Chablis Kleinstadt südöstlich von Paris im Département Yonne, nach der einer der berühhmtesten Weißweine Burgunds benannt ist. Er kommt aus einem insgesamt 17 Ortschaften umfassenden Gebiet. Von den rund 40000 ha des 19. Jahrhunderts sind heute angesichts der erheblichen Frostgefährdung nur noch rund 3000 ha übriggeblieben, bei allerdings steigender Tendenz dank der großen Popularität der Weine zumal außerhalb Frankreichs (neun Zehntel der Produktion gehen derzeit ins Ausland). Jährlich werden heute zwischen 140000 und 180000 h1 erzeugt, so daß Chablis der wichtigste Erzeuger von Weißweinen in Burgund ist. Die Weine stammen ausnahmslos aus Chardonnay und kommen unter vier unterschiedlichen A.O.C.-Bezeichnungen in den Handel.

Der feinste Chablis ist der Chablis grand cru, der von einem einzigen Südhang oberhalb von Chablis mit 97 ha Rebfläche kommt, die in sieben (eigentlich acht) Lagen unterteilt ist: Vaudésir, Les Clos, Grenouilles, Valmur, Blancbots, Preuses, Bougros und La Moutonne (meist als Teil von Vaudésir gerechnet). Die Namen dieser Lagen erscheinen durchweg auf dem Etikett (mit der Angabe Chablis grand cru). Die Weine sind körperreich, tief, komplex und ausdrucksvoll.

Der Chablis premier cru ist in guten Jahren kaum weniger erlesen als der grand cru und kommt von ungefähr 670 ha, die sich auf folgende 11 Lagen – zuzüglich der weiterhin zulässigen jeweiligen traditionellen Namen – verteilen, die auf dem Etikett angegeben werden können; theoretisch reicht auch die Angabe Chablis premier cru.

Der verbreitetste Chablis ist dagegen der Chablis tout court, der auf insgesamt knapp 2000 ha erzeugt werden darf. Anders als die beiden erstgenannten Appellationen (11 bzw. 10,5 % vol. Alkohol) muß er mindestens 10 % vol. Alkohol aufweisen. Er reift schneller als diese, ist weniger tief und komplex und hält sich etwa fünf Jahre. Der kleinste Chablis ist schließlich der Petit Chablis, der auf rund 26O ha der geringsten Lagen erzeugt wird.

Insgesamt unterliegt die Qualität der Weine bis hin zum einfachen Chablis, je nach Jahrgang, großen Schwankungen. In geringen Jahren kann er dünn und unreif sein, in den besten hingegen aromatisch, stahlig, ausdrucksvoll und mit jenem charakteristischen Geschmack versehen, der oft als Feuersteingeschmack´bezeichnet wird. Als namhafte Erzeuger bzw. Händler gelten J. Moreau, Domaine de l’Eglantiére, Robert Vocoret, René Dauvissat, Domaine A. Long-Depaquit, Domaine de la Maladiére, Domaine Laroche, Jean Collet, Château Grenuoille, A, Regnard, die Winzergenossenschaft La Chablisienne u. a.