Einst im Schatten der Eleganz und Pracht des Nebbiolo erstrahlt Barbera in höchster Qualität und Einzigartigkeit. Trotz ihrer hohen Verbreitung wird die Barbera eigentlich nur in Piemont und in Teilen der angrenzenden Lombardei und Emilia-Romagna reinsortig ausgebaut, wobei sie in der Regel einen säurebetonten, nicht zu körperreichen Wein mit typischem Bukett ergibt, der in der Regel jung getrunken wird und keine besonderen Ansprüche stellt, obwohl er im Alter von 10 – 15 Jahren mitunter beachtliche Struktur und Charakter aufweisen kann.

 

Barbera (Rebsorte, rot)

Die Rebsorte Barbera ist eine hochwertige rote Rebsorte, die im Piemont angesiedelt ist. Sie ist fähig sich anzupassen und bringt starke Erträge, das heißt, dass sie von enormer Wuchskraft ist und deshalb oft für die Produktion von preisgünstigem Massenwein verwendet wird. Um ein gewisses Maß an Qualität zu erreichen, muss sie stark zurückgeschnitten werden und es bedarf sorgfältiger Pflege, denn sonst bleiben ihre Beeren unterversorgt und als Resultat entstehen dünne Weine, deren Säurewerte hoch sind. Trotzdem werden ziemlich große Mengen der Lese zu leichtem und günstigem Rotwein verarbeitet, der auch sprudelt und als Frizzante ausgebaut ist und im Sommer ideal zum Löschen des Durstes ist. Als qualitative Doc- Weine können Barbera d`Asti, Barbera d`Alba und Barbera del Monferrato betitelt werden. In anderen Regionen Italiens wird sie als Verschnittpartner eingesetzt.

Die Rebsorte kann als mittelfrüh reifend bezeichnet werden, die Lese findet zumeist von Ende September bis Anfang Oktober statt. Sie ist nicht sehr resistent gegen Krankheiten , so fällt sie des Öfteren der Blattrollkrankheit oder in Kalifornien der Rebkrankheit zum Opfer. Die Barbera-Traube ist walzen- bis konusförmig, groß und dichtbeerig mit Beeren, die oval, groß und blauschwarz sind. Das Aroma der Beeren verhält sich neutral. Die Barbera.Rebe liebt heißes Wetter und Kalkböden oder Mergel, auf sandigen Böden verringert sich ihr Ertrag.

 

Ursprung und Verbreitung

Die Sorte Barbera wurde schon im 13.Jahrhundert in Monferrato im Piemont angebaut, wurde aber mit unterschiedlichen Namen benannt. Bereits im 7. Jahrhundert war schon die Rede von ihr, da soll es sie unter den Langobarden bereits gegeben haben, die sich im Piemont aufhielten. 1798 wird sie in dem Werk „Sulla Coltivazione delle viti“ unter dem botanischen Fachausdruck „vitis vinifera Montferrato“ von Giuseppe Nuvolone-Pergamo erwähnt. Den Ursprung in der Lombardei lokalisiert zu haben, meinte der Ampelograph Pierre Viala . Sicher ist, dass Auswanderer aus Italien die Rebsorte nach Kalifornien und ins südamerikanische Argentinien gebracht haben, wo sie auch jetzt noch angebaut wird.

Während des Weinskandals in Italien, der sich 1985 bis 1986 abspielte, geriet die Rebsorte Barbera stark in Verruf, da viele Weine, die aus dieser Sorte gekeltert waren, vom Skandal um Methanol betroffen und nicht mehr zu verkaufen waren. Daher wurde die Anbaufläche für die Barbera-Trauben auf die Hälfte reduziert. Erst in den letzten Jahren hat sich das angeschlagene Image dieser Rebsorte wieder erholt, da nachweislich qualitative Ergebnisse vorliegen.

 

Anbaugebiete

Die Rebsorte Barbera wird vor allem im Piemont auf etwa 28 000 Hektar Fläche angebaut, sie findet sich auch in der Lombardei und in Emilia –Romagna. In Italien hat sie nach den roten Rebsorten Sangiovese und Montepulciano den dritten Platz inne. In den drei Regionen Piemont, Lombardei und Emilia- Romagna wird sie sortenrein verarbeitet, sonst findet sie oftmals Verwendung als Verschnittpartner für Tafelwein. Berühmte Winzer aus der Region der Rebsorte sind: Tenuta Caretto, Da Capo, La Luna Del Rospo, Braida, Michele Chiarlo, Marchese Alfieri und viele andere, die sich der qualitativen Rebpflege und Weinerzeugung aus Barbera-Trauben verpflichtet fühlen.

Auf Sizilien ist sie mit der Rebsorte Perricone verwandt, auf Sardinien mit der Sorte Barbera Sarda ist sie jedoch nicht verwandt. Die Rebsorte Barbera wird weltweit kultiviert, so findet man sie auch im Central Valley in Kalifornien, in Mexiko, in Argentinien, in Brasilien, in Uruguay, in Südafrika und Israel . In Europa wird sie außerhalb Italiens in Griechenland, Rumänien und Slowenien angepflanzt.

 

Ausbau und Geschmack

Die Weine, die aus der Barbera-Traube gekeltert werden sind voller Kraft und von intensiver rubinroter Farbe. Der volle Körper, die kräftige Säure und der geringe Tanningehalt mit einem Alkoholgehalt von 14 Prozent verleihen Leichtigkeit mit Gehalt. Die Aromen versprechen ein intensives Spiel der Früchte von Pflaume, schwarzer Kirsche und vollreifen, soeben gepflückten Waldbeeren. Feine Nuancen nach Vanille und ein Veilchenbukett ergänzen die Empfindungen aus dem Garten Natur. Der Wein Barbera D´Asti reift mindestens für ein Jahr in Holzfässern aus Eichen- oder Kastanienholz und dann noch in der Flasche ein Jahr. Dieser herrliche Wein sollte eine Stunde vor dem Trinkgenuss entkorkt werden, um ihn gebührend genießen zu können.

 

Barbera genießt man am besten zu…

Weine aus der Barbera- Rebe sind richtige Winterweine wie die meisten Rotweine, sie sind auch sogenannte Weine für den Alltag. Sie passen vorzüglich zu den Klassikern der italienischen Küche, wie Spaghetti, Lasagne und Pizza. Junge Barbera-Weine eignen sich zur Begleitung von Wurst, Brokkoli, Leber und Räucherlachs, weil der dezente Ansatz der Säure den Geschmack noch verstärkt. Gereifte Weine sind ideal als Begleiter zu Wild, Lamm und Kalbfleisch.