Barolo aus dem Piemont – der König unter den italienischen Weinen.

 

Barolo (Rebsorte, rot)

Barolo ist einer der auch außerhalb Italiens bekanntesten und am höchsten geschätzten Weine des Landes. Angebaut wird er im Piemont, einer traditionellen Weinanbaugegend im Nordwesten Italiens, wo die kleine Gemeinde gleichen Namens liegt. Der Barolo wird zu hundert Prozent aus der tiefroten bis fast schwarzen Nebbiolo-Traube gekeltert. Diese Traubensorte findet in den Langhe-Bergen genau das Klima, was sie braucht, damit hieraus der hochwertige Wein mit dem Namen „Barolo“ entstehen kann, nämlich kühle und feuchte Nächte, heiße Tage und im Herbst aufgrund der Höhenlage schon fast frostige Temperaturen. So bezeichnet der Name Barolo einen Wein, der im Gegensatz zum Bordeaux zum Beispiel kein Verschnitt mehrerer Rebsorten ist, sondern ein Wein, der aufgrund seiner spezifischen Produktionsbedingungen nur in einer sehr eingeschränkten Lage wachsen kann.

Als sich Italien in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts daran machte, die Zertifizierung seiner bekannten Weine strenger zu handhaben, wurden auch für den Barolo strengere Regeln aufgestellt. So besitzt dieser Wein nicht nur das Etikett DOC, also eine kontrollierte Herkunft, sondern ist ein DOCG-Wein, seine Herkunft ist auch garantiert.

 

Ursprung und Verbreitung

Ein Wein mit dem Namen Barolo existiert schon seit langer Zeit. Schon im 18. Jahrhundert gab es ein Süßweingetränk dieses Namens, bereits aus der gleichen Traube, der Nebbiolo-Traube, gekeltert. Ein Jahrhundert später sorgte die Marquise de Barolo dafür, dass mit Hilfe des Grafen Cavour und eines französischen Önologen die Anbau- und Produktionsmethoden für die Weine der Gegend des Langhe um den Ort Barolo komplett verändert wurden. Sowohl in den Weinbergen selber, wie auch bei der Herstellung des Weines und der Ausstattung der Lagerkeller übernahm Cavour zum Teil die Vorschläge des französischen Önologen. Der neue Weintyp gewann bald viele Freunde bis nach Turin.

Eine lange Zeit, fast bis in die 50er Jahre des letzten Jahrhunderts wurde die Vermarktung des Barolo durch Handelshäuser durchgeführt. Hierzu kauften sie die Produktion von kleinen Winzern der Region und machten hieraus den Wein. Erst in den 60er Jahren begannen die Wein anbauenden Winzer selber, ihre Produkte abzufüllen und nahmen auch dessen Vermarktung selber in die Hand. Bald schon wurde auch die Notwendigkeit deutlich, die einzelnen Lagen des Weinanbaugebiets einer Klassifizierung zu unterziehen. Ab ungefähr 1965 bekam der Barolo zuerst das Etikett DOC zugesprochen, somit war seine Herkunft ab diesem Moment kontrolliert und die Verbraucher hatten einen verlässlichen Referenzrahmen. Zwanzig Jahre später wurde die Bewertung sogar noch ausgeweitet, und mit dem Label DOCG war die Herkunft dieses Spitzenweines von da an auch garantiert.

 

Anbaugebiete

Angebaut wird der Barolo in der Region Langhe und zwar genau in den Gebieten, die in der Provinz Cuneo liegen. Zu den traditionellen Anbaugebieten des Barolo gehören die Gebiete um den kleinen Ort Barolo südlich von Alba, wie zum Beispiel La Morra und Castiglione Falletto, sowie der Nordteil von Serralunga d’Alba und Monforte d’Alba. Aus diesem Kernbereich kommen etwa achtzig Prozent der Baroloproduktion. Einige angrenzende Gemeinden kamen in den 60er Jahren hinzu, als der Barolo erstmals mit dem DOC-Label gekennzeichnet wurde. Jedoch hat der Wein aus diesen neuen Gegenden nicht die gleiche Qualität, da diese den Nebbiolo-Trauben weniger gut bekommen.

 

Ausbau und Geschmack

Der Barolo zeichnet sich durch einen außergewöhnlichen Geschmack aus. Dieser entsteht zum einen aus der Anbaumethode, zum anderen aus der sehr spezifischen Produktionsweise. Einerseits ist der Barolo ein Wein, der nur aus einer Traubensorte besteht, für deren Gedeihen die Böden rund um Barolo mit ihrem hohen Kalkgehalt ideal sind und die den Trauben einen bestimmten Geschmack verleihen. Zum anderen werden die Trauben nach der Ernte mit den Schalen für eine gewisse Zeit in Eichenfässern gelagert. Dies verleiht der Mischung nicht nur sehr viel Fruchtgeschmack und eine tiefdunkle Farbe, sondern auch eine hohe Konzentration an Tannin. Die traditionelle Dauer hierfür waren traditionell 24 Tage. Der hohe Tanningehalt machte in diesem Fall aber eine Lagerung des Weins für mindestens 15 Jahre nötig. In neuerer Zeit trinkt man Weine gerne jünger, sodass die Lagerzeit in den Eichenfässern für die Traubenmischung sich in der Regel um eine Woche verkürzt hat. Dies erfordert immer noch eine Lagerzeit um die fünf Jahre, bevor der Wein die zum Genuss nötige Reife erzielt hat.

Der Barolo ist ein runder, tiefroter, trockener Rotwein mit einem hohen Gehalt an Tannin und einem Alkoholgehalt von mindestens 13%. Sein Geschmack wird oft mit Begriffen wie erdig oder teerig bezeichnet. Hierzu kommen Anklänge von dunkler Schokolade, aber auch von Trockenfrüchten wie Pflaumen und Rosinen. Eine Nuance von Kirschen, Veilchen und Rosen wird auch oft beschrieben. Diese relative Schwere macht ihn zu einem Wein für Liebhaber, denn solche Geschmacksnoten brauchen eine gewisse Erfahrung beim Genuss von Rotwein. Ein Barolo ist also nicht unbedingt für „Weinanfänger“ geeignet.

 

Barolo genießt man am besten zu…

Barolo Wein unterstreicht auf unnachahmliche Weise den Geschmack von kräftigen Fleischgerichten wie Rinderbraten und Wildgerichten, passt aber auch perfekt zu Trüffeln und anderen gut gewürzten Pilzmahlzeiten, wie sie in der piemontesischen Küche beheimatet sind.