Bacchus ist eine weiße Rebsorte. Bacchusweine sind fruchtig mit einem dezenten Muskatton und lassen sich hervorragend als leichter Sommerwein genießen.

 

Bacchus - Weinrebe/Weintraube für Weißwein

Die weiße Rebsorte Bacchus

Bacchus (Rebsorte, weiß)

Die gelbgrünen Trauben des Bacchus sind rund bis oval. Sie haben mittlere Größe und stehen dicht. Die Rebsorte ist wenig empfindlich gegen Winterfrost und wird in Lagen angebaut, die für Riesling zu kühl sind. Nasse Kälte verträgt auch der Bacchus schlecht und im Spätsommer ist er anfällig für Sonnenbrand. Die Trauben können ein hohes Mostgewicht erreichen bei geringer Säure. Die Rebsorte Bacchus stammt von der Edlen Weinrebe (Vitis vinifera) ab. Sie ist selbstbefruchtend und trägt früh und üppig.

 

Die Hauptmerkmale des Bacchus

  • neue Rückkreuzung
  • hohe Erträge und Mostgewichte
  • bevorzugt tiefgründige und nährstoffreiche Böden
  • bringt fruchtig-blumige und gehaltvolle Weine hervor, die mild, würzig und säurearm sind
  • mitunter interessanter Muskatton
  • am besten jung zu trinken
  • erreicht bei später Lese häufig Spät- und Ausleseprädikate

 

Ursprung und Geschichte der Rebsorte Bacchus

Bacchus ist der römische Name für Dionysos, den griechischen Gott des Weines und des Rausches. In den Bacchuskult floß auch der Ritus des altitalienischen Fruchtbarkeitsgottes Liber pater ein. Der Gott des Weines trägt meist ein Leopardenfell und Weinlaub als Attribute bei sich. Der Bacchuswein hat einen zu seinem Namen passenden Charakter. Frisch und gut trinkbar, wie er ist, eignet er sich als Trinkwein für gesellige Runden.

Die Rebsorte hat ihren Ursprung in der Pfalz am Institut für Rebenzüchtung Geilweilerhof in Siebeldingen. Peter Morio und Bernhard Husfeld kreuzten 1933 einen Hybriden aus Grünem Silvaner und Weißem Riesling mit Müller-Thurgau. Der Sortenschutz ist in Deutschland seit 1972 zugelassen. Der Bacchus hat sich als Neuzüchtung gut etabliert. Einige Fachleute meinen, dass der Bacchusanbau in Zukunft kontinuierlich zurückgehen werde. Andere sehen ihn als idealen Wein für nördlichere Lagen und erwarten eher, dass der Anbau zunimmt.

Bacchus wird in Rheinhessen neben Riesling, Silvaner, Müller-Thurgau und Kerner für den süßen und günstigen Wein Liebfrauenmilch verwendet. Dieser deutsche Exportschlager der 1970er und 1980er Jahre wurde von vielen Winzern kritisiert und hat dazu geführt, dass viele rheinhessische Winzer den Anspruch entwickelten, trockene Weine auf höchstem Niveau zu produzieren. In den letzten Jahrzehnten gelang es ihnen erfolgreich, dem durch den Billigwein verursachten, schlechten Ruf des deutschen Weines entgegen zu wirken.

Der Rebenzüchter Valentin Blattner trug dazu bei, den Weinanbau in der Schweiz wieder zu beleben. Er züchtete aus Kreuzungen mit Bacchus die Sorten Birstaler Muskat und Réselle, die sehr robust gegen Pilze und Frost sind. Die Rebsorten Bacchus Black und Bacchus Noir sind allerdings nicht mit dem weißen Bacchus verwandt.

 

Die größten Anbaugebiete*

Rheinhessen ist das größte Anbaugebiet für die Rebsorte Bacchus in Deutschland. Zusammen mit Franken stellt es über drei Viertel der Bacchusflächen, die gute drei Prozent der deutschen Anbaufläche für Weißwein ausmachen. In den letzten Jahren ist die Anbaumenge in Deutschland leicht gesunken.

WeinbaugebietRebfläche (Hektar)
Ahrunter 0,5
Baden45
Franken742
Hessische Bergstraßeunter 0,5
Mittelrhein2
Mosel87
Nahe156
Pfalz153
Rheingau1
Rheinhessen828
Saale-Unstrut29
Sachsen8
Stargader Land
Württemberg7
insgesamt Deutschland2061

* Quelle: Wikipedia

Außerhalb Deutschlands ist die Bacchusrebe besonders bei Winzern in England beliebt. Im Vereinigten Königreich wird sie am drittmeisten nach Chardonnay und Spätburgunder angebaut. Damit bewirtschaften britische Weingüter neun Prozent der gesamten Fläche für Weinanbau in Großbritannien mit Bacchus. In der Schweiz gibt es ebenfalls kleinere Anbauflächen.

 

Ausbau & Geschmack

Die Bacchustrauben werden früh reif. Jedoch erst, wenn sie völlig ausgereift sind, erreicht der aus ihnen gewonnene Wein einen kräftigen fruchtigen Geschmack mit vollem Bukett. Nach der Lese werden die Trauben entbeert und im Edelstahltank ausgebaut. Nach einer kurzen Maischestandzeit wird die Vergärung gezügelt, indem der Most gekühlt wird. So bleiben die für Weißwein wichtigen Aromen erhalten. Der Bacchusmost wird auch gelegentlich zu Sekt oder Schaumwein verarbeitet.

Der aus den Bacchustrauben gekelterte Wein leuchtet in allen Farbnuancen von hellgelb bis hellgrün. Das Bukett duftet aromatisch nach Birne, Aprikose, Grapefruit und Veilchen. Der Geschmack ist im Idealfall kräftig, rund und vollmundig. Der feine Muskatton gibt dem Bacchus seine typische Note, gelegentlich mit einer Spur von Kümmel oder Johannisbeere. Da der Bacchusgeschmack an den der Scheurebe erinnert, wird er auch Frühe Scheurebe genannt.

Der geringere Säuregehalt macht den Bacchuswein gut verträglich. Wenn der Wein jedoch zu wenig Säure hat, besteht die Gefahr, dass er geschmacklich flach bleibt. Oft wird Bacchus mit Müller-Thurgau verschnitten, da dieser ausreichend Säure und der Bacchus dafür mehr Geschmack mitbringt. In England haben die Bacchusweine generell mehr Säure, da das Klima rauer ist. Dann kann der Geschmack in Richtung Riesling gehen.

 

Bacchus Wein genießt man am besten zu…

Als leichter Sommerwein mit intensivem Geschmack passt der Bacchus sehr gut zu Vorspeisen, Reisgerichten mit Geflügel, Fisch, asiatischen Nudelgerichten und Salaten. Ebenso bereichert er auch den Genuss von fruchtigen Desserts, Apfelstrudel, Dampfnudeln und Kaiserschmarrn. Die empfohlene Temperatur zum Trinken liegt bei 7 Grad Celsius.