Carignan ist eine ertragreiche rote Rebsorte, die im französischen Midi, in Spanien, Algerien und Kalifornien weit verbreitet ist und, wenn auch keinen exquisiten, so doch vielfach einen recht zufriedenstellenden Wein liefert.

Die Carignan-Rebe ist groß, konus- bis walzenförmig, verzweigt oder geschultert und dichtbeerig. Die Beeren weisen eine rundliche Form auf, sind von mittlerer Größe und schwarzblauer Farbe . Die Schale der Reben ist dickhäutig, das Fleisch ihrer Frucht sehr saftig. Die Rebsorte ist spät reifend und da auch der Austrieb spät erfolgt, ist sie vor den Schäden durch den späten Frost geschützt. Sie wächst stark und erbringt regelmäßige hohe Erträge. Um eine hohe Qualität zu garantieren, muss die Rebe einer strengen Reberziehung und Ertragsregulierung unterliegen.
Starke Winde oder maschinelles Ernten bereiten der Rebsorte Carignan große Schwierigkeiten, da ihre Stiele und deren Holz oft von Rissen durchzogen ist. Ihr bestes und ideales Klima findet sie im Mittelmeergebiet, wo sie den kargen Böden herrliche Frucht abgewinnen kann. Sie ist empfindlich und anfällig für Echten und Falschen Mehltau sowie Rohfäule, wenn die Witterung zu feucht ist. Die Rebsorte rote Carignan ließ durch Mutationen Carignan Gris und Carignan Blanc entstehen.

 

Ursprung & Verbreitung

Der Carignan stammt aus dem spanischen Aragonien, aus der Stadt Carinena , die in der Provinz Saragossa liegt. Ab dem 12. Jahrhundert verbreitete sich die Rebsorte auch in Frankreich, wo hervorragende Anbaubedingungen vorzufinden sind.

Gerne wird die Rebe als Partner für Verschnitt verwendet. So stellt sie mit dem Garnacha einen der Partner für den Verschnitt mit dem Tempranillo für die Rioja – Weine. Die Rebsorten Syrah und Cinsaut, die ein Mehr an Aroma und Feinheit bieten, führen zur Reduzierung der Rebsorte Carignan im Languedoc. Carignan wird kaum sortenrein gekeltert, da das Bouquet nur eine geringe Ausprägung zeigt. Ein deutscher Oenologe, der in Montpellier studiert hatte, organisierte mit dem Weinbauern Pierre Cros einen Carignan Day am 29.02.2012. Dieser wurde von einigen Winzern, die auf alte Sorten setzen, gut angenommen und so traf man sich zu Ehren der Rebsorte Carignan in der Domaine Pierre Cros in Badens im Miner-vois. Dieser Winzer aus Leidenschaft besann sich auf die Weine, die bereits die Ahnen angebaut hatten und bewirtschaftet unter anderen Flächen eine Parzelle, die seit 1905 mit Carignan bepflanzt ist, um sortenreinen Carignan herzustellen. An diesem Tag zu Ehren der Rebsorte Carignan wurden Weine, die aus der Carignan -Rebe gekeltert wurden, von 1999 bis 2011 verkostet und beschrieben. Hier findet sich eine reiche Vielfalt an Aromen, die dem Gaumen wahre Freuden bereiteten.

In Italien heißt sie Carignano, in Frankreich scheint sie auch unter dem Namen Carignan Noir auf, auf der iberischen Halbinsel nennt man sie Carinena oder Mazuela/ Mazuelo.
Da die Rebsorte sehr verbreitet ist, variieren die Namen von Axina de Spagne und Bovale grande di Spagna oder Bove duro di Spagna über Plant d´Espagne oder Uva di Spagna bis zu Pokovec. Weiters erscheinen Ausdrücke wie Boi dur und Bois Dur, auch Cafalan oder Cagnolaro oder Calignan, ebenso Carinena und Catalan oder Cencibel. Girard beziehungsweise Grenache du Bois dur oder Karinjan, auch Kek Crignan oder Kerrigan, sowie Marocain und Mataro und eine Menge anderer Namen bezeichnen diese Rebe.

 

Anbaugebiete

Die Rebsorte Carignan liegt auf der ganzen Welt mit ca. 80 000 Hektar Anbaufläche vor. In Frankreich wurden Rodungen durchgeführt und der Bestand dieser Rebsorte ziemlich dezimiert. Sie liegt nun hinter Merlot, Grenache, Syrah am vierten Platz der roten Rebsorten in Frankreich. Weitere Gebiete, in denen die Rebsorte Carignan angebaut wird, sind Spanien, Portugal, Italien und Sardinien, Israel, Algerien und in Amerika in Kalifornien. In Südamerika ist sie in folgenden Ländern vertreten: Argentinien, Chile und Uruguay .

 

Ausbau und Geschmack

Die Farbe des Weins ist dunkel, man kann sie sogar als ein tiefes Dunkel bezeichnen. Tanninreichtum, Reichtum an Gerbstoff und Säurereichtum zeichnen diesen Wein aus, dafür Aromenarmut. Manche Weine betören mit Pflaumenaromen, schwarzen Kirschen, Zitrone, exotische Früchte, Honiglebkuchen, Chilli, Karamell, Gewürze, Marmelade und Röstnoten. Alte Rebstöcke liefern also durchaus sehr gute Ergebnisse. So wurden die Weine mit Adjektiven wie cremig, lebhaft, schmackhaft, frisch, vollmundig, dicht, reichhaltig, sanft, großzügig, geräumig, strukturiert, mineralisch, erdig und noch vielen weiteren charakterisiert. Die Weine wiesen Tannin in feiner Struktur auf und luden „zum Beißen“ ein.

 

Kulinarischer Genuss

Der Wein passt sehr gut zu Fleisch – zu gerösteter Entenbrust soll er ein wahrer Genuss sein, ebenso zu Cassoulet. Hier handelt es sich um einen deftigen Eintopf aus dem Süden Frankreichs, der die lokale Küche repräsentiert. So besteht er aus weißen Bohnen, Speck, Würstchen, gepökeltem Schweinefleisch, variiert natürlich, denn manchmal wird dieser Eintopf mit Lamm, Gans oder Ente versehen. Carignan Wein eignet sich auch als Zigarren- und Kaminwein für genussreiche Stunden.