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Beerenauslese: vierte Stufe der Prädikatsweine; Spitzenwein aus einzeln ausgelesenen, sehr reifen oder edelfaulen Beeren mit einem sehr hohen natürlichen Zuckergehalt; ist honigsüß und gewinnt bei längerer Lagerung deutlich an Geschmacksfülle; mindestens 100 Jahre lagerfähig.

Bei der Beerenauslese handelt es sich um einen ganz besonderen, sehr seltenen und entsprechend teuren Wein, der aus einzeln herausgeschnittenen, edelfaulen, wenigstens überreifen Beeren (in Österreich beides) erzeugt wird. Während bei der Auslese die reifsten Trauben gelesen und gepreßt werden, geschieht das gleiche bei der Beerenauslese, wie der Name sagt, lediglich mit den individuellen Beeren. Je nach Anbaugebiet muß dabei ein Mindestmostgewicht von 110 bis 128° Oechsle erreicht werden; in Österreich mindestens 25° KMW entspricht 127° Oechsle und auf eine gute Lage beschränkt. Beerenauslesen werden in Deutschland und nach den Skandalen der 1980er Jahre wohl auch im österreichischen Burgenland in guten und sehr guten Jahren letztlich allein wegen des Prestiges erzeugt. Wenn sie voll gelungen sind, sind sie sehr süB, von einem fast unbeschreiblichen Reichtum an Bukett, Fruchtigkeit und Geschmack, und sie gehören zu den erlesensten Weißweinen, die es überhaupt gibt. Man sollte sie lediglich als Apéritif, zum Dessert (sehr schwierig) oder nach Tisch servieren.

Beeren- und Trockenbeerenauslesen werden vereinzelt auch in anderen Ländern erzeugt, wo sie vielfach ähnlich fubulöse Weine ergeben. Barsac, Sauternes, Coteaux du Layon u. a.