Das ungarische Weinanbaugebiet SzekszárdEine hübsche Hügellandschaft in Südungarn, westlich der Donau – für die Einwohner des Weingebietes ist es eine Bergregion. Die berühmten Ostlagen – Öcsény, Decs und Sárpilis – liegen zwischen den  Ortschaften Szekszárd und Báta an der Landstraße Nr. 56, im ehemaligen Überschwemmungsgebiet der Donau. Das gesamte Anbaugebiet ist 6.001 Hektar groß, davon gehören 3.789 zählt zur Klasse 1. Mit Reben bepflanzt sind allerdings erst 1.925 Hektar.

Das Klima ist gemäßigt kontinental. Die Winter sind mild, die Sommer warm und sonnig, mit wenig Niederschlag. So ist die schlimmste Bedrohung die Dürre. Dafür ist der Winter weniger lang und kalt als östlich der Donau in der großen Tiefebene – und Szekszárd die Region mit der längsten Vegetationsperiode des Landes. Die milden Frühlings- und Herbsttage sind für frostempfindlichen Reben wie Kadarka und Merlot wichtig. Und die Trockenheit im Herbst verhindert das Verfaulen der roten Trauben.

weinregion-szekszard_weintraubenDie Dicke Lössdecke der Szekszárder Hügel ist ein hervorragender Grund, auf den sich die jüngeren Böden gelegt haben – die besonders von Rotweinen bevorzugt werden. Vor etwa 10.000 Jahren, im Holozen, waren dies verschiedene Mischungen: braune Walderde, Löss-Ton, verwitterter Stein-Sand-Lehm, an einigen Hügeln liegt mit pannonischem Sand gemischter Löss. Für den Weinbau besonders wichtig ist die Tatsache, dass der Löss überall mindestens fünf bis sieben Prozent Aktivkalk enthält, doch gibt es auch Böden mit zehn bis dreizehn Prozent Kalk. Dies verleiht dem Wein einen komplexeren Geschmack als kalkarme Sandböden.

Meist werden Rotweine angebaut: Blaufränkischer, Zweigelt, Merlot, Cabernet franc, Kadarka, Cabernet Sauvignon und Pinot noir. Unter den weißen sind es traditionell der Welschriesling, neuerdings auch Chardonnay, Rheinriesling, und die ungarische Traube Ezerfürtő (Tausendtraube).

Die großen, in Ungarn berühmten Szekszárder Weine sind rot – mit einer typischen eleganten Säure. Neben dem leichteren, würzigen Kadarka kamen in den vergangenen 15 Jahren schwere Blaufränkischer, Merlot und die Cabernet-Sorten hinzu. Bemerkenswert sind die glatte, feine Struktur, freundliche Tannine, viele Obst- und Traubenaromen. Allein der Cabernet Sauvignon fühlt sich weniger wohl, was mit den klimatischen Gegebenheiten zu erklären ist – dabei entstehen jedes Jahr bemerkenswerte Ausnahmen. Die Weißweine der Region sind vollmundig aber eher mild und manchmal etwas träge. Allerdings werden durch strenge Ertragsreduzierung auch hier gehalt- und wertvolle Weißweine gekeltert.