Algerien; Weinbauland seit römischer Zeit, dessen Rebfläche ihre größte Ausdehnung während der 130 Jahre französischer Kolonialherrschaft erfahren haben dürfte. Seither ist der Weinbau deutlich rückläufig, und die derzeitige Rebfläche von unter 120 000 ha umfasst kaum noch ein Drittel der Rebfläche des Jahres 1962. Wurden selbst in der ersten Hälfte der 1970er Jahre noch im Schnitt 7 Millionen hl jährlich erzeugt, sind es in den letzten Jahren kaum noch 500 000 hl gewesen. Anders als in den beiden Nachbarländern Marokko und Tunesien scheint damit die rasante Talfahrt des algerischen Weinbaus ungebrochen.

Diese Entwicklung ist bedauerlich. Zwar hat man jahrzehntelang in Algerien vielfach billigen Tafel- oder Markenwein erzeugt, der dank seines Farb- und Körperreichtums, seines Alkoholgehaltes von bis zu 14 % vol. und der Tatsache, dass er aus französischen Rebsorten wie Cinsaut, Carignan, Grenache u. a. stammte, lange als Verschnitt für südfranzösische Weine gedient hat. Doch die besseren Rotweine zumal aus den Weinbauregionen von Zaccar, Medea, Ain-Bessem-Bouira, Mitidja, El-Asnam, Oran, Mostaganem, Mascara u. a. genießen nach wie vor einen guten Ruf und vermögen zumindest das Qualitätsniveau südfranzösischer V.D.Q.S.-Weine zu erreichen.