Barrique ist die Bezeichnung für die im Bordeaux-Gebiet üblichen Eichenfässer mit 225 l Fassungsvermögen, in der praktisch alle namhaften Rot- und Weißweine des Gebiets ausgebaut werden; 4 Barriques ergeben 1 Tonneau, die fiktive, aber traditionelle Maßeinheit im Bordelais. Darüber hinaus scheint Barrique heute in zahlreichen Weinbaugebieten der Welt als ein Zauberwort zu gelten, mit dessen Hilfe der Aufstieg in den Weinadel möglich erscheint.

Vor allem in der Toscana, aber auch in Piemont und anderen Teilen Italiens hat man vor Jahren von einer regelrechten Barriquemanie gesprochen, die nicht nur einige bemerkenswerte Weine (Sassicaia, Solaia, Tignanello, Le Pergole Torte, Sammarco, Canneto u. v. a.), sondern auch etliche unrühmliche Kopien angeblich Bordeaux ähnlicher Weine hervorgebracht hat. Doch die meisten haben hier wie auch anderswo inzwischen gelernt, daß der kleine Wein in der Barrique nicht zu einem großen Wein wird. Auch in Deutschland, Österreich u. a. experimentiert man inzwischen seit geraumer Zeit bei Rotweinen, aber auch bei etlichen Weißweinen (Weißer und Grauer Burgunder, Chardonnay, Riesling und andere) mit der Methode des Barriqueausbaus. Nach anfänglichen Fehlern und Mißerfolgen hat sich dabei inzwischen in einer Fülle von Fällen in Deutschland wie anderswo eine deutliche Bereicherung und eine mitunter qualitativ bemerkenswerte Verbesserung dank überzeugender roter wie weißer Barriqueweine ergeben, obgleich der Gesamtumfang dieser Erzeugung etwa in Deutschland gegenwärtig noch minimal ist.