Acolon ist eine sehr junge, aber edle Rebe, die aus einer Züchtung hervorgegangen ist. Sie bezaubert Weinkenner und Weinliebhaber gleichermaßen mit ihrer feinen Frucht und ihrer guten Struktur.

Acolon (Rebsorte, rot)

Beeren der Rotwein Rebsorte Acolon. Foto: Wikipedia

Acolon (Rebsorte, rot)

Die Rebsorte Acolon kann als neue , sehr wertvolle Rebsorte, die aus einer Kreuzung von den Rebsorten Lemberger und Dornfelder hervorgegangen ist, bezeichnet werden, denn es gelingt ihr, die Vorzüge der zwei populären Rebsorten in schönster und vollkommener Harmonie zu vereinen und zur Geltung zu bringen.

Die Rebsorte Acolon zeichnet sich durch ihr frühes Reifen aus. Der Rebstock sticht durch seinen kräftigen und aufrechten Wuchs hervor und zeigt eine kleine bis mittlere Ausformung von Geiztrieben . In Bezug auf Faktoren und Merkmale, die im Weinbau relevant sind, ist die Acolon- Rebe der Lemberger- Rebe, von der sie ja abstammt, sehr ähnlich. Sie treibt erst später als die Lemberger-Rebe aus, beginnt aber früher mit der Reifung, wobei die Rebsorte Acolon die Nase vorn hat, denn sie erreicht eine viel bessere und höhere Reife der Beeren und des Holzes. Die Rebsorte Acolon weist eine hohe Blühfestigkeit auf und kann als lockerbeerig beschrieben werden. Allgemein scheint sie sehr robust zu sein, sie ist auch weniger anfällig für Krankheiten oder Irritationen als die Rebe des Lemberger-Stocks. Die neu erschaffene Sorte fällt mit einem höheren Gehalt an Zucker auf, womit sie ihre Eltern, die Lemberger-Rebe und die Dornfelder-Rebe, übertrumpft und liegt in der Menge des Ertrags, den sie erbringt, zwischen der Rebsorte Lemberger und der Rebsorte Dornfelder.

 

Ursprung, Geschichte und Bedeutung der Rebsorte Acolon

Bereits im Jahre 1971 wurde die Rebsorte Acolon in der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Wein – und Obstbau in Weinsberg in Württemberg unter der Leitung von Helmut Scheip als Züchtung der zwei Rebsorten Lemberger ( Blaufränkisch) und Dornfelder entdeckt. 1977 übernahm Bernd H. E. Hill die Leitung in diesem Bereich, weshalb er offiziell als Züchter der Rebe Acolon genannt wird. Aber erst seit Beginn dieses Jahrhunderts, 2002, nachdem sie die Sortenzulassung und den Sortenschutz als Neuzüchtung erhalten hat, wird sie angebaut, wobei sie sich schon ein Plätzchen im Sortiment der deutschen Rotweine gesichert hat und die Herzen vieler passionierter Weinkonsumenten in Deutschland im Sturm erobert hat. Natürlich gibt es auch kritische Stimmen zu der relativ jungen Rebsorte, die ihr ihre Qualität absprechen wollen.

 

Die bedeutendsten Anbaugebiete

Zu Beginn dieses Jahrhunderts erfolgte an 500 Standorten auf insgesamt 100 Hektar ein Anbau der Rebsorte zu Versuchszwecken. Nach einiger Zeit wurde vom Bundesamt für Sortenschutz die Erlaubnis erteilt, den Anbau der Rebsorte Acolon regulär auszuführen.

Mittlerweile werden ca. 480 Hektar Rebfläche mit der Rebsorte Acolon bepflanzt, vor allem in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. Anfang des Jahrtausends konnte die Fläche mit der Acolon-Rebe noch mit ca. 75 Hektar beziffert werden, die Rebflächen haben stetig zugenommen, da sich der Wein aus der Rebsorte Acolon gut verkauft und guten Umsatz erwirtschaftet, da er sich in seiner Heimat großer Beliebtheit erfreut und gerne getrunken wird.

Die Lagen, die dem Wachstum und Reifen der Rebe behagen, sind typische Lagen der Rebsorten Schwarzriesling und Spätburgunder, sehr gute Lagen wie Silvaner oder Müller- Thurgau. Aus dem Boden, der tiefwurzelig ist, gewinnen sie die Kraft und Energie für ihr Wachstum. In Belgien wurde die Rebsorte Acolon unter der Herkunftsbezeichnung Cotes de Sambre et Meuse im Jahre 2005 zugelassen.

 

Ausbau & Geschmack

Weine aus der Rebe Acolon weisen eine hohe Intensität an Farbe auf, bestechen mit ihrer guten Struktur und ihrer Länge, sind jedoch dezent von ihrem Gehalt an Gerbstoff und Tannin. Zum Teil werden die Weine dieser Rebe in Barrique ausgebaut. Sehr oft fallen auch die Adjektive füllig und harmonisch, ausgewogen, vollmundig , komplex und nachhaltig. Die Farbe des Weins ist wirklich so dunkel, dass sie von einem tiefdunklen Violett beinahe bis zu einem Pechschwarz vorkommt.

Feine Fruchtaromen von Kirschen, Brombeeren, schwarzen Johannisbeeren, sowie Nuancen von Schokolade und Lakritze, gepaart mit Noten von Gewürznelken, die dem tiefwurzeligen Boden abgerungen werden, bezaubern den Gaumen. Ein bisschen kann dieser Wein pappig nach Marmelade schmecken. Insgesamt hinterlässt ein Wein der Rebsorte Acolon die perfekte Balance von kräftigem Gehalt , dezenter Restsüße und purem Genuss an Fruchtigkeit . Weine, die aus der Rebsorte Acolon gekeltert sind, weisen ein ausgezeichnetes Reifungs- und Lagerungspotenzial auf. Die Rebsorte Acolon eignet sich wunderbar zum Verschnitt mit Spätburgunder-Reben.

 

Acolon Wein genießt man am besten zu…

Rotwein aus der Acolon Rebe passt hervorragend sowohl zu leichten als auch kräftigen Gerichten, die auf Fleisch basieren. So schmeckt er sicherlich perfekt zu einem kräftigen Rinderbraten mit einer rustikalen Sauce, zu Lamm und Wild, kräftigen und deftigen Gerichten aus Rindfleisch, aber auch zu Pasteten, Schinken und Salami passt der Wein aus der Acolon- Traube vorzüglich und exquisit. Des Weiteren versteht es dieser Wein kräftige Käsesorten gekonnt zu begleiten.