. So ist denn auch das Wetter im allgemeinen gemäßigt kühl und feucht – eben typisch für Nordwestungarn. Doch wie durch ein Wunder ist das Mikroklima an den Südhängen der Hügellandschaft hervorragend für den Weinanbau geeignet – doch bemerkenswerterweise kaum genutzt. Die ganze Region ist 1994 Hektar groß, davon zählen 1459 Hektar zur Klasse I., doch bepflanzt sind nur 868 Hektar.

Der Boden ist vielfältig. Der Unterboden besteht aus Kalkstein, Kalksteinbruch mit Löss gemischt, Dolomitfels und Ursand aus der erdgeschichtlichen Epoche Oligozen. Darauf die Ablagerungen von Ton, braune und rote Erde und Walderde. Doch es gibt auch Kieselsteine im Untergrund, als Erinnerung an die urzeitlichen Flüsse und Bäche, darauf Löss-Sand- und Löss-Kalk-Ablagerungen.

Weinbau in der Region MórDie traditionellen Reben der Region sind die autochthonen Ezerjó (Tausendgut) und Sürkebarát (Grauer Mönch – Pinot gris), die auf einer Fläche von 311 Hektar angebaut werden. Daneben die modischen Sorten Chardonnay, Rheinriesling, Sauvignon blanc und verschiedene Traminer – alles weiße Trauben. Die Weine sind reichlich mit Säure gesegnet, vergleichbar mit den Tokajern, die in einem ähnlichen Klima wachsen. Natürlich muss reif geerntet werden, ob es sich um Ezerjó oder die internationalen Trauben handelt. Zudem brauchen sie eine längere Pflege, dafür entwikkeln sie sich in Holzfässern besonders gut. Durch das feuchte Wetter vermehrt sich oft auch der Botritis. Bis zum Zweiten Weltkrieg war der edelsüße Aszú aus Ezerjó ein Begriff. Zumindest ein Winzer macht in guten Jahren wieder einen bemerkenswerten Aszú und überhaupt wahrhaft bemerkenswerte Weine.